Blumberg – Das Wutachtal wird für die Blumberger Bahnbetriebe und die Stadt Blumberg immer wichtiger. Grund ist der zunehmende Schülerverkehr auf der Schienenstrecke, die die Stadt Blumberg gepachtet hat.

Noch steigen in die Wutachtalbahn vorwiegend Schüler aus und ein. Das soll sich mit dem verbesserten Angebot ab den 16. Dezember ändern. Die Bürgermeister aus Wutöschingen, Eggingen und Stühlingen sehen weiteres Entwicklungspotenzial.
Noch steigen in die Wutachtalbahn vorwiegend Schüler aus und ein. Das soll sich mit dem verbesserten Angebot ab den 16. Dezember ändern. Die Bürgermeister aus Wutöschingen, Eggingen und Stühlingen sehen weiteres Entwicklungspotenzial. | Bild: Gerald Edinger/Archivbild

Das Wutachtal und Blumberg gehören schienenmäßig zusammen. Als die Stadt Blumberg im Sommer 1977 zwischen Blumberg-Zollhaus und Stühlingen-Weizen einen Museumsbahnbetrieb einrichtete, hieß das Kind „Museumsbahn Wutachtal“. Neben der Sauschwänzlebahn, unter deren Namen sie längst weltweit bekannt ist, befuhren die Strecke auch Züge von Waldshut Richtung Immendingen und umgekehrt, allen voran der Orientexpress. An Jubiläen der Sauschwänzlebahn konnten die vielen Besucher oft spektakuläre Lokparaden bestaunen.

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Damit die Museumsbahn nicht eine Schieneninsel wird, kaufte die Verantwortlichen der Stadt die 16 Kilometer Schienenstrecke von Blumberg-Zollhaus bis Hintschingen, wo die Trasse in die Schiene der Schwarzwaldbahn zwischen Offenburg und Konstanz mündet. Nach Westen pachtete die Stadt schon unter Bürgermeister Clemens Stahl (1990 bis 2001) die 20 Schienenkilometer zwischen Weizen, Endbahnhof der Sauschwänzlebahn, und Lauchringen für 25 Jahre. Nun wurde der Pachtvertrag um weitere zehn Jahre bis 31. Dezember 2033 verlängert.

Das Interrresse an der kostenlosen Informationsfahrt mit der Wutachtalbahn war riesig. Noch musste den Farhgästen beim großen Schritt aus dem Zug geholfen werden. In Stühlingen hatte Bürgermesiter Joachim Burger dann für einen Imbiss und Getränke gesorgt.
Das Interrresse an der kostenlosen Informationsfahrt mit der Wutachtalbahn war riesig. Noch musste den Farhgästen beim großen Schritt aus dem Zug geholfen werden. In Stühlingen hatte Bürgermesiter Joachim Burger dann für einen Imbiss und Getränke gesorgt. | Bild: Gerald Edinger (Archivbild)

Die Weitsicht der Verantwortlichen in Blumberg erhielt neue Nahrung, als die Stadt im Jahr 2012 Christian Brinkmann als Geschäftsführer einstellte. Im Jahr 2013 wurde aus dem früheren Eigenbetrieb Museumsbahn die ebenfalls städtische Bahnbetriebe Blumberg GmbH Co. KG. Damit verbunden war der Wunsch, den Bahnbetrieb strategisch auszubauen, was auch geschah.

Gut genutzt wurde 2019 gleich die erste Fahrt der Wutachtalbahn bis Stühlingen. Gezählt wurden immerhin 40 Schüler, die statt dem Bus die Bahn nutzten.
Gut genutzt wurde 2019 gleich die erste Fahrt der Wutachtalbahn bis Stühlingen. Gezählt wurden immerhin 40 Schüler, die statt dem Bus die Bahn nutzten. | Bild: Gerald Edinger (Archiv)

Erster Schritt war der Bau eines zweiten Bahnsteigs in Wutöschingen. Ab dem 16. Mai, so erklärt Christian Brinkmann, fuhr der erste Schülerzug von Waldshut bis Wutöschingen mit der Alemannenschule als Gemeinschaftsschule, die auch Schüler aus Waldshut besuchten. In einem zweiten Schritt meldete Eggingen erfolgreich Interesse am Ausbau des Schülerzugs an für seine Schüler, die Schulen in Wutöschingen und in Waldshut besuchten.

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Im bisher dritten Schritt wurde in Stühlingen unter Bürgermeister Joachim Burger ein Haltepunkt an der Realschule gebaut. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2019 fahren die Schülerzüge von Waldshut bis Stühlingen. An Schultagen verkehren nach Angaben von Christian Brinkmann mittlerweile vier Zugpaare und nach wie vor in der Sauschwänzlebahn-Saison an Sonn- und Feiertagen zwei Zubringer-Zugpaare nach Weizen.

Viel in die Strecke investiert

„Seit 2018 haben wir jährlich rund 250.000 Euro in die Sanierung des Oberbau gesteckt; 75 Prozent davon sind Landeszuschüsse. In 2019 kamen für zwei Bahnübergangs-Sicherungsanlagen nochmal rund 350.000 Euro und für den Haltepunkt Stühlingen rund 160.000 Euro dazu“, sagt Christian Brinkmann. Auch hier gab es Zuschüsse von Kommunen und Land. Bei einem Trassenpreis von derzeit 6,40 Euro pro Zug-Kilometer und rund 28.000 Zugkilometern „erlöst die Untere Wutachtalbahn rund 179.000 Euro jährlich.“

Vorgabe der Bundesnetzagentur

Christian Brinkmann betont: Die Bundesnetzagentur genehmigt unsere Trassenpreise. Nach deren Vorgabe dürfen unsere Trassenpreise nur so hoch sein, dass die Kosten gedeckt werden und wir noch einen kleinen Gewinn machen dürfen.