Martin Wiegand feiert am heutigen Montag im kleinen Kreis in Riedöschingen seinen 80. Geburtstag. Er betrieb einst zusammen mit seiner Frau Agathe ein gut gehendes Lebensmittelgeschäft. Der Kolonialwarenladen war Jahrzehnte lang ein Treffpunkt. Hier konnte man Neuigkeiten austauschen. Es wurden Eisenwaren und Stoffe, Geschirr, Lottoannahme und vieles mehr angeboten. Der Jubilar wuchs in Frankfurt als mittleres Kind von fünf Geschwistern auf. Vater Engelbert stammt vom Vogelsberg, die Mutter Frieda, geborene Roßhardt, aus Hondingen.

Bäckerlehre beim Vater

Martin Wiegand machte bei seinem Vater eine Lehre als Bäcker. Bei einem Fallschirmbataillon der Bundeswehr bewies er seinen Mut. Vom Onkel Max Helbig wurde er 1964 nach Riedöschingen geholt und begann gleich in dessen Laden. 1972 übernahm er das Geschäft, das er 1985 für die Selbstbedienung umbaute. Wegen Unrentabilität wurde es 2010 geschlossen. „Da ich aus Hessen kam, verstand ich anfangs den Riedöschinger Dialekt nicht richtig“, erinnert er sich. Woher sollte er auch wissen, was ein „Scherenglauch“ ist. Damit bezeichnen die Einheimischen ein Kettenglied.

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Da die Lage für ein Einzelhandelsgeschäft immer schwieriger wurde, arbeitete er zehn Jahre als Versandleiter bei der Firma Steinbach in Donaueschingen. In seiner Freizeit widmete er sich der Jagd. Fast jeden Tag schaute er in dem von ihm mitbenutzen Revier nach dem Wild. Er war Mitglied in den meisten Riedöschinger Vereinen. Heute geht er immer noch gerne zum Stammtisch in den Hegauer Hof, wenn Corona es erlaubt. Ehefrau Agathe sang im Kirchenchor und ist immer noch in der katholischen Kirchengemeinde aktiv. Sie kümmert sich auch um die schräg gegenüber wohnenden Flüchtlingsfamilie aus Syrien. Die vielfältigen Kontakte fehlen den Eheleuten.

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