Seit vielen Jahrzehnten organisiert die Blumberger Narrengesellschaft am Fasnachtssonntag einen Umzug durch Blumberg. Doch nie zuvor stand der närrische Lindwurm so sehr im Blickpunkt der Öffentlichkeit wie in diesem Jahr – weil er wegen strenger Sicherheitsauflagen auf der Kippe stand. 18 Ordner sollten dort, wo die Umleitungsstrecke den Narren in die Nähe kommt, Absperrelement bewachen. Diese Zahl hat das Landratsamt in letzter Minute auf vier reduziert. Und siehe da: Auch mit deutlich weniger Ordnern als zunächst geplant lief der Umzug unfallfrei, friedlich und unter bester Stimmung ab.

Kleine Kinder, die ganz große Augen bekommen, wenn sich ihnen eine Hexe mit Hakennase und Besen nähert – und strahlen, wenn sie von ihr eine Tüte Gummibärchen oder einen Keks zugesteckt bekommen. Junge Dinger, die ein Konfettibad nehmen müssen oder von einem Doggerz-Teufel einfach über die Schulter gelegt werden. Narren, die ihre riesigen Peitschen gekonnt knallen lassen und Musikgruppen, deren Klänge die Menschen am Straßenrand zum Tanzen oder zumindest zu einem Hüftschwung animieren: Das alles sind Szenen, die sich gestern Nachmittag beim großen Sonntagsumzug der Narrengesellschaft Blumberg zugetragen haben. Mehrere Hundert gutgelaunte Besucher standen entlag des Umzugwegs Spalier für den närrischen Lindwurm und beantworteten das ihnen entgegengerufene "Hallo!" mit einem ebenso lautstraken "Narro!".

32 Gruppen und Vereinigungen, allesamt aus Blumberg und den Ortsteilen, hatten beim Schwarzen Mann Aufstellung bezogen und sind dann in Richtung Stadthalle marschiert, wo schließlich fröhlich und ausgelassen weitergefeiert wurde. Am Marktplatz war am meisten los, hier staute der Umzug immer ein wenig. Grund: Narrenpräsident Dieter Selig und sein Vize Marc Lengsfeld hielten hier Mikrofone in der Hand und berichteten Wissenswertes über die Zünfte oder freien Gruppen. In der Stadthalle wurde schließlich die Prämierung vorgenommen. Ein Jury hatte darüber zu entscheiden, wer das Umzugsmotto "Ein Comic-Held rettet die Narrenwelt" am besten umgesetzt hat.

 

Prämierung

Mit der Prämierung endet traditionell das Unterhaltungsprogramm in der Stadthalle, das sich an den Umzug anschließt. Bei den Gruppen landete der Kinder-Kegel-Clan aus Riedböhringen auf Platz drei, auf Rang zwei kam die Talemer Benjamin-Blümchen-Garde und den Sieg holte sich der Seppelwaldverein, dessen Mitglieder als Wecker verkleidet an der Uhr gedreht haben. Bei den Wagen gewannen die Riedböhringer Bächli-Narren. (hon)