Blumberg/Grimmelshofen – Neben den Schienen vor der Wutachbrücke liegen 184 Brückenbalken. Deutlich zu riechen ist der Teer, mit denen die 2,20 Meter langen Balken aus Hartholz imprägniert wurden. Sie sollen 50 Jahre halten, sagt Christian Brinkmann, Geschäftsführer der städtischen Bahnbetriebe Blumberg. Die bisherigen Balken seien nicht so stark imprägniert gewesen und müssen nun nach rund 20 Jahre ersetzt werden.

Seit Mitte Februar ist die Firma Kaiser Gleisbau aus Thann in der Rhön auf der 107,5 Meter langen und 28 Meter hohen Brücke zugange. Zuerst wurden die Bleche zwischen den Schienen entfernt, die verhinderten, dass Personen, die über die Brücke gingen, in die Tiefe stürzen konnten. Unter den Balken sowie an der Seite sind derzeit grüne Fangnetze gespannt: für alle Fälle.

Bernd Rauch von der Firma Kaiser kommt mit einem Schraubenpflug, der die fest sitzenden großen Stahlschrauben aus den alten Brückenbalken dreht, sein Kollege Rainer Bahn entfernt mit einem Akkuschrauber die kleineren Schrauben.

Alles muss genau passen, es ist Maßarbeit, macht Geschäftsführer Brinkmann deutlich. Jeder der 184 Brückenbalken ist individuell gemessen und gefräst. An der Seite steht die jeweilige Balkennummer, die sich am Brückengeländer noch einmal findet. So wird auf der gebogenen Brücke sichergestellt, dass jeder Balken an der richtigen Stelle eingesetzt wird.

  • Wenn alle Vorarbeiten erledigt sind, werden die Schienen auf der Brücke aufgeschnitten und abgetrennt, damit die Balken ersetzt werden können. Ein Zweiwegebagger wird dann jeweils 13 Balken ausbauen und wieder einbauen, die die Arbeiter dann festschrauben. Zwischen den Brückenpfeilern ist dann viel Luft, eine gefährliche Arbeit. "Beim Ersetzen der Balken sind wir angeschnallt", erklärt Rainer Bahn. Er kennt sich aus, er war schon beim Sanieren der anderen großen Brücken der Sauschwänzlebahn mit dabei.
  • Mit der Wutachbrücke wird die letzte der vier großen Brücken der Sauschwänzlebahn saniert. Es begann mit dem Talviadukt Epfenhofen, gefolgt vom Biesenbachviadukt zwischen Blumberg-Zollhaus und Epfenhofen und voriges Jahr dann der Talübergang Fützen. Danach seien dann die Tunnel an der Reihe, sagt Geschäftsführer Christian Brinkmann.
  • Antransport auf der Schiene: Das schwere Material können die Bahnbetriebe diesmal übrigens auf der Schiene an Ort und Stelle transportieren: Durch den Grimmelshofer Tunnel dürften sie auch im Winter fahren, weil dort keine Fledermäuse festgestellt wurden, erläuterte Geschäftsführer Brinkmann, das Material werde am Bahnhof Grimmelshofen aufgeladen.

Kosten (netto)

Talübergang Epfenhofen (2014/15): 550 000 Euro

Biesenbachviadukt (2016): 450 000 Euro

Talübergang Fützen (2017): 350 000 Euro

Wutachbrücke (2018); 350 000 Euro

Der Streckenabschnitt von Weizen bis Lauchringen soll gerichtet werden

Intensiv beschäftigt die Verantwortlichen der Bahnbetriebe Blumberg die 20 Kilometer Schienenstrecke vom Endbahnhof Weizen bis Lauchringen, die die Stadt als Eigentürmerin der Museumsbahn am 3. Januar 2001 für 25 Jahre gepachtet hat.

  • Besprechung: Im Juli 2017 lud Christian Brinkmann, Geschäftsführer der Bahnbetriebe Blumberg, Bürgermeister und Politiker zu einer gemeinsamen Besprechung ein. Darunter waren die Bundestagsabgeordneten Felix Schreiner (CDU) und Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD), die in Lauchringen wohnt, sowie ein Vertreter des Landesverkehrsministeriums.
  • Kosten: "Uns kostet die Strecke mehr, als dass sie einbringt", sagt Christian Brinkmann. Die Einnahmen sind die Trassengebühren für den Zubringer der Sauschwänzlebahn von Waldshut über Lauchringen nach Weizen, der während der Saison an Sonn- und Feiertagen verkehrt, sowie vom Schülerzug, der an Schultagen zwischen Waldshut und Eggingen fährt. Dagegen stehen die ganzen Unterhaltskosten.
  • Spurweite: An der Strecke nagt der Zahn der Zeit. Am 6. November musste der Abschnitt gesperrt werden, weil die Spurweite und die Gleisgeometrie nicht mehr intakt waren, schildert Christian Brinkmann.
  • Sanierung: Bis zum 1. Mai soll die Strecke wieder so gerichtet werden, dass der Zubringer zur Sauschwänzlebahn fahren kann, die am 28. April in die Saison 2018 startet. Rund 250 000 Euro kostet die Sanierung, davon würden 75 Prozent durch das Eisenbahnfinanzierungsgesetz gedeckt, sagt Christian Brinkmann und 25 Prozent durch die Bahnbetriebe, immer noch ein großer Brocken. Die Verhandlungen laufen, der Geschäftsführer hofft, "dass wir bis zum 1. Mai alles schaffen und der Zubringer wieder fährt.
  • Wutöschingen will Gymnasium: Neue Nahrung für den Erhalt des Steckenabschnitts sind die Pläne Wutöschingens, in der Gemeinschaftsschule, der Alemannenschule, eine gymnasiale Oberstufe einzuführen. Wutöschingen hätten ein großes Einzugsgebiet, viele Schüler aus Richtung Lauchringen und aus Richtung Stühlingen könnten mit der Bahn anreisen. die Chancen steigen, weil der Bonndorfer Gemeinderat dieses Jahr übereinkam, selbst kein Gymnasium oder eine gymnasiale Oberstufe einzurichten.
  • Straßenverkehr nimmt zu: Geschäftsführer Christian Brinkmann sieht für die Schiene im Wutachtal gute Chancen: Täglich fahre er von Ühlingen-Birkendorf auf der B 314 nach Blumberg, der Straßenverkehr nehme zu, vor allem der Schwerverkehr.
  • Fahrgastzahlen: Die Bahnbetriebe hoffen nach einigen schwierigeren Jahren wieder auf bessere Zeiten. Dieses Jahr hätten sie bisher schon so viele Vorbuchungen wie noch nie, berichtet der Geschäftsführer, doch voriges Jahr hätten sie auch schon viele Vorbuchungen gehabt, aber die Saison sei dann nicht so gut gelaufen. Letztlich wurden rund 95 000 Fährgäste notiert, erwartet hatte man 100 000. (blu)