Trotz Volldampf bei der Sauschwänzlebahn wird das Corona-Jahr 2020 seine Spuren im Ergebnis von Blumbergs bekanntester Touristenattraktion hinterlassen. Geschäftsführer Christian Brinkmann zieht eine erste Zwischenbilanz: „Für mich ist das Glas generell immer eher halb voll als halb leer“, erklärt der Chef der Sauschwänzlebahn im Gespräch mit dem SÜDKURIER seine optimistische Lebenseinstellung, die sich auch im Blick auf die noch laufende Saison 2020 widerspiegelt.

Zu Beginn der Corona-Pandemie hatten die Bahnbetriebe gemeinsam mit dem Aufsichtsrat zunächst in Erwägung gezogen, überhaupt keine Fahrten durchzuführen und das Jahr ohne Betrieb abzuhaken. „Das wäre wirklich ein Desaster gewesen.“

Das trockene und warme Spätsommerwetter bescherte der Sauschwänzlebahn auch im September bisher zahlreiche Fahrgäste.
Das trockene und warme Spätsommerwetter bescherte der Sauschwänzlebahn auch im September bisher zahlreiche Fahrgäste. | Bild: Conny Hahn

Umso erfreulicher war schließlich die Tatsache, dass der Fahrbetrieb entgegen der ursprünglichen Befürchtungen zum 2. Juli unter Einhaltung der Hygieneauflagen doch noch aufgenommen werden konnte. Seither dampfte die Sauschwänzlebahn bereits an 45 Tagen, jeweils von Donnerstag bis Sonntag, vom Bahnhof in Zollhaus durch das wildromantische Wutachtal bis nach Weizen und wieder zurück.

Die Zahl der Einzelfahrgäste war dabei in etwa vergleichbar mit den Vorjahren, teilweise sogar etwas besser, da viele Menschen aus der Region Tagesausflüge unternahmen und grundsätzlich vermehrt Urlaub im eigenen Land zu verzeichnen war.

Nur ein oder zwei Busse

Stark eingebrochen ist jedoch das Geschäft mit den Busunternehmen, wovon die meisten ihre Fahrten für das gesamte Jahr abgesagt hätten. Erfreulicherweise seien trotz allem dennoch immer wieder auch einzelne Busse mit Besuchern gekommen, so dass statt der sonst üblichen fünf oder sechs Busse immerhin ein oder zwei Busse die dafür ausgewiesenen Parkplätze vor dem historischen Bahnhofsgebäude belegten.

Auch das Wetter spielte mit: Der fast durchweg warme und trockene Sommer lockte zahlreiche Fahrgäste an. Dabei wurde jedoch nie die höchste Waldbrandstufe 5 erreicht, ab der die Bahn nicht mehr mit Dampf fahren darf.

Am meisten ist am Donnerstag los

Der am stärksten frequentierte Fahrtag ist dabei in der Regel der Donnerstag. In den Vorjahren war es der Mittwoch, der jedoch im aktuellen Jahr erstmals entfallen ist, um die Auslastung an den verbleibenden Tagen zu erhöhen und mehr freie Kapazitäten für anderweitige Nutzungen der Strecke etwa für den Güterverkehr zu schaffen. Die früheren Mittwochsgäste fahren jetzt am Donnerstag mit.

Nach einem kleinen Durchhänger an den Freitagen ist der Samstag generell ebenfalls sehr gut besucht, während der Sonntag im Vergleich dazu etwas abfällt. Da das Alter der Bahngäste nicht erfasst wird und lediglich zwischen Karten für Kinder ab vier Jahren und Erwachsenen ab 16 Jahren unterschieden wird, sei die Altersverteilung nicht eindeutig zu belegen, so Brinkmann.

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Rein optisch beurteilt und aufgrund des Rückgangs im Busgeschäft mit vorzugsweise älteren Besuchern hat sich die Altersverteilung zugunsten der jüngeren Besucher verschoben, wobei gerade in den Sommermonaten auch viele Familien mit Kindern unter drei Jahren mit der Sauschwänzlebahn gefahren seien, wie Lorena Bausch vom Gästeservice berichtete.

Bis 18. Oktober jede Woche unterwegs

Bis 18. Oktober ist die historische Bahn noch jede Woche unterwegs, wobei im Oktober lediglich noch an den Wochenenden gefahren wird. Ob die Nikolausfahrten an den ersten drei Adventssonntagen stattfinden, soll noch mit dem Aufsichtsrat geklärt werden.

„Nach aktuellem Stand gehen wir aber davon aus, dass sie durchgeführt werden können“, so Brinkmann. Der September ist bis jetzt gut besucht – bleibt abzuwarten, wie sich die Zahlen bis zum Ende der Saison entwickeln.

Voraussichtlich werden es statt der sonst üblichen etwa 90.000 Fahrgäste pro Jahr diesmal nur etwa die Hälfte sein, wie Christian Brinkmann bekannt gibt, da der Sauschwänzlebahn aufgrund des Einbruchs im Busgeschäft mehr als nur die Fahrgäste der ersten beiden Monate fehlen, in denen die Bahn stillstehen musste. „Das aktuelle Jahr wird auf jeden Fall seine Spuren im Ergebnis hinterlassen, doch zum Glück haben wir auch die Stadt Blumberg hinter uns stehen.“

Hoffnung auf das kommende Jahr

Mit Spannung und vorsichtigem Optimismus schaut Christian Brinkmann auf das kommende Jahr, in dem hoffentlich das Busgeschäft wieder verstärkt anläuft und weiterhin viele Leute im eigenen Land urlauben, anstatt Fernreisen nachzuholen. Gespannt ist er auch, wie sich die ab 2021 erhältliche Gästekarte DreiWelten-Card der Kreise Schwarzwald-Baar und Waldshut sowie des Kantons Schaffhausen auswirkt.

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