Blumberg – Zuversicht prägte den Blumberger Neujahrsempfang 2020. Mehr als 400 Besucherinnen und Besucher waren ein neuer Rekord. Die Wertschätzung Blumbergs zeigte sich auch an Prominenz aus Wirtschaft und Politik, darunter IHK-Vizepräsident Steffen Würth, zwei Abgeordnete, Landrat Sven Hinterseh und vier Bürgermeister, darunter OB Jürgen-Roth aus Villingen-Schwenningen.

Beim Neujahrsempfang in der Stadthalle dirigiert Michael Jerg noch einmal die Blumberger Stadtkapelle.
Beim Neujahrsempfang in der Stadthalle dirigiert Michael Jerg noch einmal die Blumberger Stadtkapelle. | Bild: Roland Sigwart
  • Zum stimmigen Auftakt intonierte die Stadtkapelle Blumberg, die noch einmal von ihrem bisherigen Dirigenten Michael Jerg dirigiert wurde und den Empfang würdig umrahmte, den Titel „Evening at Pop´s“ von John Williams, die Olympiafanfare von Seoul. Bürgermeister Markus Keller wie auch Justizminister Guido Wolf würdigten die Stadtkapelle als Aushängeschild Blumbergs und, so Wolf, des gesamten Schwarzwald-Baar-Kreises, die Aktiven um die Vorsitzende Angelika Sedlak erhielten einen Sonderapplaus.

Neuer Flächenfaktor bringt Geld

  • Bürgermeister Markus Keller hatte gute Nachrichten: Der neue Flächenfaktor beim kommunalen Finanzausgleich werde Blumberg in den nächsten zehn Jahren ein Einnahmenplus von 860 000 Euro bescheren. Keller nannte Schwerpunktaufgaben wie die Digitalisierung im Achdorfer Tal, im Gewerbegebiet in Riedböhringen sowie Fützen, Kommingen, Hondingen und Riedöschingen sowie Betreuung und Bildung. In der evangelischen Kindertagesstätte entstehen weitere 20 Plätze, trotzdem würden in wenigen Jahren Plätze und Fachkräfte fehlen.
  • Beim Schulcampus sei der erste Bauabschnitt für Grundschule und Mensa beschlossen. Jetzt sollen Pläne für den zweiten Bauabschnitt (Werkrealschule und Realschule) entwickelt werden.

Sportzentrum

  • Vom Bund hätten sie für die Sanierung 2019 wegen des überzeichneten Förderprogramms keine Zuschüsse erhalten. Jetzt müssten sie mit dem TuS Blumberg und den Leichtathleten des TSC Blumberg eine neue Lösung entwickeln. Für die Jugendarbeit gelte es nach dem Weggang des Streetworkers, ein neues Konzept zu entwickeln, gerne mit Beteiligung der Jugendlichen.

Wohnraum

  • Die Nachfrage steige. In der Kernstadt, Hondingen und Riedböhringen werden neue Bauplätze geschaffen, es sollen aber alle Teilorte auf Neubaugebiete überprüft werden.
  • Die Wirtschaft wie der Schwarzwaldhof investiere weiter in den Standort Blumberg, es sei nötig, neue Gewerbeflächen auszuweisen.

Feuerwehr

  • Ein Garant für Sicherheit sei die Freiwillige Feuerwehr, das Feuerwehr- und Vereinshaus in Achdorf werde dieses Jahr fertig gestellt, und die Wehr erhalte eine eigene Drehleiter.
  • Ausblick 2020: Ein Dauerthema bleibe die Durchgängigkeit der Wutach bei Achdorf, das Aufschütten des Wehrs sei mit mehr als einer Millionen Euro zu teuer. „Wir brauchen Alternativen, die finanziell tragbar sind.“ Dazu kommt das Gebäudekonzept mit den Hallen in Riedöschingen, Riedböhringen, Fützen, Randen und Zollhaus.
  • Ortsumfahrungen: Die Planung für Randen laufe gut, so Bürgermeister Keller, dringend nötig sei aber auch die Umfahrung für Zollhaus, deren Planung 2021 beginnen solle.

Steuererhöhungen

  • All die Angebote tragen zu einer Steigerung der Lebensqualität und Attraktivität der Stadt bei, und dies müsse auch finanziert werden. Deshalb habe der Gemeinderat die Realsteuern maßvoll angepasst.

Grußworte

  • Den Landtagsabgeordneten Guido Wolf beschäftigt, wie es gelinge, die gute wirtschaftliche Situation in ein Gefühl der Zufriedenheit umzusetzen. Wichtig sei die landesweite medizinische Versorgung, „deshalb haben wir die Landarztquote durchgesetzt.“ Kritik äußerte Wolf an der jungen Generation, die die Generation ihrer Großeltern wegen derem ökologischem Bewusstsein kritisiere. Die Großeltern, so betonte Wolf, seien nicht mit dem Flugzeug in den Urlaub geflogen. Landrat Sven Hinterseh stellte fest, in Blumberg passiere viel Gutes. Er nannte zwei große gemeinsame Themen: Den weiteren Glasfaserausbau und das Umsetzen des Nahverkehrsplans, für den der Schwarzwald-Baar-Kreis schon rund 20 Millionen Euro investiert habe. Ein freundliches Grußwort sprach auch die Landtagsabgeordnete Doris Senger.
  • Nachdem die Stadtkapelle die Europahymne, die Nationalhymne und das Badnerlied intoniert und viele Anwesende mitgesungen hatten, begann ein munterer Gesprächsaustausch.