Mit Betroffenheit reagiert man im Awo-Ortsverein Blumberg auf die Entwicklung im Awo-Kreisverband Schwarzwald-Baar. Hatte das neue Projekt in der Blumberger Hauptstraße 71 mit verzögerten Belegung der Tagespflege und der Betreuten Wohngruppe doch maßgeblich dazu beigetragen, dass der Kreisverband Ende 2019 Insolvenz anmelden musste, und der Geschäftsbetrieb zum 1. Oktober von den Maltesern übernommen wird.

Der Betrieb in Blumberg läuft weiter

Der Betrieb selbst in dem neuen Awo-Gebäude läuft ganz normal weiter, hieß es dort auf Anfrage. Doch die Awo-Ortsvorsitzende Brigitte Hellwing und ihr Team schmerzt das Aus des Awo-Pflegebereichs: „Es tut weh“, sagte sie und habe ihr eine schlaflose Nacht bereitet. Das einzig Gute sei, dass das Personal fast vollständig übernommen werde. Der Ortsverein werde nach einer neuen Möglichkeit für die Seniorennachmittage suchen.

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Betroffen zeigte sich auch die zweite Vorsitzende des Awo-Ortsvereins, Stadträtin Ursula Pfeiffer. „Wir waren sehr stolz und haben uns gefreut über das Haus, das auch innen schön eingerichtet war,“ sagte sie. Die endgültige Insolvenz war für sie ein Schlag, den sie erst einmal verkraften müsse. Auch sie sieht die verzögerte Belegung als Grund: Die Belegung der Wohngruppe hätte eigentlich im April 2019 beginnen sollen, es sei August/September geworden, die Tagespflege sei auch nicht gleich belegt gewesen, „und dann kam Corona„. Schwierige Bedingungen.

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Der Blumberger Ortsverein bleibe aber bestehen, betonten Brigitte Hellwing und Ursula Pfeiffer, „wir haben unser eigenes Geld“.

Stadträtin Ursula Pfeiffer (SPD)
Stadträtin Ursula Pfeiffer (SPD) | Bild: Lutz, Bernhard

Anfang Dezember 2019 hatte es noch besser ausgesehen. Rund zwei Wochen nachdem der Verband Insolvenz angemeldet hat, kamen aus Blumberg positive Rauchzeichen. „Die ambulant betreute Wohngemeinschaft für Senioren ist nun komplett belegt“, hatte Awo-Kreisgeschäftsführer Gerald Weiss erklärt, und die Belegung der Tagespflege war von 30 Prozent am 19. November auf 44 Prozent angestiegen, es hatte sich eine verstärkte Nachfrage abgezeichnet. Doch dann kam Corona.

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