Der zweite Corona-Lockdown wird auch für viele Blumberger das Leben wieder verändern. Wie reagieren Unternehmer auf den Lockdown? Der SÜDKURIER hörte sich um.

  • Gastronomie: Sabine Hille von der Scheffellinde in Achdorf sagt: „Ich hätte nicht gedacht, dass der Lockdown so durchgezogen wird.“ Sie hätten die Tische auseinandergestellt und nach jedem Gast desinfiziert. „Aber es gibt einfach ein paar Wenige, die sich nicht an die Regeln halten.“ Ihre Schwägerin Cornelia Wiggert sieht das genauso: „Und wegen der paar Wenigen müssen wir wieder schließen und haben den Schlamassel.
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  • Für November hätten sie schon viele Absagen, im Moment kämen aber viele Gäste zum Essen, bevor sie ab Montag schließen müssten. Eines fällt Sabine Hille auf: Die Stimmung jetzt sei völlig anders als vor und beim ersten Lockdown im Frühjahr. „Beim ersten Lockdown waren die Leute geschockt, jetzt denken viele, wir nutzten es aus bis zum letzten Moment.“
Bodo Schreiber, Vorsitzender der Werbegemeinschaft „Blumberg Gewerbe Vereint“ befürchtet, dass in den Geschäften weniger eingekauft wird. Bild: Bernhard Lutz
Bodo Schreiber, Vorsitzender der Werbegemeinschaft „Blumberg Gewerbe Vereint“ befürchtet, dass in den Geschäften weniger eingekauft wird. Bild: Bernhard Lutz | Bild: Lutz, Bernhard
  • Einzelhandel: Bodo Schreiber, Vorsitzender der Werbegemeinschaft „Blumberg Gewerbe Vereint“ tut sich mit dem Einordnen des Lockdowns schwer. Er könne noch nicht sagen, welche Auswirkungen der Lockdown habe. Er befürchte aber, dass die älteren Menschen wieder Angst hätten, rauszugehen und dadurch in den Geschäften weniger eingekauft würde. Dabei wäre der Bereich Mode und Bekleidung seiner Einschätzung nach wohl stärker betroffen als die Branche Lebensmittel.
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  • Schlimm findet Schreiber, dass die meisten Leute jetzt wieder Angst bekämen, wie es weitergehen werde und es dadurch zu Hamsterkäufen kommen könnte. Zugute käme der Blumberger Geschäftswelt jedenfalls, dass die Grenzgänger aus der Schweiz weiterhin zum Einkaufen kommen dürften. Gerechnet mit weiteren Einschränkungen habe er in Anbetracht der steigenden Coronazahlen in der letzten Zeit allerdings schon.
Dirk Gosse, Geschäftsführer der Firma Orange Production in Riedböhringen, kritisiert, dass die Politik mehr Veranstaltungen verbiete als nötig wäre. Bild: Bernhard Lutz
Dirk Gosse, Geschäftsführer der Firma Orange Production in Riedböhringen, kritisiert, dass die Politik mehr Veranstaltungen verbiete als nötig wäre. Bild: Bernhard Lutz | Bild: Lutz, Bernhard
  • Veranstaltungen: Dirk Gosse, Geschäftsführer von Orange Production in Riedböhringen: „Wichtiger als der Lockdown ist für uns das Signal der Politik: Nach dem ersten Treffen der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten wurden die nächsten Veranstaltungen bis März gekanzelt. Das heißt, uns fehlt die komplette Planungssichereit und die Perspektive. Eine Gastronomie muss es jetzt erst einmal vier Wochen überstehen, über vier Wochen mache ich mir keine Gedanken.
