Viele Wochen des Wartens hatten am vergangenen Freitag ein Ende. Nach der coronabedingten Zwangspause und dem Aussetzen von Proben und Auftritten von Blasmusikkapellen, traf sich der Musikverein Achdorf jüngst zu seiner ersten Musikprobe. Dass nun wieder gemeinsam musiziert werden kann, ist den zuletzt in Kraft getretenen Lockerungen zu verdanken. In Absprache mit der Blumberger Stadtverwaltung wurde ein fünfseitiges Hygienekonzept erstellt, um alle Vorgaben zum Infektionsschutz und den Hygieneregeln zu erfüllen.

Unter freiem Himmel findet die erste Probe des Musikvereins Achdorf nach der Corona-Zwangspause statt. Ermöglicht wird dies durch ein Hygienekonzept sowie Abstandsregelungen, die für Familienangehörige nicht erforderlich sind. Es ist der Auftakt mit dem neuen Dirigenten Valentin Feucht aus Pfohren. Bild: Simon Bäurer
Unter freiem Himmel findet die erste Probe des Musikvereins Achdorf nach der Corona-Zwangspause statt. Ermöglicht wird dies durch ein Hygienekonzept sowie Abstandsregelungen, die für Familienangehörige nicht erforderlich sind. Es ist der Auftakt mit dem neuen Dirigenten Valentin Feucht aus Pfohren. Bild: Simon Bäurer | Bild: Simon Bäurer

Aus diesem Grund und bis zum Einzug in das neue Probelokal im neuen Achdorfer Feuerwehr- und Vereinshaus finden die Musikproben bis auf weiteres auch unter freiem Himmel statt. Durch das Musizieren an der frischen Luft ist die Gefahr einer Ansteckung durch Aerosolflug geringer, und auch das Einhalten der vorgeschriebenen Abstandsregelungen soll dafür sorgen, dass eine mögliche Ansteckungsgefahr reduziert wird.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Musiker vom Tal kamen mit Freude zu dieser Musikprobe, um ihrer Leidenschaft des gemeinsamen Musizierens wieder nachgehen zu können. Musizieren war in den letzten Monaten nur alleine zu Hause oder per Videokonferenz möglich.

Neuer Dirigent übernimmt Taktstock

Die Wiederaufnahme der gemeinsamen Proben war gleichzeitig auch der Beginn einer möglichen neuen Ära. Die Musiker freuten sich nun endlich, mit ihrem aus Pfohren stammenden neuen Dirigenten Valentin Feucht die erste gemeinsame Probe abzuhalten.

Aus musikalischer Familie

Für den erst 21-jährigen Valentin Feucht ist der Musikverein Achdorf, den er offiziell seit dem 1. März leitet, das erste eigene Dirigat. Der neue Orchesterleiter wuchs in einer musikalischen Familie auf. Mutter Bettina Feucht leitete den Kirchenchor Pfohren und Vater Gerhard Feucht leitete 20 Jahre erfolgreich die Feuerwehrkapelle Pfohren, die bei ihren Auftritten mit Show-Elementen stets für großes Interesse und ein positives Echo sorgte und sorgt.

Das könnte Sie auch interessieren

Schon als Kind hatte Valentin viel von der Arbeit seines Vaters mitbekommen und durfte schließlich irgendwann selbst zunächst kleine Ensembles wie einzelne Register oder vereinzelt Jugendkapellen leiten. Fasziniert von der Arbeit und den Eindrücken verschiedener sehr guter Dirigenten absolvierte Feucht im Jahr 2018 mit gerade einmal 19 Jahren den C3-Dirigentenschein für Blasorchester an der Akademie des Bundes Deutscher Blasmusikverbände in Staufen mit Bravour.

Das könnte Sie auch interessieren

Der neue Orchesterleiter, der selbst dem Schlagzeugregister angehört, spielte bereits in etlichen Amateurorchestern aller Leistungsklassen, sowie bei zwei Profiblasorchestern, dem Landespolizeiorchester Baden-Württemberg und aktuell im Heeresmusikkorps Ulm. Valentin freut sich auf eine lange, musikalisch fordernde und fördernde, abwechslungsreiche Reise mit dem Musikverein Achdorf.

Proben sind nur Open Air möglich

Nach der neuesten Corona-Verordnung gibt es nun endlich auch für die Musikvereine eine Möglichkeit, wieder zu proben. Und sie können allmählich wieder damit beginnen, Konzerte zu planen. Nach den Vorgaben des Bundes Deutscher Blasmusik hat jeder Verein die Möglichkeit, ein für seine Situation entsprechendes Hygiene-Konzept zu erarbeiten und von der Stadtverwaltung Blumberg absegnen zu lassen.

Gefährdung der Bläser berücksichtigen

Das Hygiene-Konzept, so heißt es in den Vorgaben des Deutschen Blasmusikbunds vom 5. Juni, müsse insbesondere die Gefährdung der Bläser berücksichtigen und den jeweiligen Ortsbehörden vorgelegt werden. In Blumberg haben nach Angaben der Stadt inzwischen die Musikvereine Randen, Fützen, Riedöschingen, und Achdorf so ein Konzept erstellt und den Probenbetrieb wieder aufgenommen.

Beim Musikverein Riedöschingen gilt zum Beispiel: Jeder Musiker bringt seinen eigenen Notenständer und seinen eigenen Stuhl mit. Bei der Vereinsbesprechung der Stadt am 30 Juni hatte die Hauptamtsleiterin über die Entwicklung informiert und einen Mindestabstand von zwei Metern gefordert sowie Maskenpflicht vom Betreten des Proberaums bis zum eigenen Stuhl.

Mit der Stadtkapelle noch im Gespräch

Das könnte Sie auch interessieren

Mit der Stadtkapelle Blumberg seien sie noch im Gespräch, sagte Hauptamtsleiterin Nicole Schautzgy, die Scheffelschulaula, Probeort der Kapelle, befindet sich bekanntlich in einem Schulgebäude, das derzeit von der Werkrealschule als Klassenraum genutzt wird. Andreas Kuntz, Vorsitzender Stadtkapelle, hofft, die Aula baldmöglichst wieder nützen zu können. „Wir waren einer der ersten Musikvereine in Blumberg, die ein Hygiene-Konzept vorgelegt haben.“ Bei dem Hygiene-Konzept gehe es nicht nur um die Fläche eines Raumes sondern auch um das Raumvolumen, die hohe Aula wäre von der Fläche und Raumvolumen ideal.
„Je höher der Raum ist, umso mehr Leute können da rein, sagt Andreas Kuntz. Davon betroffen seien auch das Akkordeonorchester und die gesamtstädtische Jugendkapelle. (blu)

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €