Im Rahmen des Stadtwaldbegangs machte sich der Gemeinderat mit Vertretern des Forstamtes sowie den städtischen Revierleitern ein Bild der aktuellen Lage und Gegebenheiten im Blumberger Stadtwald. Bürgermeister Keller wies auf die Bedeutung des Waldes für die Stadt Blumberg hin, die mit einer Stadtwaldfläche von 2880 Hektar unter allen 1101 Städten und Gemeinden Baden-Württembergs der zwölftgrößte Waldbesitzer ist.

Die Betriebsstellenleiterin Baar des Kreisforstamtes in Donaueschingen, Virginia Lorek, gab den Anwesenden einen kurzen Überblick über die aktuellen Entwicklungen im Blumberger Stadtwald, die anschließend an verschiedenen Waldbildern vor Ort praktisch näher aufgezeigt wurden.

Beim ersten Waldbild in der Nähe des Gemeinschaftshauses in Zollhaus ging es um die Kalamität durch den starken Borkenkäferbefall, der hauptsächlich die Fichten betreffe, wie Revierleiter Stefan Riedmüller erläuterte. Aufgrund länger anhaltender Trockenperioden seien die Bäume so geschwächt, dass ihre natürliche Abwehr durch vermehrten Harzausfluss, um den Käfer zu ertränken, nicht mehr funktioniere. Eine wirkungsvolle Bekämpfung gebe es nicht, so dass betroffenes Holz nur möglichst schnell gefällt, aufgearbeitet und aus dem Wald zu transportiert werden könne um somit einen weiteren Befall zu verhindern. Der Preisverfall auf dem Holzmarkt durch die großen Mengen Schadholz sei jedoch enorm.

Auf der Ottilienhöhe erörterte Virginia Lorek das Konzept der Ökopunkte im Wald, die das Bundesnaturschutzrecht vorsieht, um Eingriffe in den Naturhaushalt durch Ausgleichsmaßnahmen zu kompensieren. Diese werden in einem Ökokonto geführt und können durch Aufwertungsmaßnahmen generiert werden. Dazu gehört zum Beispiel das Alt- und Totholzkonzept, das auf ausgewählten Flächen mit einer Kombination aus Refugien und Habitatbaumgruppen einen Nutzungsverzicht und damit den Erhalt bis zum natürlichen Zerfall vorsieht. Ein weiteres Beispiel erläuterte Patrick Egle mit dem Lichtwald am Buchberg-Hang Richtung Fützen, wo ein solcher durch Entnahme von Bäumen zur Entstehung lichter Strukturen etabliert werden könnte und dann durch kontinuierliche Pflegemaßnahmen für 25 Jahre erhalten werden müsste. Im Falle einer nachgewiesenen Ansiedlung bestimmter Tierarten gibt es zusätzliche Ökopunkte.

Klimastabile Mischwälder für die Zukunft waren das Thema beim vierten Waldbild zwischen Riedböhringen und Opferdingen. Die Stadt Blumberg hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil der Nadelbäume von mindestens 50 Prozent zu erhalten. Während der Anteil der Laub- und Nadelbäume in den älteren Altersklassen relativ ausgeglichen ist, finden sich in den Jungholzbeständen mit Bäumen jünger als 20 Jahre nur weniger als 30 Prozent Nadelbäume, was bedeutet, dass die Naturverjüngung offensichtlich nicht funktioniert. Das gesetzte Ziel kann also nur durch die künstliche Einbringung neuer Nadelbäume erreicht werden. Allerdings herrscht in großen Teilen des Stadtwaldes ein hoher Wildverbiss, der die stark verbissgefährdeten Arten wie Weißtanne und Ahorn bei nicht ausreichendem Schutz durch enge Zäune weiter zurückdrängt und eine Entmischung der Bestände zur Folge hat. Um dem entgegenzuwirken, sei ein angepasster Wildbestand eine empfehlenswerte und notwendige Maßnahme, so Lorek.