Seit drei Wochen sind die Sommerferien vorbei und in den Kindergärten ist der Regelbetrieb wieder angelaufen. Doch in Corona-Zeiten ist dies ein anderer Alltag. Trotz einiger Regelungen, die zum Schutz vor der Ausbreitung des Virus eingehalten werden müssen, ziehen die Verantwortlichen ein erstes positives Fazit. Bislang sei bei der Stadtverwaltung keine Meldung eingegangen, wonach Kinder nach einer Urlaubsreise zunächst in häuslicher Quarantäne hätten bleiben müssen, sagt Hauptamtsleiterin Nicole Schautzgy. Mit den Attesten habe es gut geklappt.

Jede Einrichtung mit eigenem Konzept

In den Gebäuden der Kinderbetreuung mussten keine baulichen Änderungen vorgenommen werden. Für jede Einrichtung wurde geprüft, wie die Corona-Auflagen am besten umzusetzen sind. Hierzu entstanden schließlich individuelle Konzepte, welche für die jeweilige Einrichtung angepasst ist. Stellvertretend für die acht Blumberger Einrichtungen schildern zwei ihren Alltag unter Corona-Bedingungen.

Eltern dürfen Kindergarten nicht betreten

Der katholische Kindergarten Arche Noah in Riedböhringen wird von Annette Schellhammer geleitet. Im Gespräch erzählt sie von den Veränderungen seit dem Ausbruch der Pandemie und der damit verbundenen kurzzeitigen Schließung des Kindergartens Mitte März. Die erste Umstellung im Tagesablauf erfolgt bereits beim Bringen der Kinder am Morgen. Eltern sowie andere außenstehende Personen dürfen das Kindergartengebäude während des laufenden Betriebes nicht betreten, um eine Ausbreitung oder mögliche Ansteckung mit dem Virus zu verhindern.

Leiterin macht Türdienst

Die Leiterin nimmt als „Türdienst“ die Kinder entgegen und übergibt diese beim Abholen wieder an ihre Eltern. Anschließend übernehmen die Gruppenleiterinnen, die zunächst mit jedem Kind gründlich Hände waschen. Anschließend können die Kinder in ihren festen Gruppen miteinander spielen. Abstandsregeln sowie Mund-Nase-Bedeckung sind ausschließlich für die Erzieherinnen empfohlen. Die Verrechnungsstelle in Stühlingen, welche für den katholischen Kindergarten zuständig ist, achte sehr auf die Umsetzung der Vorgaben und unterstütze das Kindergartenteam bei deren Umsetzung, betont Schellhammer.

Tandemgruppen dürfen sich mischen

Die Corona-Verordnung ermöglicht es den sogenannten Tandemgruppen, sich zu mischen. Das bedeutet für die beiden Regelgruppen in Riedböhringen, dass sie zum Beispiel im Garten miteinander spielen dürfen. Lediglich die Kinder der Krippengruppe muss unter sich bleiben. Dies gilt ebenso für das Personal. Weitere Einschränkungen betreffen das Turnen und Singen. Dies ist unter besonderer Beachtung der Hygieneregeln ausschließlich im Freien und mit genügend Abstand möglich. Auch das gemeinsame Kochen sowie ein Obstteller „für alle“ kann momentan nicht angeboten werden.

In Zeiten der Pandemie entsteht bei der evangelischen Kindertagesstätte gerade ein neuer Anbau. Die neuen Möbel sind bereits geliefert und befinden sich derzeit im künftigen Krippenzimmer. Ende des Monats soll der Einzug erfolgen.
In Zeiten der Pandemie entsteht bei der evangelischen Kindertagesstätte gerade ein neuer Anbau. Die neuen Möbel sind bereits geliefert und befinden sich derzeit im künftigen Krippenzimmer. Ende des Monats soll der Einzug erfolgen. | Bild: Simon Bäurer

Auch bei der evangelischen Kindertagesstätte BuchbergArche Blumberg hat sich einiges seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie verändert. Neben dem neuen Anbau, der sich gerade in der Bauendphase befindet, kam der Betrieb unter Corona-Bedingungen hinzu. Seit Beginn des neuen Kindergartenjahres gilt auch hier die AHA-Regel, in langer Form Abstand, Hygiene, Alltagsmaske. Wobei diese Formel nur auf die Erwachsenen zutrifft. Eine Mund-Nase-Bedeckung müsse allerdings innerhalb einer Gruppe nicht getragen werden. Denn Kinder brauchen den Ausdruck von Gestik und Mimik in den Gesichtern der Erzieherinnen und Erzieher, sagt die Leiterin Andrea Lienhard. „Mit der Mund-Nase-Maske würde vieles davon verloren gehen“, sagt sie.

Bewegungsspiele im Freien

Große Bedeutung hat die Hygiene. Auch in der Blumberger Kita müssen sich die Kinder zu Beginn die Hände gründlich mit Flüssigseife waschen. Bewegungsspiele, die zu einem geregelten Kindergartenalltag gehören und für die Entwicklung der Kinder wichtig sind, finden im Freien statt. Dazu nutzen die beiden Gruppen den nahegelegenen Spielplatz im Rempenweg oder gehen gemeinsam mit ihren Erziehern in den Wald.

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Auch hier greift die Möglichkeit der Tandemgruppen, was auch für die beiden Krippengruppen zutrifft. Als große Schwierigkeit erachtet Andrea Lienhard die Tatsache, dass das Personal der beiden Regelgruppen nicht mit dem der beiden Krippengruppen vermischt werden darf. Das zu Geburtstagen mitgebrachte Obst muss zuvor unter Hygienebeachtung von den Erzieherinnen portioniert werden.

Große Elternabende sind untersagt

Weitere Veranstaltungen wie dem jährlichen Sommerfest oder dem St. Martinsumzug konnten beziehungsweise können in diesen Zeiten zum Bedauern aller nicht stattfinden. Ebenfalls untersagt sind Elternabende mit den Eltern aller Gruppen. So wird die Elternbeiratswahl in diesem Jahr erstmals per Briefwahl stattfinden.