Eigentlich wollte Herbert Riegger sein Museum Moped- und Technikwelt Blumberg in Zollhaus am Samstag, 7. März, wieder eröffnen. Doch die Corona-Pandemie machte ihm und seinem Team einen Strich durch die Rechnung. „Wir hoffen, dass wir so bald wie möglich aufmachen dürfen, sonst sind wir finanziell am Ende“, sagt er.

Träger ist ein gemeinnütziger Verein

Die Einrichtung wird von dem gemeinnützigen Verein zur Erhaltung alter Gebrauchsgüter getragen. „Wir sammeln, erhalten und zeigen Technik von 1870 bis 1984, unter anderem Mopeds, Radio- und Fernsehtechnik, Küchengeräte, Bürogeräte und anderes“ ist der Vereinszweck. Den Winter über wurde eifrig in den historischen Räumen in Zollhaus gearbeitet.

Event-Gewölbekeller

Unter anderem wurden die Toiletten für die Event-Gewölbekeller eingerichtet. Wenn das Museum fertig ist, soll es gut 2000 Exponate vorweisen. Ein Teil davon steht noch in Ühlingen. Ende März will Herbert Riegger mit seiner Frau Iryna nach Zollhaus in das zu dem Gebäudekomplex gehörende Wohnhaus ziehen.

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Sein erstes Moped hatte er mit 16 Jahren. „Seit dieser Zeit bin ich von der Technik und alten Sachen fasziniert“. Später eröffnete in seinem Heimatort St. Blasien das kleine Museum der Oldyträume und hatte einen gastronomischen Betrieb. In Ühlingen-Birkendorf bei Waldshut eröffnete er vor 17 Jahren ein neues Moped- und Technikmuseum. Ende 2017 sah er erstmals den leer stehenden Gebäudekomplex in Zollhaus, wo einst die Postpferde gewechselt wurden.

Liebe auf den ersten Blick

„Es war Liebe auf den ersten Blick“. Im Blumberger Gemeinderat stellte er sein Projekt im folgenden Jahr vor und fand eine positive Resonanz. Nach der Vereinsgründung startete der umfangreiche Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes, er baute eine Heizung ein. An Ostern will er ein Fest veranstalten. Dann können die Besucher die historischen Mopeds, Fahrräder, Musikgeräte und Haushaltsgegenstände bewundern.

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Eine verlässliche Hilfe und Stütze hat er mit Klaus Gehringer aus Tiengen. „Wir brauchen dringend weitere Mitglieder und Unterstützung durch die Bevölkerung“, betont dieser. Wer sich dem Verein aktiv oder passiv anschließt, kann eine persönliche Patenschaft über ein Moped übernehmen. Auch hat er die Gelegenheit, eigene Schätze auszustellen.

In der wärmeren Jahreszeit soll das zweite Stockwerk ausgebaut werden. Hier werden eine Hochzeitsscheune mit der Präsentation von musealen Gegenständen und eine kleine Werkstatt entstehen. Sobald das Moped- und Technik-Museum wieder offen ist, plant das Team eigene Events wie Floh- und Teilemärkte mit Bewirtung, aber auch kulturelle Veranstaltungen.

Schon viele Exponate zu sehen

Vorgesehen sind auch Hausmessen für Sponsoren aus dem Haustechnikbereich. Privatleute und Firmen können die Gewölbekeller mieten. Die Museumsleute werden diese aber auch selbst bewirten. „Viele Leute haben bereits ihre historischen Sachen vorbei gebracht. Wir nehmen auch weiterhin gerne solche sowie Geldspenden entgegen“. Riegger wünscht sich eine gute Zusammenarbeit mit den örtlichen Einzelhändlern, Betrieben und der Stadt Blumberg. Als Selbstständiger handelt er unter dem Namen „Moped und Antike Teilehandel Riegger„ mit Motorradzubehör. „Momentan macht uns Corona schwer zu schaffen“, klagt Klaus Gehringer. Noch schauen beide zuversichtlich in die Zukunft. Sobald es möglich ist, wird das Moped- und Technik-Museum wieder eröffnet. Ein Flyer ist bereits im Druck. Kürzlich hatte Riegger ein Live-Interview im Radio Seefunk. „Junge Leute sollen in der Kunststoff-geprägten Gegenwart hören, was es einst für hochwertige technische Geräte gab.“