In der Haushaltsberatung beantragte Hondingens Ortsvorsteher Rolf Schwenk, die dieses Jahr im Haushalt stehenden 10 000 Euro für einen Brunnen umzuwidmen für ein Vordach auf der Eingangsseite des Rathauses für Schüler, die mit dem Bus fahren. Wegen der späteren Konstituierung des Ortschaftsrats in Hondingen kämen sie erst jetzt dazu, den Antrag zu stellen.

Künftig fast 60 Prozent mehr Busse im Ort

Mit dem neuen Busfahrplan werden ab 15. Dezember würden auf der Rathausseite 59,8 Prozent mehr Busse fahren, damit werde die Haltestelle vor dem Rathaus viel mehr frequentiert als bisher. Der relativ kleine Platz, auf dem derzeit schon der Weihnachtsbaum steht, wäre mit einem Brunnen überfrachtet.

Das Buswartehäuschen in Hondingen steht auf der gegenüberliegenden Seite des Rathauses. Bild: Bernhard Lutz
Das Buswartehäuschen in Hondingen steht auf der gegenüberliegenden Seite des Rathauses. | Bild: Lutz, Bernhard

Bürgermeister Markus Keller erklärte, den Brunnen habe man zwei Jahre geschoben. Er regte an, zuerst einmal abzuwarten, wie sich die Situation ab Mitte Dezember entwickeln werde. Man müsse sich fragen, wenn ein Brunnen jahrelang wichtig sei und plötzlich an Bedeutung verliere, wie wichtig er wirklich sei. In der Kernstadt gebe es viele Bushaltestellen wie vor der Realschule in der Achdorfer Straße, wo die Schüler im Ferien warten müssten. Er könne dem Antrag nicht zustimmen.

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SPD-Stadträtin Ursula Pfeiffer konnte dem Antrag zustimmen. Die SPD habe schon vor Jahren einen Antrag für einen geschützten Unterstand auf der Rathausseite gestellt. Es sei gut, dass der neue Ortschaftsrat das Ohr bei den Bürgern habe.

Stadtrat Horst Fürderer stellt Situation klar

Gegen den Antrag sprach sich Hannes Jettkandt, Sprecher der Freien Liste, aus. sie hätten das Ganze vor drei Jahren beschlossen, ein Buswartehäuschen dort reiche. Alt-Ortsvorsteher Horst Fürderer wehrte sich gegen den Vorwurf der SPD, der frühere Ortschaftsrat habe das Ohr nicht bei den Bürgern gehabt. Er gebe Ortsvorsteher Schwenk und Stadtrat Jettkandt recht, auf der rechten Straßenseite solle kein Buswartehäuschen hinkommen sondern nur eine Unterstellmöglichkeit.

Baum gepflanzt

Der Platz, der auch die Behindertenrampe umfasse, sei kleiner geworden. Dort sei ein Baum gepflanzt worden, sie seien sich schon im alten Ortschaftsrat nicht mehr ganz sicher gewesen mit dem Brunnen. Neu sei, dass künftig fast 50 Prozent mehr Busse durch Hondingen fahren. Diese veränderte Situation und die Frage, wie man die Mittel jetzt verwende, so erklärte Fürderer, sei seit ein paar Wochen auch ein Gesprächsthema zwischen dem Stadtbauamt, ihm und Ortsvorsteher Rolf Schwenk.

Kein Geld mehr im Haushaltsentwurf

Bürgermeister Markus Keller sagte, für den Haushaltsentwurf 2020 hätten sie gar kein Geld mehr für einen Brunnen vorgesehen.

CDU-Fraktionssprecher Dieter Selig betonte, 56 Prozent mehr Busse bedeuteten nicht 56 Prozent mehr Fahrgäste. Für das Buswartehäuschen gegenüber dem Rathaus hätten sie 23 000 Euro ausgegeben. In Blumberg warteten die Fahrschüler an der Achdorfer Straße und anderswo im Freien.

„Klassischer Fall“

Für Stadtrat Hermann Zorbach ist dies ein klassischer Fall: „Wenn die Dorfbevölkerung über den Ortschaftsrat neue Erkenntnisse gewinnt, sollte man dem nachkommen.“ Wenn im jetzigen Haushalt kein Geld stehe, sollte man das ein Jahr schieben. Die Abstimmung ergab fünf Ja-Stimmen: die drei SPD-Mitglieder Ursula Pfeiffer, Sarah Bank und Luis Rocha dos Santos, Horst Fürderer (CDU) und Hermann Zorbach (fraktionslos).

Bürgermeister Markus Keller stellt klar: „Wenn wir Mittel für etwas einstellen, kann das nicht umgewidmet werden.“

Situation ab 15. Dezember

Derzeit fahren noch einige Busse aus Leipferdingen durch Hondingen, und die müssen dann im Ort eine Schleife durch die Frühlingsstraße fahren. Und da ist es egal, in welcher Richtung er fährt. Künftig fahren aber nur noch wenige Busse aus Leipferdingen. Die Hauptlinie wird von Donaueschingen über Fürstenberg kommen, und da ist die Haltestelle auf der Rathausseite.