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  • Wir haben als Firma bis heute keinen einzigen Euro bekommen. Alle Förderprogramme treffen auf uns nicht zu, dabei ist unsere Branche am meisten betroffen. Wir haben den FC Bayern, den DFB, Mercedes, wir haben die letzten Jahre einen guten Job gemacht. Wie es weitergehen soll, weiß ich nicht. So lange die Politik sich nicht mit unserer Branche beschäftigt, haben wir keine Perspektiven.“ Die Politik sind nicht in der Lage um zu kapieren, dass man 85 Prozent der Veranstaltungen so planen kann, dass sie sicher sind. Wir leben derzeit von unserem Ersparten, was ich in den letzten 17 Jahren aufgebaut habe und was eigentlich auch in die Altersversorgung hätte fließen sollen.“
Nadine Götz, Leiterin der Blumberger Touristinfo, betont, der Lockdown bedeutet einen spürbaren Einschnitt. Bild: Bernhard Lutz
Nadine Götz, Leiterin der Blumberger Touristinfo, betont, der Lockdown bedeutet einen spürbaren Einschnitt. Bild: Bernhard Lutz | Bild: Lutz, Bernhard
  • Tourismus: Nadine Götz, Leiterin der Blumberger Touristinfo, bedauert die Entwicklung: „Für den Tourismus ist der Lockdown natürlich schon ein Einschnitt. Übernachten in Hotels (außer bei Geschäftskunden) und bei Privatvermietern sei nicht mehr möglich, ab Montag müssen wir die Wohnmobilstellplätze wieder schließen.“ Zwar seien derzeit nicht so viele Wohnmobilisten in Blumberg oder auf dem neu gerichteten, gut angenommenen Stellplatz in Achdorf, doch Betrieb herrsche normalerweise das ganze Jahr über. Froh ist sie, dass im Sommer im Panoramabad das Open Air-Kino und die drei Open-Air-Konzerte stattfinden konnten. Sie selbst habe in letzter Zeit damit gerechnet, dass es wieder zu weiteren Einschränkungen kommen werde.
Bis TuS-Jugendleiter Marcus Reifenstahl (oben von links) mit seinen Kollegen Guido Klein und Dalibor Celar wieder mit einer Jugendmannschaft spielen kann, bleibt abzuwarten. Bild: Hans Herrmann
Bis TuS-Jugendleiter Marcus Reifenstahl (oben von links) mit seinen Kollegen Guido Klein und Dalibor Celar wieder mit einer Jugendmannschaft spielen kann, bleibt abzuwarten. Bild: Hans Herrmann | Bild: Hans Herrmann
  • Jugendfußball: Bis TuS-Jugendleiter Marcus Reifenstahl (oben von links) mit seinen Kollegen Guido Klein und Dalibor Celar wieder mit einer Jugendmannschaft spielen kann, bleibt abzuwarten. „Wir werden ab sofort den Betrieb komplett einstellen“, sagte Reifenstahl. Abgesagt werden müssen zwei Heimspiele der D- und C-Jugend am Freitag und Samstag, nachdem die drei baden-württembergischen Fußballverbände am Donnerstag beschlossen, den gesamten Spielbetrieb der Herren, der Frauen sowie der Jugend von der Oberliga Baden-Württemberg abwärts mit sofortiger Wirkung auszusetzen und ein Spielverbot zu verhängen.

Jugendleiter bedauert erneuten Lockdown

  • Marcus Reifenstahl bedauert die erneute Schließung des Spiel- und Trainingsbetriebes. „Nach der Wiederaufnahme des Trainings und Spielbetriebs im Juni hatten wir die Kinder alle wieder voll motiviert, jetzt kommt wieder der Stillstand.“ Er betont: „Jetzt müssen ganz viele dafür büßen, dass einige Leute sich nicht an die Regeln halten.“ In den Vereinen sei seines Wissens nie etwas passiert. „Wir hoffen, dass die Corona-Zahlen durch den Lockdown wieder zurück gehen und wir im Dezember möglichst wieder trainieren können.“


Bild: Hans Herrmann

Fitnessstudios

  • Vom Fitnessstudio Clever fit in Blumberg war bei einem persönlichen Besuch noch keine Aussage zu bekommen. Sie seien noch in Abstimmung mit der Geschäftsführung, hieß es.