Der Blumberger Neujahrsempfang am Samstag zeigte mit einer Rekordkulisse von fast 500 Besuchern, welchen Stellenwert die Eichbergstadt in der Region hat. Es war der würdige Rahmen, um Bürgermeister Markus Keller in seine zweite Amtszeit einzuführen. Blumberg und sein Stadtoberhaupt erhielten von den Rednern viel Lob.

Blumberg hat sich in den acht Jahren von Bürgermeister Kellers erster Amtszeit verändert. Die Stadt hat ein Gesicht erhalten, das Corporate Design mit der grünen Blumberger Welle, das Briefbögen, Plakate, Banner und Einladungen ziert, ist fast flächendeckend auf der gesamten Gemarkung anzutreffen. Zu Kellers Verdiensten zählt, dass Blumberg und die Teilorte eine Gesamtstadt wurden, wie er selbst stolz betonte, beginnend bei der 750-Jahr-Feier der Kernstadt 2011. Wobei, das darf nicht vergessen werden, die Blumberger Feuerwehr und die Musikschule Blumberg schon jahrelang erfolgreich Gemeinschaft zwischen der Kernstadt und den Teilorten entwickelten. Und Blumberg ist eine Marke geworden, auch dank Veranstaltungen wie dem Street-Art-Festival, dem Eichbergcup oder der Eisbahn. Das Panoramabad ist saniert, beim Breitbandausbau zählt die Stadt zu den Vorreitern. Bemerkenswert beim Neujahrsempfang waren auch die versöhnlichen Töne von Bürgermeister Markus Keller. Er, dem sein Stellvertreter Matthias Fischer bei der Begrüßung ein hohes Tempo attestierte und für die zweite Amtszeit bei der Werbung die Entwicklung des Begriffs Blumberg2 in Blumberg3 vorausorakelte, räumte ein, dass es ihm manchmal nicht schnell genug gehen könne. Im Gemeinderat war es deshalb auch schon zu einer Auseinandersetzung gekommen, wenn Stadträte eine Sitzungsvorlage vor einer Sitzung beraten und nicht erst als Tischvorlage wollten.

Bei all dem vielen Lob, darf nicht vergessen werden, dass es auf manchen Gebieten noch einigen Handlungsbedarf gibt. Für den Schulcampus hatte Keller ursprünglich schon Ende 2016 gehofft, den Architektenwettbewerb starten zu können, nun soll es dieses Jahr so weit sein. Erst danach werden sich auch die Kosten abzeichnen. Bei der Museumsbahn hat der schon lange geforderte und unter Keller vollzogene Wechsel von einem Eigenbetrieb in eine städtische GmbH bisher noch nicht den gewünschten Effekt gebracht. Als gravierend herausstellen könnte sich die Entwicklung der Kernstadt: Zu Beginn von Kellers zweiter Amtszeit gibt es dafür keine Stadtplanung. Ein ausgewählter Bereich soll in das Landessanierungsprogramm aufgenommen werden, doch die Zeit eilt. In der Hauptstraße nimmt das öffentliche Leben durch das Geschäftesterben ab, durch Entwicklungen wie der Kindertagesstätte im ehemaligen Schleckermarkt und der geplanten Tagespflege auf dem Schlenk-Areal wird dieser Trend noch verstärkt. Hier gilt es gegenzusteuern, sonst besteht die Gefahr, dass vieles Stückwerk bleibt.