Blumberg – Wie sieht es im Blumberger Lebensmittelbereich aus? Was machen hier insbesondere die Einzelhandelsgeschäfte? Der SÜDKURIER fragte nach. Nach der Landmetzgerei Schmid in Riedböhringen vor einer Woche mit der 14-tägigen Ausgangssperre sind heute die anderen Betriebe im Raum Blumberg an der Reihe.

In der Metzgerei Zier trotzen Alexander und Christine Zier der Corona-Krisenzeit. Bild: Metzgerei Zier
In der Metzgerei Zier trotzen Alexander und Christine Zier der Corona-Krisenzeit. Bild: Metzgerei Zier | Bild: Metzgerei Zier
  • Metzgerei Zier: Metzgermeister Alexander Zier in Blumberg macht sich Sorgen: Das Geschäft konnte er weiterhin öffnen, doch wichtige Geschäftsbereiche kamen fast ganz zum Erliegen. „Der komplette Partyservice ist weg,“ durch die Umstrukturierung in den Unternehmen kämen deutlich weniger Mitarbeiter der Betriebe, um sich beispielsweise ein Vesper oder ein Mittagessen zu holen, der Mittagstisch stocke fast komplett. Die klassische „Vesperbrotwurst“ sei viel weniger gefragt, weil keine Schulbrote zu richten sind und auch die meisten von zu Hause aus arbeiten. Zudem stellt Alexander Zier fest, dass viele Kunden verunsichert seien, ob sie überhaupt noch in die Geschäfte gehen sollen. So fällt ihm auf, dass er viele vertraute Gesichter im Moment nicht mehr im Laden sieht.
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  • Der wegbrechende Umsatz kam für ihn ziemlich abrupt. Die 1968 gegründete Metzgerei mit 15 Beschäftigten, die seit 1974 in der Tevesstraße ansässig ist, zählt für viele zu den festen Anlaufstellen in dieser Geschäftsstraße. Bezüglich des Sortiments passen wir uns noch mehr den Wünschen der Kunden und auch dem Wetter an. So haben wir unser Grillsortiment speziell zu Ostern kräftig aufgestockt. Das kam sehr gut bei der Kundschaft an. In der Produktion müssten sie flexibler auf das Kaufverhalten der Kunden reagieren. „Das macht auch unsere Betriebsabläufe nicht einfacher.“
In Fützen führen Michael und Manuela Gut die Metzgerei Gut auch durch die Zeit der Corona-Krise. Bild: Bernhard Lutz
In Fützen führen Michael und Manuela Gut die Metzgerei Gut auch durch die Zeit der Corona-Krise. Bild: Bernhard Lutz | Bild: Lutz, Bernhard
  • Metzgerei Gut: Auch die Metzgerei in Fützen mit ihrer Filiale in Stühlingen mit insgesamt 17 Beschäftigten hat Einbußen, allein rund 30 Prozent im Ladengeschäft, Inhaber Michael Gut spricht von einem Existenzrisiko. Komplett weggebrochen sind Michael Gut sämtliche Feste, und die zahlreichen Veranstaltungen, der Partyservice sowie die Lieferung an die Gastronomie. Schon gut angenommen werde der im Zuge des Coronavirus Anfang April eingeführte Lieferservice. Dadurch mit bedingt musste bisher noch keine Kurzarbeit eingeführt werden. „In der Filiale in Fützen haben wir sehr viele treue Kunden“, schildert Michael Gut, „in der Filiale Stühlingen haben wir einen massiven Einbruch, weil wir kein Tagesmenü zum vor-Ort-Verzehr mehr anbieten dürfen.“

Viele Kunden im Homeoffice

  • Viele Kunden seien im Homeoffice, und da die anderen Geschäfte auch geschlossen hatten, sei der Besuch in Stühlingen allgemein zurückgegangen. Dazu kommt: In Stühlingen fehlt mir meine Schweizer Stammkundschaft.“ Seit 72 Jahren existiert der Metzgerei-Betrieb, den sein Großvater August Gut gegründet hat, den dann sein Vater Gerhard und sein Onkel Herbert Gut führten, und den Michael und seine Ehefrau Manuela am 1. Januar 2014 übernahmen. „ich habe ein super Team“, ihm würde es in der Seele weh tun, müsste er auch nur einen Arbeitsplatz streichen.
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  • Bäckerei Knöpfle: Blumbergs einzige Bäckerei mit Backstube vor Ort erlebt drastische Rückgänge. Von den sonst zahlreichen Kunden am Tag fehlen über die Hälfte, schildert Nicole Knöpfle. Um die 63 Arbeitsplätze des mehr als 100 Jahre bestehenden Betriebs erhalten zu können, wird seit 23. März kurz gearbeitet. Die Filiale in der Hauptstraße, die normalerweise vormittags geöffnet ist, ist derzeit ganz geschlossen, weil unter anderem zum Beispiel die Schüler fehlen. Wie auch im Hauptgeschäft, ist im Jim Knöpfle an der B 27 der Kaffeebereich komplett geschlossen. Sonst kommen neben vielen Ortsansässigen dort viele Kunden vom durchfahrenden Verkehr; nun wird viel kurz und im Homeoffice gearbeitet.
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  • Auch die Grenzschließung zur Schweiz ist spürbar, verkauft wird alles nur zum Mitnehmen, denn nur maximal drei Leute dürfen im Geschäft sein. Das funktioniere mittlerweile sehr gut, die Kunden seien sehr verständig. Da kaum mehr Reisende unterwegs sind, ist das Jim Knöpfle sonntags geschlossen. Im Hauptgeschäft in der Tevesstraße fehlen die Mitarbeiter der umliegenden Firmen und abends die Menschen, die normal Feierabend haben. Auch im Liefergeschäft gibt es einen drastischen Rückgang. „Bei den Firmen werden zum Beispiel keine Meetings mehr abgehalten.“ Die ganze Hotellerie fehlt, ein spürbarer Kundenrückgang. Klagen will Nicole Knöpfle trotzdem nicht. „Wir dürfen immerhin noch verkaufen“, betont sie und fügt hinzu, von den Kunden kämen auch schöne Rückmeldungen und ein Danke, dass sie weiter da seien. Stolz ist Nicole Knöpfle auch auf ihre Mitarbeiter, „wir haben ein super Team – alle ziehen an einem Strang“. Trotz der Corona-Zeit, in der sie drei Schulkinder beim Lernen betreut, blickt die Chefin positiv nach vorne: „Die Krise ist auch spannend, es entstehen viele neue Ideen – #wirbackendas!“

 

 

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