Der Kampf um die Windkraft und speziell um den geplanten Windpark auf der Länge nimmt Fahrt auf. Wer Informationsbedarf hat, der sollte am Sonntag, 17. September, möglichst beide Informationsveranstaltungen besuchen: Um 16 Uhr in Donaueschingen auf dem Festplatz Gerbewies, wo ein Aktionsbündnis für die Energiewende informiert, darunter ist auch das von Bürgern gegründete Unternehmen Solarcomplex, das sieben der bisher zwölf geplanten Windräder mit einer Höhe von 230 Metern bauen will. Um 18 Uhr informiert am 17. September das Forum "Rettet die Länge" in der Riedöschinger Kompromissbachhalle aus ihrer Sicht über die Energiewende und die Länge als Lebensraum für Mensch und Tier. Doch der Kampf wird mit Spießen geführt, die ungleich lang sind. Die "Bürgerinitiative zum Schutz des Hochschwarzwalds", deren regionale Abteilung das Forum "Rettet die Länge" ist, muss sich alles selbst erarbeiten, es sind meist Bürger, die sich so zum ersten Mal engagieren und lernen müssen, sich zu organisieren, zu artikulieren und vor allem das Thema zu strukturieren. Das hat sich beim ersten Informationsabend im Längehaus gezeigt. Die Amateure der Bürgerinitiative kämpfen gegen Profis: Behörden, Firmen oder traditionelle Verbände, die genau wissen, worauf es ankommt, um eigene Argumente gezielt anzubringen und zu platzieren.

Unstrittig ist wohl, dass es höchste Zeit ist, die unsägliche Atompolitik mit all den Gefahren und Verharmlosungen zu beenden, nirgends sonst darf man eine Technologie betreiben, ohne dass die Entsorgung gesichert ist. Die Energiekonzerne freilich haben daran gut verdient, und der "Kompromiss" beim Ausstieg, für den die Konzerne sich mit 30 bis 40 Milliarden Euro freikaufen können, bedeutet, dass die Bürger die Konzerne und deren Aktionäre auch noch nach Ende des aktiven Atomzeitalters subventionieren. Die Politik ist auch die Krux bei der Windkraft, der Bürger zahlt durch die EEG-Umlage kräftig mit. Solange die Industrie keine Möglichkeiten hat, einen Teil ihres Stroms dezentral vor Ort zu produzieren, und solange es keine ausreichenden Speicher für Überkapazitäten aus der Windkraft gibt, ist die Frage berechtigt, ob so gravierende Landschaftseingriffe wie für den Windpark auf der Länge gerechtfertigt sind, wo für die zwölf Windräder 11,6 Hektar Wald gerodet werden müssen. Hier gilt es genau zu prüfen, ob der ökologische Schaden nicht größer ist als der ökonomische Nutzen. Kein Landwirt würde zusätzliche Felder für den Anbau erwerben, wenn er nicht genügend Lagerfläche hätte.

Umso wichtiger wäre eine gemeinsame Veranstaltung der Gemeinden Blumberg, Hüfingen und Donaueschingen, wo Vertreter beider Seiten zu Wort kommen und die Bürger Fragen stellen könnten. Würde auf die Länge ein Atomendlager kommen, würde es so eine Veranstaltung sicher geben. Weshalb eigentlich nicht beim Windpark?