Stadtrat Dieter Selig (CDU) Bild: Bernhard Lutz
Stadtrat Dieter Selig (CDU) Bild: Bernhard Lutz | Bild: Lutz, Bernhard
  • CDU: Fraktionssprecher Dieter Selig würdigte zunächst das umfangreiche Zahlenwerk der Verwaltung, ohne sich oder die Fraktion zu positionieren. Für die CDU seien Zahlen aber nicht der entscheidende Faktor. Für eine Entscheidung gebe es mehrere Gründe: soziale Gründe, das Schutzgut Mensch und die Umstände bei einem Badbesuch. Die Virologen gingen davon aus, dass in Schwimmbädern keine erhöhte Infektionsgefahr bestehe, weil das Wasser gechlort werde. Beim Anstehen an den Kassen, Toiletten oder auf den Liegewiesen müssten die Kontaktbeschränkungen und der Mindestabstand von eineinhalb Metern eingehalten werden.
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  • Für jeden Badegast, so erklärte Selig, müsste daher eigenverantwortliches Handeln selbstverständlich sein. Dass diese Eigenverantwortung noch immer nicht jedem bewusst sei, habe die erneute Schließung des Spielplatzes Weihergrube gezeigt (Anm. d. Red. Dort hatten Jugendliche gefeiert und über die Stränge geschlagen). Wie leistungsstark das Coronavirus sei, habe man bei den Infektionen im Rahmen eines Gottesdienstes in Bremerhaven, in einem Hochhauskomplex in Göttingen, in den Fleischfabriken oder gerade aktuell in Peking beobachten können. Die Entscheidung, ob das Bad öffnen soll, müsse jeder für sich treffen.
Stadtrat Werner Waimer (FDP) Bild: Bernhard Lutz
Stadtrat Werner Waimer (FDP) Bild: Bernhard Lutz | Bild: Lutz, Bernhard
  • FDP: Fraktionssprecher Werner Waimer betonte, bei der Schließung von Einrichtungen seien sich alle einig gewesen. Bei der Lockerung hingegen habe fast jeder der Erste sein wollen. In der ganzen Diskussion sei eine Gruppe vergessen worden: Kinder, Jugendliche und Familien. Und gerade die Familien hätten bei den coronabedingten Einschränkungen die Hauptlast tragen müssen. Bei all den Entscheidungen und Vorgaben gebe es zu viel Bürokratie, kritisierte Werner Waimer. Der Maßnahmenkatalog der Landesregierung für die Sportstätten umfasse sieben Seiten, die Stadtverwaltung habe das auf zwei Seiten zusammengefasst. Die FDP stimme der Badöffnung zu. Wenn das Bad öffne, hätten sie eine Bitte: Familien, Kindern und Jugendlichen den Vortritt zu lassen.
Stadtrat Hannes Jettkandt (Freie Liste) Bild: Bernhard Lutz
Stadtrat Hannes Jettkandt (Freie Liste) Bild: Bernhard Lutz | Bild: Lutz, Bernhard
  • Freie Liste: Fraktionssprecher Hannes Jettkandt schloss sich seinen Vorrednern an. Die Mittel für die Badesaison seien im Haushalt eingestellt. Die Verwaltung habe ein sehr fundiertes Konzept vorgestellt, es gebe keinen Schichtbetrieb mit der damit verbundenen Desinfektion beim Besucherwechsel, was den Betrieb erleichtere. Und 500 Besucher bedeute, dass bis auf wenige heiße Wochenenden alle Badegäste Eintritt haben könnten. Das Personal müsse sicherzustellen, dass die Hygiene-Vorgaben eingehalten werden. Entscheidend für sie sei, das Bad zu öffnen. Ob es zehn Wochen auf haben könne, liege ganz wesentlich davon ab, ob die Besucher die Hygiene-Vorgaben einhielten. Noch vor wenigen Tagen und Wochen hätte wahrscheinlich niemand daran gedacht, dass das Bad öffnen könne.
Stadträtin Ursula Pfeiffer (SPD) Bild: Bernhard Lutz
Stadträtin Ursula Pfeiffer (SPD) Bild: Bernhard Lutz | Bild: Lutz, Bernhard
  • SPD: Fraktionssprecherin Ursula Pfeiffer ging ebenfalls kurz auf die jüngste Entwicklung ein. Für die Badöffnung seien viel Aufwand und viel Organisation nötig. Doch das sei hier gerechtfertigt: „Wir wissen, wie schwierig die vergangenen Wochen für die Familien waren“, durch Kindergarten- und Schulschließungen oder Kurzarbeit. „Es kamen viele Familien auf uns zu und haben gesagt, macht das Bad auf.“ Die SPD stimme zu.
Stadtrat Hermann Zorbach Bild: Bernhard Lutz
Stadtrat Hermann Zorbach Bild: Bernhard Lutz | Bild: Lutz, Bernhard
  • Hermann Zorbach: Der fraktionslose Stadtrat stellte sich hinter die Entscheidung, das Bad zu öffnen. Für ihn sei entscheidend, dass die Bürger bei der Online-Buchung der Eintrittstickets Hilfe von der Touristinformation erhalten könnten. Nicht jeder habe Internet.

Eine Anregung für die Kontrolle im Becken

  • Bodo Schreiber (Freie Liste) dankte für die gute Vorlage und berichtete, in anderen Freibädern werde mit farbigen Armbändern gearbeitet, um die Anzahl der Schwimmer zu kontrollieren. Bürgermeister Keller antwortete, sie würde das prüfen, sie wollten den Badebetrieb aber möglichst frei gestalten.

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