Nach dem Aufheben der landesweiten Ausgangssperre ab 20 Uhr sehen Blumbergs Bürgermeister Markus Keller und seine Kollegen im Schwarzwald-Baar-Kreis eine große Gefahr. Die Gefahr, dass viele meinen, der Beschluss des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg, das die Ausgangssperre aufhob, bedeute zugleich auch, dass die Kontaktsperre aufgehoben sei. Doch die bestehende Kontaktsperre bleibe nach wie vor, betonte der Blumberger Bürgermeister gegenüber dem SÜDKURIER.

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Überrascht habe ihn der Berichtsbeschuss nicht, es sei schon angezeigt angesichts der sinkenden Infektionszahlen. Doch eines betonte das Stadtoberhaupt: „Ich weiß nicht, ob die Aufhebung wirklich vor dem Schmutzigen Donnerstag sein musste.“

„Vielen Firmen geht die Luft aus“

Sorge bereiten Keller auch die Auswirkungen der Corona-Verordnungen auf die Wirtschaft. Er nehme eine zunehmende Verdrossenheit wahr, vielen Firmen und Einzelhändlern gehe so langsam „die Luft aus“. Deshalb hätten die Bürgermeister im Schwarzwald-Baar-Kreis vorige Woche auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier gemeinsam geschrieben.

Corona-Verordnung ungerecht

Gefragt, ob es gerecht sei, dass Supermärkte und Vollsortimenter auch Blumen, Spielsachen und Parfümerie-Artikel verkaufen dürften, Blumenläden, Spielwarenläden oder Parfümerien aber geschlossen bleiben müssten, antwortete Keller, die Corona-Verordnung sei objektiv gesehen nicht gerecht. Es gebe eben einen Bestandsschutz, dass auch Blumen oder andere Waren verkauft werden dürften, wenn der Anteil der Lebensmittel mehr als die Hälfte des Sortiments ausmache.

Auch Gastronomie und Frisöre brauchen Perspektiven

Gefragt, ob es nicht endlich an der Zeit sei, dass auch Frisöre und die Gastronomie wieder öffnen dürften, äußerte Keller, er finde es aufgrund der sinkenden Infektionszahlen jetzt geboten, „dass der Einzelhandel, die Gastronomie und die Frisöre eine verlässliche Perspektive bekommen.“ Die Leute müssten einen Fahrplan erhalten mit allen Anhaltspunkten und Konsequenzen.

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Eine neue Verordnung für Blumberg sieht der Bürgermeister nicht auf die Eichbergstadt zukommen. Dabei wies er darauf hin, dass bei den maßgebenden Inzidenzwerten der Schwarzwald-Baar-Kreis zuständig sei, wenn, der Wert auf mehr als 50 Neuinfiziert innerhalb einer Woche steige, hochgerechnet auf 100.000 Einwohner. Blumberg hatte in der Zeit von 2. bis 9. Februar drei Neuinfizierte. Bei etwas mehr als 10.000 Einwohnern liegt der Inzidenzwert damit etwas unter 30 Personen.

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Festlegen werde die Stadtverwaltung, wie es mit dem Einzug der Kindergartengebühren für Februar weiter gehe. Für Januar hat die Stadt den Einzug für die städtischen Einrichtungen ausgesetzt, ob sie erlassen werden, muss der Gemeinderat entscheiden.