Wie das kirchliche Leben für die Seelsorgeeinheit Blumberg weiter gehen soll, darum geht es am kommenden Sonntag. In einer Pfarrversammlung informieren Pfarrer Karlheinz Brandl und der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Ekkehard Faller über die Perspektiven der Kirchengemeinde, der mit 4800 Katholiken fast die Hälfte der 10 300 Einwohner Blumbergs angehören. Im Hinblick auf die Pfarrgemeinderatswahl am 22. März geht es vor allem auch um die Mitwirkungsmöglichkeiten des einzelnen Gläubigen vor und nach der Wahl, wenn dann Gemeindeteams gebildet werden sollen.

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Vorgestellt wird die Pastoralkonzeption, die in den letzten zwei Jahren mit dem Pfarrgemeinderat erstellt wurde und ständig fortgeschrieben werden soll.

Die Seelsorgeeinheit Blumberg befand sich bisher auf einem guten Weg, wurde ihr von vielen Seiten bestätigt. Doch der Prozess des Zusammenwachsens der einst acht selbstständigen Pfarreien ist ins Stocken geraten, schildert Pfarrer Karlheinz Brandl. Brandl wurde im Oktober 2010 Leiter der damaligen Seelsorgeeinheit Blumberg mit den damals fünf Pfarreien Blumberg St. Andreas samt Filialgemeinde Zollhaus Maria Heimsuchung, Riedöschingen St. Martin, Fützen St. Vitus, Kommingen St. Cyriak und Epfenhofen St. Gallus. Im Rahmen der Neustrukturierung der Erzdiözese Freiburg zum 1. Januar 2015 wurden aus der Seelsorgeeinheit Blumberg sowie der Seelsorgeeinheit Blumberg-Riedböhringen mit den Pfarreien Achdorf St. Nikolaus, Riedböhringen St. Genesius und Hondingen St. Martin.

Seit 2013 gemeinsame Schritte

Um den Boden für die gesamtstädtische Seelsorgeeinheit zu bereiten, hatten Pfarrer Brandl schon 2013, zwei Jahre vor den Pfarrgemeinderatswahlen mit ersten Schritten für das Zusammenlegen begonnen. Dazu gehörte eine Bedarfsanalyse durch Befragungen, dazu gehörten mehrere Versammlungen mit allen Pfarrgemeinderätinnen und Pfarrgemeinderäten, wo sie gemeinsam informiert und mit ihnen gemeinsam beraten wurde, wie der gemeinsame Weg aussehen soll. Die Arbeit und das Engagement aller trugen Früchte, die Seelsorgeeinheit Blumberg sei schon weit beim Zusammenwachsen der Pfarreien, hieß es.

Neue Vorgaben durch „Pastoral 2030“

Der Prozess war voll im Gange, als die Erzdiözese Freiburg die Seelsorgeeinheiten und Pfarreien voriges Jahr mit der nächsten Änderung aufschreckte: Unter dem Stichwort „Pastoral 2030“ soll es im Jahr 2030 innerhalb der Erzdiözese statt der bisher 220 Seelsorgeeinheiten nur noch 40 große Seelsorgeeinheiten geben. Im Schwarzwald-Baar-Kreis sind Donaueschingen und Villingen-Schwenningen im Gespräch.

Weitere Gebäude müssen verkauft werden

Die Vorgabe „Pastoral 2030“ sorgte auch in anderen Pfarreien für Unruhe. Besonders im Ländlichen Raum entstand die Angst, dass kleinere Seelsorgeeinheiten künftig womöglich abgehängt würden. Diese Befindlichkeiten vernahm Erzbischof Stephan Burger im November auf der regionalen Tagung in Geisingen gleich mehrfach.

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Eng verbunden mit dem Pastoralkonzept ist die Pastorale Gebäudekonzeption. Nach einer Bestandsaufnahme befand das Ordinariat in Freiburg, dass die Seelsorgeeinheit ihre 6000 Quadratmeter auf mindestens 2500 Quadratmeter reduzieren müsse. Verkauft sind bisher das Pfarrhaus Fützen, das Pfarrhaus Kommingen und das „Haus der Begegnung„ in Blumberg mit insgesamt circa 2000 Quadratmetern. Nun müssen „weitere nicht sakrale Gebäude verkauft“ werden, sagt Pfarrer Brandl. Welche, werde er am Sonntag mitteilen. Eine Bestandsaufnahme mit Architekt Albert Eisele und dem kirchlichen Bauamt in Konstanz habe zudem ergeben, dass bei den 36 Gebäuden der Seelsorgeeinheit in den nächsten 30 Jahren Investitionen in Höhe von zwölf Millionen Euro anfielen, viel zu viel.

Glockenstuhl muss erneuert werden

Schon jetzt stehen in Blumberg Bauvorhaben an, unter anderem muss der Glockenstuhl von St. Andreas dringend erneuert werden. Benötigt wird auch ein neuer Pfarrsaal. Grünes Licht vom Ordinariat gebe es frühestens, wenn alle Beteiligten bereit wären, „pastoral zusammenzuarbeiten und eine Vision zu entwickeln“, betonte Pfarrer Brandl.

Pfarrer Brandl und der Pfarrgemeinderat hoffen auf einen zahlreichen Besuch der Pfarrversammlung. Schließlich gehe es darum, den weiteren gemeinsamen Weg festzulegen.