Als Frau in einem typischen Männerberuf hat Nadine Zülke-Schautzgy ihr Wissen und Können weitaus häufiger beweisen müssen als ein Mann. Ihre Geschichte zeigt, wie hart Frauen kämpfen, um in einer Branche mit überwiegend männlichen Kollegen akzeptiert zu werden. Ihre Leistungen haben die Nutzer von www.selbständig-im-handwerk.de jedoch beeindruckt: Sie wählten Nadine Zülke-Schautzgy bereits im Dezember 2020 zur „Frauenpersönlichkeit im Handwerk“, teilt die Handwerkskammer Konstanz mit.

Nur in 3000 von 13.000 Handwerksbetrieben gibt eine Frau den Ton an

Corona-bedingt erhielt die Handwerksmeisterin erst jetzt die Sieger-Urkunde aus den Händen von Kammerpräsident Werner Rottler. „Nur rund 3.000 der fast 13.000 Mitgliedsbetriebe in unserem Kammergebiet werden von Frauen geführt, die meisten davon sind Friseur- und Kosmetiksalons. Sie haben sich als Chefin in einem klassischen Männerberuf durchgesetzt und führen erfolgreich einen SHK-Betrieb – Respekt hierfür und herzlichen Glückwunsch“, gratulierte Rottler.

Das könnte Sie auch interessieren

„Als Frau muss man sich erst beweisen“: Nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung zur Bankkauffrau stieg Nadine Zülke-Schautzgy 1992 in den elterlichen Betrieb Zülke Heizung und Sanitär im Blumberger Stadtteil Riedböhringen ein und absolvierte dort eine weitere Ausbildung zur Gas-Wasser-Installateurin. Im Anschluss folgt die Meisterprüfung. Sie arbeitete im Familienbetrieb mit, bis sie diesen 2010 von den Eltern übernahm. Für die Mitarbeiter war es eine große Umstellung, nun eine Frau als Chefin zu haben. Doch ihr persönlicher Führungsstil kommt im Betrieb sehr gut an: „Wir haben einen sehr harmonischen Umgangston miteinander und auch immer etwas zu lachen, was sehr wichtig ist“, schildert sie.

Sie stehen für die Firma Zülke in Riedböhringen: Die Firmengründer Henni und Werner Zülke sowie die jetzige Inhaberin Nadine Zülke-Schautzgy – hier auf einem Archivbild.
Sie stehen für die Firma Zülke in Riedböhringen: Die Firmengründer Henni und Werner Zülke sowie die jetzige Inhaberin Nadine Zülke-Schautzgy – hier auf einem Archivbild. | Bild: Müller, Jürgen

Viele ihrer Kunden jedoch hätten ihr gerade zu Beginn große Skepsis entgegengebracht. „Von einem Mann setzt man voraus, dass er das, was ihm als Aufgabe gestellt wird, kann, als Frau muss man sich erst beweisen“, berichtet Zülke-Schautzgy aus ihren Erfahrungen. „Aber die, die am skeptischsten waren, sind meine treuesten Kunden geworden“, fügt sie hinzu. Als mitarbeitende Chefin benötigt sie auch den Rückhalt aus ihrer Familie, denn liegengebliebene Büroarbeit muss häufig am Wochenende nachgeholt werden. Doch auch hier hat sie ihren Weg gefunden: „Man muss Prioritäten setzen, was Familie und Freunde angeht und die Zeit, die man hat, effektiv planen und genießen.“

Das könnte Sie auch interessieren

1977 wurde das heutige Unternehmen „Zülke – Heizung, Sanitär und Bäder“ von Werner Zülke und seiner Frau Henriette gegründet. Der Betrieb bietet nicht nur zahlreiche Leistungen im Bereich Heizungsbau, Heizung im Alt- oder Neubau und regenerative Heizungserneuerungen an, sondern ist auch Spezialist für Badsanierungen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mit dem Siegel „Persönlichkeit im Handwerk“ werden auf dem Portal jeden Monat baden-württembergische Handwerker ausgezeichnet, die in einer der monatlich wechselnden Kategorien Frauenpersönlichkeit, Innovator/in, Gründer/in sowie Nachwuchskraft herausragende Leistungen erbracht haben.