Die Kreisstraße von Eschach nach Achdorf wird ab Freitagabend wieder wie geplant für den Verkehr freigegeben. Das erklärte Christof Rösch, Projektleiter beim Straßenbauamt des Schwarzwald-Baar-Kreises, am Montag vor Ort bei einem Pressetermin. Das Vorhaben, das zeitgleich zur Sanierung der B 27 zwischen Blumberg und Behla läuft, bedeutet vor allem für die Achdorfer eine Einschränkung, weil sie ihre Ortsteile Eschach und Opferdingen nicht wie gewohnt anfahren können. Doch die Maßnahme war dringend, war doch die Verkehrssicherheit der Straße gefährdet, es drohten Abrutschungen.

Die Firma Hermann aus Furtwangen teert die Kreisstraße über dem neuen Durchlass. Links aus Beton und Stahl ist der neue Amphibiendurchgang zu sehen.
Die Firma Hermann aus Furtwangen teert die Kreisstraße über dem neuen Durchlass. Links aus Beton und Stahl ist der neue Amphibiendurchgang zu sehen. | Bild: Lutz, Bernhard

Seit Mitte August ist die Firma Hermann aus Furtwangen dabei, den weitgehend verstopften Durchlass zu erneuern. Das rund 50 Jahre alte Bauwerk wurde seiner Funktion, den Kennentalbach unter der Straße durchzulassen, nicht mehr gerecht. ein herabgefallener Stein und angeschwemmtes Material hatten den Querschnitt um 90 Prozent reduziert.

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Dadurch, so erläuterten Christof Rösch und Christian Schey, stellvertretender Leiter der Straßenmeisterei, bestand die Gefahr, dass bei Starkregen der Straßendamm aufgeweicht und gegebenenfalls Teile des Damms abgeschwemmt werden. Die Straßenmeisterei habe immer wieder versucht, Abhilfe zu schaffen, letztlich, so die Aussagen, wurden klar, dass das Rohr erneuert werden muss.

120 Zentimeter Durchmesser

Das alte Betonrohr hatte einen Durchmesser von 80 Zentimetern, das neue Rohr hat einen Durchmesser von 120 Zentimetern. In der Rohrsohle wurde eine 20 Zetimeter dicke Sohlsubstratschicht eingebaut, damit das Roh für Kleinlebewesen durchgängig wird.

Neugemacht werden muss an der Kreisstraße von Eschach nach Achdorf auch eine Stützwand am Nägeleseegraben.
Neugemacht werden muss an der Kreisstraße von Eschach nach Achdorf auch eine Stützwand am Nägeleseegraben. | Bild: Lutz, Bernhard

Rutschgebiet

Für die Straßenmeisterei zählt die Kreisstraße von Hausen vor Wald nach Achdorf neben dem Gampen, der Straße von Achdorf nach Blumberg und dem Wellblechweg, der Straße von Achdorf nach Fützen ohnehin zu den Sorgenkinder-Straßen, deren Unterhalt sehr aufwendig sei, weil sie sich in einem Gebiet mit Opalinuston befinden und es dadurch bedingt immer wieder zu Rutschungen und Straßenabbrüchen komme, erklärt Christian Schey.

Für die neue Stützwand am Nägeleseegraben werden aufeinandersetzbare Betonelemente verwendet.
Für die neue Stützwand am Nägeleseegraben werden aufeinandersetzbare Betonelemente verwendet. | Bild: Lutz, Bernhard

Die Stützmauer am Nägeleseegraben bei Achdorf wird aufwendig erneuert

Auf der Kreisstraße von Eschach nach Achdorf wird derzeit auch noch ein zweites Bauwerk erneuert.

  • Zweite Baustelle: Auf der Kreisstraße zwischen Eschach und Achdorf sind die Bagger zugange. Bedingt durch das Rutschgebiet mit dem Opalinuston wird neben dem Kennentalbach-Durchlass noch ein weiteres Bauwerk erneuert.
  • Stützmauer Nägelseegraben: Am Nägeleseegraben hatte die talseitige Stützmauer zum Krottenbach hin schon Risse, erklärte Christof Rösch vom Straßenbauamt des Schwarzwald-Baar-Kreises, „weil der Berg gegen die Wand schiebt“. Dazu drücke noch die Straße auf die Wand.
  • Schwergewichtsmauer: Für die neue Wand entschieden sich die Planer und Straßenbauer für eine andere Methode: eine Schwergewichtsmauer mit aufeinandersetzbaren Betonelementen, die man im Notfall demontieren und wieder neu aufsetzen könne, so Christof Rösch. Denn der Hang werde immer schieben. Deshalb würden auch die dortigen Geländer durch Schutzplanken ersetzt.
  • Viele Bewegungen: An der Straße stellen die Fachleute viele Bewegungen fest, die sich immer wieder deutlich machen: etwa durch Risse im Fahrbahnbelag, wo in regelmäßigen Abständen kleine Abschnitte erneuert werden müssen, oder durch die Beeinträchtigung von Bauwerken wie Durchlässen oder Stützmauern.
  • Amphibienstopprinne: Wegen der zahlreichen Kröten im Gelände wurde am Kennentalbach noch eine Amphibienstopprinne gebaut. Die Amphibienleitbänder sollen dort angeschlossen werden.
  • Kosten: Der neue Durchlass für den Kennentalbach kostet samt dem neu asphaltierten Straßenstück und dem Amphibiendurchgang 120.000 Euro. Die neue Stützwand am Nägeleseegraben kostet 30.000 Euro.

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