Frau Wölfle, womit beschäftigen Sie sich derzeit als Elternbeiratsvorsitzende?

Ich beschäftige mich mit der gesamten Situation der Realschule und den Belangen der Eltern.

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Aufgrund der Vorgaben der Landespolitik müssen die Realschulen inzwischen auch den Hauptschulabschluss anbieten. In den Klassen fünf und sechs wird jedoch auf mittlerem Niveau unterrichtet, wie wirkt sich das auf die Abläufe in der Schule aus?

Bäurer: In den Klassenstufen fünf und sechs, der so genannten Orientierungsstufe, wirkt es sich relativ wenig aus, weil wir alle Schüler auf dem mittleren Niveau (m-Niveau) unterichten.

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Wie viele Schüler an der Realschule sind derzeit dort, um den Hauptschulabschluss zu machen?

Bäurer: Im siebten Schuljahr sind es derzeit sieben von 80 Schülern, im achten Schuljahr sind von 85 Schülern zurzeit sieben Schüler auf G-Niveau (Hauptschulniveau). Diese Schüler werden in den Kernfächern Deutsch, Mathematik und Englisch in kleinen Gruppen unterrichtet, was für uns stundenplantechnisch eine große Herausforderung ist, weil der Unterricht der betreffenden Klassen immer gleichzeitig auf G- und auf M-Niveau stattfinden muss.

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Was bedeutet diese Situation für die Eltern?

Wölfle: Von den Eltern in Klassen mit G- und M-Niveau erhalte ich oft Rückmeldungen: Die Eltern, deren Kinder auf G-Niveau unterrichtet werden, haben die Sorge, dass ihre Kinder in den Fächern außer den Kernfächern überfordert sind. Die Eltern von Kindern auf M-Niveau wiederum haben Angst, dass ihre Kinder unterfordert sind beziehungsweise dass ihnen nachher irgendwo Lernstoff fehlt.

Bäurer: Von Seiten der Schule versuchen wir, dieses Problem zu minimieren, indem wir pro Klassenstufe jeweils nur eine Klasse mit G- und M-Schülern mischen. Außerdem erhalten diese Klassenlehrer jeweils noch eine zusätzliche Klassenlehrerstunde.

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Die Realschule Blumberg hat in den letzten 15 Jahren ihr Einzugsgebiet gezielt erweitert, zum einen, um möglichst in allen Klassenstufen dreizügig zu bleiben, zum anderen, um ihren Stellenwert zu steigern. Dadurch kommen viele gute Schüler von auswärts nach Blumberg. Was bedeutet das für die Blumberger Schüler?

Wölfle: Ich erlebe öfter Blumberger Eltern, die Angst haben, dass ihre Schüler in den Schatten gestellt werden.

Bäurer: Nach meiner Ansicht ist diese Angst unbegründet. Wir haben in allen Klassen fast identische Notenschnitte, egal ob es sich um auswärtige oder um Blumberger Schüler handelt.

Ein zunehmend wichtiges Thema wird die Prävention.

Wölfle: An mich wird immer mehr herangetragen, dass die Thematik mit Mobbing, Drogen und Gewalt zunimmt. Deshalb habe ich auch den Kontakt zu dem bekannten Anti-Mobbingtrainer Carsten Stahl aufgebaut für einen Präventionstag. Das Ganze wird auch von der Stadt Blumberg unterstützt.

Bäurer: Ich bin mit der Elternbeiratsvorsitzenden der Meinung, dass die Prävention ein sehr wichtiges Thema ist. In jeder Klassenstufe haben wir Präventionsschwerpunkte. Im fünften Schuljahr ist das Verkehrsprävention, im sechsten Schuljahr der Umgang mit Medien und Cybermobbing, im siebten Schuljahr Gesunde Ernährung und Rauchen, im achten Schuljahr Alkohol, im neunten und zehnten Schuljahr Drogen und Prävention gegen Extremismus. Schon seit ein paar Jahren haben wir an der Schule einen Präventionsbeauftragten, der die Veranstaltungen koordiniert nach den Empfehlungen des Landes: von stark, stärker, WIR. Diese Präventionsarbeit ist auch im Schulcurriculum verankert.

Welche Bedeutung hat in diesem Zusammenhang die Schulsozialarbeit?

Bäurer: Ich bin sehr dankbar, dass die Stadt Blumberg die Schulsozialarbeit so stark unterstützt. Dadurch haben auch das Kollegium und die Schülerschaft eine kompetente Ansprechpartnerin.

Wölfe: Auch die Eltern sind froh, dass die Stadt das finanziert, weil es jetzt einen Ansprechpartner gibt, egal ob es schulische Belange sind oder private Belange.

Fragen: Bernhard Lutz

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