Im Blumberger Panoramabad werden seit Dienstag Vorbereitungen für einen eventuellen Saisonstart getroffen. Der Rasen wurde gemäht und die Becken werden gereinigt. Doch wann und unter welchen Bedingungen das Blumberger Panoramabad in die Saison startet, soll der Gemeinderat in einer Sondersitzung entscheiden, sagte Bürgermeister Markus Keller am Donnerstag im Gemeinderat. Die Sitzung will er dann anberaumen, wenn die Änderung der Corona-Verordnung des Landes vorliegt.

Bürgermeister von Landesregierung enttäuscht

Enttäuscht ist Keller, dass die Landesregierung am Donnerstag den Saisonstart für die Freibäder ab Samstag, 6. Juni, also schon Ende dieser Woche, angesetzt habe. Das, so machte Keller deutlich, sei viel zu kurzfristig.

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Nach Einschätzung des Bürgermeisters gehört das Panoramabad zu den Einrichtungen, die als letztes wieder ihren Betrieb aufnehmen könnten. Keller wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass sie im Fall einer Öffnung sicherstellen müssten, dass die Besucher in der Anlage und in den Becken stets den nötigen Abstand haben müssten. Bei Besucherzahlen bis zu 900 und 1000 Besuchern sei das kaum vorstellbar.

Wer überwacht die Abstandsregeln?

Was Keller stört: Das Land habe lediglich den Saisonstart angesetzt. Doch es fehle an genauen Regeln, wie der Badebetrieb in Corona-Zeiten funktionieren solle. Wer überwacht das Abstandsgebot auf den Liegewiesen? Wie viele Menschen dürfen gleichzeitig ins Wasser?

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Und wenn nur eine bestimmte Anzahl an Badegästen zugelassen sein sollte, sorge man dann nicht für Frust bei jenen, denen der Eintritt verwehrt werden muss? Fragen über Fragen, wie schon bei der vom Land verkündeten schrittweisen Öffnung der Kindertagesstätten. „Ich bin vom Land enttäuscht“, so der Rathauschef.

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Die neueste Entwicklung: An Pfingstmontagnachmittag hätten sie vom Städtetag Baden-Württemberg ein Arbeitspapier erhalten mit einer Empfehlung der Quadratmeter pro Besucher. Das diene als Grundlage für die Verhandlung des Städtetags mit dem Land. Ein Beispiel: Pro 15 Quadratmeter Liegefläche dürfte ein Besucher kommen, aber maximal ein Drittel der Besucher wie bei den bisherigen Spitzenzeiten. Das wären maximal 300 bis 350 Menschen.

6,3 Quadratmeter pro Schwimmer

Für die Becken wird empfohlen, pro 6,3 Quadratmeter pro Person im Schwimmerbereich, das wären im großen Schwimmbecken rund 50 Personen, und 3,4 Quadratmeter pro Person im Nichtschwimmerbecken. Geschlossen bleiben die Attraktionen wie die beiden Rutsche und der Sprungturm. Noch überhaupt keinen Anhaltspunkte gebe es, wie viele Menschen gleichzeitig die sanitären Einrichtungen wie Duschen benutzen dürften.

Was die CDU sagt

  • Der Blumberger CDU-Fraktionschef Dieter Selig kann sich eine Öffnung des Bades nur dann vorstellen, „wenn das Land dafür Hygieneregeln aufstellt und diese durch die Stadt Blumberg personell und finanziell umsetzbar sind.“ Selig weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es mittlerweile schon Kommunen gebe, die dieses Jahr weder das Freibad noch ein Hallenbad öffnen wollten. Wichtig findet er außerdem, dass die Südbaar wie schon beim Aussetzen der Kindergartengebühr ein einheitliches Vorgehen vereinbart.

Was die Freie Liste meint

  • Für die Freie Liste sieht der Vorsitzende Hannes Jettkandt noch einigen Handlungsbedarf. „Das geht schon alles ein bisschen sehr schnell. Wenn wir keine Hygieneregeln vom Land haben, können wir das Bad nicht öffnen.“ Natürlich reiche es für eine Öffnung am 6. Juni zeitlich nicht. „Da müssen wir erst abwarten, was vom Land kommt, es auf die Blumberger Verhältnisse und dann entscheiden, auch im Hinblick auf die finanzielle Situation.“ Und die Frage sei, wie viele Personen dürfen rein?

Die Stellungnahme der SPD

  • Für die SPD-Fraktionssprecherin Ursula Pfeiffer ist eine Öffnung fast nicht möglich. „Nach den bisherigen Verfügungen dürften nur 120 Leute in unser Freibad. Wie sollen wir das hinkriegen?“ Und die anderen Familien müssten draußen bleiben, das gebe viel Unmut. Dann sollten Kontrollen im Wasser sein, da dürften nur fünf Personen gleichzeitig sein. Und im Kinderschwimmbecken wollten die Kinder doch zusammen spielen. Dann habe man überlegt, ob man das mit einem Zeitfenster, etwa mit Farbbändeln mache. Und man bräuchte viel mehr Personal. „Und wir legen jedes Jahr schon viel drauf, und bei einer Öffnung unter diesen Bedingungen wäre das noch ein größerer Verlust.“

Die Meinung der FDP

  • FDP-Fraktionssprecher Werner Waimer sieht zwei Aspekte: Die Familien, insbesondere Familien mit Kinder hätten viel zurückstecken müssen. Deshalb wäre es schön, man könnte gerade für diese Menschen das Bad aufmachen. Auf der anderen Seite gebe es vom Land noch keine Vorgabe. Und pro Besucher zahle die Stadt rund fünf Euro drauf. Wenn die neue Verordnung des Landes nicht praktikabel sei, tendiere er dazu, das Bad nicht zu öffnen, und dafür das Geld in das Ferienprogramm zu investieren.

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