Höhepunkt war ein grenzüberschreitender Aktionstag am Grenzübergang am 6. April 2016. Den hatte die Industrie und Handelskammer (IHK) organisiert und er wurde von einem breiten Bündnis aus Gemeinden, Städten, Landkreisen, Kammern, Gewerkschaften, Verbänden, Politik und der deutschen und Schweizer Bevölkerung unterstützt. Der Widerstand zeigte Erfolg: Im Februar 2017 wurde bekannt, dass die Schweiz ihr Zollamt Bargen im bisherigen Umfang weiter betreiben will. Kollektives Aufatmen.

So berichtete der SÜDKURIER im April 2016 über den Aktionstag der IHK.
So berichtete der SÜDKURIER im April 2016 über den Aktionstag der IHK. | Bild: SÜDKURIER Medienhaus

Aus Anlass des Jubiläums hat sich der Roman Dörr vom Zollinspektorat Partteln mit der Geschichte des Grenzübergangs Bargen beschäftigt. Er schreibt in einem Beitrag für die Schweizer Zollverwaltung, dass „im 14. Jahrhundert die Stadt Schaffhausen das Zollrecht vom Kloster Allerheiligen übernahm und eine erste Zollstelle in einem Bauern- und Wirtshaus einrichtete. Mit dem Beitritt zur Eidgenossenschaft, 1501, hatte Schaffhausen die Zollhoheit gegen die Habsburger und Fürstenberger abzusichern. Während der von Napoleon I. verhängten Kontinentalsperre musste die Grenze mit Landjägern besetzt werden. 1848 ging die kantonale Zollhoheit an die Eidgenossenschaft über. 1849 wurde der zweite Zollkreis geschaffen und die Zollstelle Bargen zur Hauptzollstätte erhoben. Nach mehrmaliger Verlegung fand sie von 1885 bis 1963 in einem einfachen Zollhaus mitten im Dorf eine Bleibe.“

Das könnte Sie auch interessieren

Während den beiden Weltkriegen sei die Zollstraße geschlossen geblieben, so Dörr. Und weiter: „Im Oktober 1945 wurde sie für den Personenverkehr wieder geöffnet. Mit der wachsenden Bedeutung der Straße Zürich – Donaueschingen – Stuttgart florierte das Zollamt Bargen. Zur Steigerung der Abfertigungskapazität nahm die Zollverwaltung 1954 für den Fahrzeugverkehr eine Baracke in Betrieb. 1963 folgte ein Provisorium für die Verzollung von Handelswaren. Aber der Standort der Zollstelle, drei Kilometer von der Grenze entfernt, blieb unbefriedigend.

Das könnte Sie auch interessieren

Der Bau der schweizerischen Autostraße N 4 führte zur Verlegung der alten Zollanlage an den heutigen Standort. In der Märzsession 1965 bewilligten die eidgenössischen Räte den Neubau der Zollstelle Bargen. Wegen der schwierigen Topografie einigten sich die schweizerische und die deutsche Zollverwaltung auf örtlich getrennte Zollanlagen. So kam das neue Zollamt Bargen zweieinhalb Kilometer von der Landesgrenze entfernt, zu stehen. Die deutsche Zollverwaltung baute ihre Anlage 500 Meter weiter in Neuhaus.“