Im Gemeinderat gab es am Donnerstag gleich zu Beginn eine längere und heftige Diskussion. Die CDU-Fraktion hatte beantragt, die Vergabe der Neuausrichtung für die Blumberger Spielplätze zu vertagen, für die Mehrheit von Freier Liste, SPD, Stadtrat Hermann Zorbach und Bürgermeister Markus Keller war die Sache entscheidungsreif.

Von zwei Anbietern, die die Spielplatzkommission beide mit 25 Punkten bewertet hatte, entschied sich der Gemeinderat für die Firma Spessart Holzgeräte. Sie hatte für die ersten Spielplätze dieses Jahr ein Angebot von 254 607,36 Euro abgeben, 100 000 Euro günstiger als der zweiter Anbieter.

Den CDU-Antrag begründete Sprecher Dieter Selig: Die Firma Spessart habe überwiegend die vorgegebene Grundausstattung angeboten, die Firma Kompan habe weitere Spielgeräte im Angebot, deshalb sei ein Kostenvergleich nicht möglich. Beide Firmen sollten ein Angebot nur mit einer Grundausstattung samt Montagekosten abgeben, die CDU plädiere dafür, den Punkt zu vertagen, die Spielplätze Fützen und Epfenhofen sollten zudem im Ortschaftsrat vorberaten werden.Von Freier Liste und SPD kam erheblicher Widerspruch.

Die Freie Liste unterstütze den Antrag der CDU nicht, sagte ihr Sprecher Hannes Jettkandt. Die Vertagung würde bedeuten, dass man die Planung auf Null zurücksetze, der vorgesehene Vergabetermin von 31. Mai wäre nicht haltbar, weil sie wegen der Pfingstferien nur noch zwei Wochen Zeit hätten, ein Konzept auf die Beine zu stellen. Damit düpiere man auch die Vorschläge der Spielplatzkommission, eine Umsetzung des Spielplatzkonzepts 2016 sei dann nicht mehr möglich.

Die SPD sehe dies auch so, erklärte ihre Sprecherin Ursula Pfeiffer. Die Spielplatzkommission habe am 29. September ihre Arbeit aufgenommen, sie seien zum Konsens gelangt, alle Spielplätze sollten eine Grundausstattung erhalten. Sie sei erstaunt, dass die Spielplätze in Epfenhofen und Fützen nun noch im Ortschaftsrat beraten werden sollten. Eine erneute Verzögerung um einen Monat stelle die ganze Konzeption in Frage.

CDU-Stadtrat Dieter Selig erwiderte, er sei seit Oktober 2010 im Gemeinderat, in dieser Zeit hätten die Freie Liste und die SPD nie beantragt, die Mittel für die Spielplätze zu erhöhen. Fünfeinhalb Jahre hätten diese Fraktionen die Hände in die Hosentasche gesteckt.

Bürgermeister Markus Keller stellte klar, die Spielplatzkommission sei eine Ergänzung für die Beratung im Gemeinderat, sie habe vorgearbeitet. Es gehe um das subjektive Empfinden, was für die Stadt passt. Das Ziel haben wir doch alle das Gleiche: Die Infrastruktur für die Kinder und Jugendlichen zu verbessern.“

Die Firmen Kompan und Spessart stellten ihre Konzepte vor. Die Firma Kompan wurde 1970 gegründet und hat Spielgeräte wie die Federtiere entworfen, sagte Regionalleiter Patrick Altenida. Die Gestaltung ihrer Geräte sei aus Holz, Kunststoff und Metall. Die Firma Spessartholz wurde 1979 gegründet, ihr Grundprogramm bestehe aus Holz, dies sei der einzige Werkstoff mit einer positiven CO-Bilanz.

Der Gemeinderat stellte Fragen, vor der Entscheidung gab es eine Beratungspause. Mit 14:10 Stimmen ging der Auftrag an die Firma Spessartholz.


Spielplatzkommission

In der Kommission sind Stadtbaumeister Uwe Veit, Hochbautechniker Heiko Müller, Bauhofleiter Michael Gräble, drei Vertreter der Fraktionen, Dieter Selig (CDU) Stefan Zürcher ( Freie Liste) und Ursula Pfeiffer (SPD) sowie Cornelia Rösch-Hewer, die Leiterin des Kindergartens Epfenhofen. (blu)