Eigentlich freut man sich ja, wenn einen die Eltern am 18. Geburtstag zur Garage lotsen – und als Überraschung ein eigenes Auto präsentieren. So auch Thomas Sausen, der zur Volljährigkeit einen feuerroten Polo geschenkt bekam. Aber die Freude währte nicht allzu lange, denn eigentlich steht Thomas Sausen nicht auf rote Autos.

Abgeschmirgelt

Nun war guter Rat teuer. Doch kurzerhand fand er sich mit dem Papa in der Garage wieder, und der rote Polo wurde eigenhändig abgeschmirgelt. Dann akkurat abgeklebt, und mit Sprühdosen neu lackiert. Doch dabei passierte ein kleiner Fauxpas, denn die Farbe in den Dosen war zwar mit schwarz der richtige Farbton, doch der Lack war matt. Und 1997 waren matt lackierte Autos im Vergleich zu heute sehr sehr selten. „Aber ich arrangierte mich mit dem matten Lack, und auch damit, dass der Polo innen immer noch rot war“, erinnert sich Sausen.

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Viele Blicke

Und so zog er natürlich die Blicke auf sich, auch eine Rocker-Gang machte Sausen mit seinem schwarz matten Polo viele Komplimente. „Und auch gleich kam das Angebot der Rocker, dass wenn ich den Polo mal verkaufen möchte, ich doch bitte gerne bei ihnen anfragen sollte“, lacht der Blumberger. Unternommen hat er mit seinem ersten Gefährt auch allerhand: der Lago Maggiore stand dabei ebenso auf dem Programm wie zahlreiche Feste und Partys, wobei dann auch schon mal in dem Gefährt übernachtet wurde.

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Das Ende des Polos

Nach so zwei Jahren war die Ära Polo dann allerdings auch schon zu Ende: „durch das Musik machen brauchte ich einfach ein größeres Auto, und somit wollte ich den Polo verkaufen“. Wollte? Das ist der richtige Ausdruck, tatsächlich kam nämlich ein Interessent aus dem Motoradmilieu, der den „schwarz Matten“ dann auch mitnahm. „Allerdings stand der zehn Minuten später wieder bei mir auf dem Hof, da der Motor klackerte, eine damalige Krankheit des Polos, was aber keinerlei Beeinträchtigung bedeutete“. Doch der Käufer trat vom Vertrag zurück, „Und glücklicherweise konnte ich ihn dann beim Autohaus, wo ich meinen größeren Wagen kaufte, in Zahlung geben.“