Der Kanton Schaffhausen will den Rheinfall noch intensiver zur Energiegewinnung nutzen, etwa das Dreifache der bisher 30 Kubikmeter pro Sekunde. Umweltschützer befürchten, dass dann die Anziehungskraft dieses Wahrzeichens zurück ginge. Raimund Rodewald, Geschäftsführer der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, ist gegen die Wasserkraftnutzung am Rheinfall selbst.

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Es müsse gesetzlich vorgesorgt werden, dass der Rheinfall im Zuge des Atomausstiegs kein Opfer der Schweizer Energiestrategie 2050 werde. Hier vermisst Rodewald die länderübergreifende Zusammenarbeit im Bodenseeraum. Denn der Rheinfall sei ein Identitätsträger für die gesamte Region.

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Der SÜDKURIER hakte bei Baden-Württembergs Tourismusminister Guido Wolf, zugleich Wahlkreisabgeordneter der angrenzenden Südbaar, nach. Wolf rät zur Gelassenheit: „Die Schweizer werden sich die Entscheidung sehr sorgfältig überlegen“, so Wolf. Doch ganz so einfach ist es nicht. Nach dem trockenem Sommer 2018 lag ein Teil des Rheinfalls trocken (Bild). Minister Wolf sieht den Rheinfall als beliebtes Tagesausflugsziel für Urlauber in Baden-Württemberg, Auswirkungen auf den Tourismus im Land werde eine intensiviere Nutzung aber kaum haben.

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Landrat Sven Hinterseh vom Schwarzwald-Baar-Kreis, der mit dem Kanton Schaffhausen wichtige gemeinsame Berührungspunkte pflegt wie in der Randenkommission, beim WasserWeltenSteig und der 3-Welten-Card, erfuhr erst durch den SÜDKURIER von dem Vorhaben. Auch für Landrat Hinterseh ist der Rheinfall als touristischer Anziehungspunkt unumstritten und ein touristisches Highlight nicht nur für die Schweiz, „sondern auch für unsere Gäste und unsere Region.“ Auf Anfrage des SÜDKURIER äußerte sich der Landrat diplomatisch und bat um Verständnis dafür, dass er sich dazu nicht öffentlich äußern wolle. „Wir sind sicher, dass unsere Schweizer Freunde sehr gewissenhaft mit diesem einzigartigen Naturschauspiel Rheinfall umgehen werden.“

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