Der Luftsportverein Blumberg hat beantragt, die für den Luftlandeplatz in Zollhaus genehmigten Flugzeugkategorien zu ergänzen, unter anderem um die Kategorie ultraleichte Tragschrauber. In Zollhaus hatte sich gegen das Vorhaben Widerstand geregt, etliche Anwohner befürchten dadurch mehr Lärm.

82 Einwendungen

Beim Regierungspräsidium Stuttgart gingen 82 Einwendungen von Privatpersonen ein, teilte Julia Christiansen von der Pressestelle mit. 65 davon in einem einheitlichen Schreiben. Einsendeschluss war der 7. September, in der Zwischenzeit haben die Träger öffentlicher Belange Stellung genommen, heißt es in der Antwort. Die Einwendungen und Stellungnahmen sollen diese Woche an den Luftsportverein übersandt werden, damit er sich dazu äußern kann. Danach werde die Behörde alles prüfen und entscheiden.

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Im Gemeinderat sprach Stadtrat Werner Waimer (FDP) das Genehmigungsverfahren für die Erweiterung an. Anlass war ein anonymes Flugblatt, das in Zollhaus in Umlauf kam, das mehrere Anwohner mit der FDP assoziierten, die sich kritisch gegen das Vorhaben des Luftsportvereins geäußert hatte, weil sie dadurch mehr Lärm für Zollhaus befürchtet, erklärte Waimer.

Hinweis auf Urheber des Flugblatts fehlt

Aus gegebenem Anlass, und um weitere Irritationen vorzubeugen, so Waimer, distanziere sich die FDP von oben erwähntem Flugblatt. „Es fehlt ein eindeutiger Hinweis auf den oder die Urheber und es fehlt auf dem vorgefertigten Schreiben der Hinweis auf die tatsächliche Betroffenheit der Unterzeichner.“ Der FDP-Fraktion gehe es nicht darum, dem Luftsportverein den Flugbetrieb zu verbieten, sondern darum, ob Fluggeräte, die teilweise als sehr lärmintensiv empfunden werden, künftig zugelassen werden oder nicht.

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Es bleibe abzuwarten, wie das Regierungspräsidium entscheide und ob die Behörde alle oder einen Teil der Einwendungen kostenpflichtig zurückweise. Die Windkraftgegner, so Waimer, durften in der Vergangenheit bei einem ähnlichen Verfahren bekannterweise unangenehme Erfahrungen machen. Wenn sich rund 80 Bürgerinnen und Bürger betroffen fühlen, sehen die FDP dringenden Diskussionsbedarf.

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Bürgermeister Markus Keller hatte in der Sitzung ausführlich Stellung bezogen. Gegenüber dem SÜDKURIER sagte er: „Wir haben keine Einwände, unter der Voraussetzung, dass für den Tragschrauber keine unbefristete Genehmigung erteilt wird sondern nur eine befristete. Und wir haben gesagt, dass genau verfolgt werden, dass die Piloten beim Starten und Landen die vorgegebene Platzrunde einhalten und insbesondere Zollhaus nicht unnötig mit zusätzlichem Lärm belasten.“ Und: „Wir waren uns einig, dass wir den Luftsport nicht unmöglich machen wollen sondern verlässliche Regeln benötigen, mit denen alle leben können.“

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Beim Luftsportverein erwartet man die Einwendungen und Stellungnahmen. Vorstandsmitglied Alexander Geisser sieht ein Missverständnis: Viele Einsprecher, mit denen sie inzwischen gesprochen hätten, seien davon ausgegangen, dass sich die Zahl der Flugbewegungen verdoppeln oder verdreifachen werde. Dem sei nicht so.

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