Premiere feierte die Trachtengruppe Riedöschingen am Montag beim Kirchgang zum Ostergottesdienst in der Sankt Martinskirche: erstmals präsentierte sie sich in ihren neu angeschafften Trachten.

Da die Trachten nach und nach in die Jahre kommen und ausbleichen und eine Restaurierung fast so kostspielig ist wie eine Neuanschaffung, ist es etwa alle 15 bis 20 Jahre an der Zeit für eine Erneuerung des Kleiderbestands. Bereits vor zwei Jahren beschloss der Verein, in neue Damen-Mieder zu investieren. Bis das Vorhaben allerdings vollständig in die Tat umgesetzt war, gab es allerhand zu tun. Eine geeignete Schneiderin fanden die Mitglieder im nahen Jestetten. Für die Suche nach einer Stickerin für die handbestickten Mieder mussten sie ihren Radius allerdings ziemlich erweitern, schließlich wurden sie in München fündig. Nach einem persönlichen Termin zum Maßnehmen und Abstimmen in Riedöschingen legten die Mieder etliche Kilometer auf dem Postweg zwischen Riedöschingen, Jestetten und München zurück, bis letztlich alles perfekt passte.

Die sieben neuen Trachtenmieder wurden im gleichen Stil wie die Vorgängermodelle gefertigt, von denen die neueren nach wie vor in Ordnung sind und getragen werden. So ist sichergestellt, dass Alt und Neu gut zusammen passen. Ein Stück weit ist die Gestaltung der Tracht an die Vorgaben der Baaremer Tracht gebunden, die für die Mieder eine handgefertigte Bestickung mit heimatlichen Blumenmotiven vorsieht. Gewisse Freiheiten bestehen jedoch, so dass sich die zukünftigen Trägerinnen der Mieder kreativ zeigten und in Abstimmung mit der Stickerin die bisherigen Motive mit neuen Ideen kombinierten und teilweise abwandelten.

Das Ergebnis ist rundum gelungen und kann sich absolut sehen lassen, wie die Damen beim Kirchgang am Ostermontag stolz zeigten, als sie den Ostergottesdienst in Tracht besuchten und am Ende die über 200 mit den Kindern der Kindertrachtengruppe ausgeblasenen und bemalten Ostereier an Zweigen aufgehängt an die Besucher verteilten. Auch der Vorsitzende Gerd Martin zeigte sich sichtlich erfreut, dass die Anschaffung der Mieder erfolgreich abgeschlossen werden konnte, da dies für einen kleinen Verein wie die Trachtengruppe ein sehr kostspieliges Unterfangen sei, das neben einem Zuschuss durch den Bund Heimat und Volksleben zum Großteil der Verein trage.