Gehofft hatten die Narren im Raum Blumberg schon. Gehofft, dass sie am Schmutzigen Donnerstag wenigstens kleine Aktionen machen könnten. Für die Narren ist es einer ihrer Hauptkampftage, an der Befreiung des Narrensamens in den Kindergärten und Schulen durch die Narrenvereine und die Musikkapellen sind fast die halbe Kernstadt und die halben Stadtteile beteiligt. Doch mit der Verlängerung des Lockdowns bis Fastnachtssonntag, 14. Februar, wurde dieser Hoffnung der Boden entzogen.

Elke Bellhäuser von der Narrengesellschaft liebt Fastnacht.
Elke Bellhäuser von der Narrengesellschaft liebt Fastnacht. | Bild: Bernhard Lutz (Archivbild)
  • Elke Bellhäuser, zweite Vorsitzende der Blumberger Narrengesellschaft, sagte dazu auf: „Damit haben wir schon gerechnet. Momentan haben wir nichts mehr geplant, es ist einfach nicht machbar. Wir haben auch eine Verantwortung. Wir hatten überlegt, einen Narrenbaum zu stellen, das geht auch nicht, weil dafür mehrere Leute nötig wären und das der Corona-Verordnung widersprechen würde.“ Um die Fastnacht wenigstens ein bisschen sichtbar zu machen, will die Narrengesellschaft Figuren ihrer acht Gruppen in gezielten Blumberger Geschäften, die auch jetzt noch geöffnet haben, ausstellen.

Ehrenpräsident Dieter Selig zeigt Verständnis

  • Dieter Selig, Ehrenpräsident der Blumberger Narrengesellschaft, zeigt für die Verlängerung des Lockdowns Verständnis: „Die Gesundheit geht vor“. In seiner Zeit als Vorstandsmitglied hatte er während des Golfkriegs 1991 zwischen dem Iran und dem Irak erlebt, dass die Fastnacht ganz abgesagt wurde. Selig hatte auch damals Verständnis: „Der Grund für die Absage war die Sicherheitslage, weil man befürchtet hatte, dass es Anschläge auf die Fastnacht geben könnte.“
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  • Daniel Schmid, Vorsitzender des Riedböhringer Narrenrats, bedauert, dass der Lockdown nun auch über den Schmutzigen Donnerstag geht. „Das ist traurig und schade, aber unterkriegen lassen wir uns nicht.“ Sie hätten auch schon ein oder zwei Ideen, wie sie die geliebte Fastnacht doch noch ein bisschen zelebrieren könnten, etwa über das Internet. Ende Januar würden sie im Vorstand in einer Video-Konferenz darüber beraten.
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  • Dirk Steuer, Ortsvorsteher von Nordhalden und Vorstandsmitglied bei den Randenwölfen, erklärte, sie sähen natürlich die Notwendigkeit der Verlängerung, deshalb seien sie nicht völlig verwundert. „Aber für die Organisatoren ist es schon schade, weil sie sich viele Gedanken gemacht haben.“ Ideen gebe es schon, zum Beispiel, dass eine einzige Person im Rahmen einer sportlichen Aktivität kleine närrische Akzente setzt.
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  • Michael Fischer, Präsident der Randenwölfe Nordhalden-Neuhaus hatte auch auf mehr närrische Freiheiten gehofft. „Das macht es natürlich schwierig für uns und unsere Events, alles ist noch aufwendiger.“ Die Randenwölfe hatten schon im Vorfeld zu einem Lumpeliedle-Contest aufgerufen: Wer will, kann bis zum 30. Januar ein Video einsenden. Am Samstag, 6. Februar werden dann die Videos präsentiert und bewertet. Der Sieger wird online live gewählt. Erste Erfahrungen mit Online-Formaten hatten die Randenwöfle am 11.11. gesammelt, als sie sich zum ersten Mal in ihrer Geschichte zu einer Online-Fastnachtseröffnung im Netz trafen. Den Programmabend am 13. Februar machen sie online: für alle Interessierten.
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  • Die Pfetzerzunft Zollhaus/Randen präsentiert Auszüge Ihrer närrischen Gerichtsverhandlungen auf Facebook und die ganzen Texte auf ihrer Homepage: www.pfetzerzunft-zollhaus-randen.de.