Der Januar 2018 war durch die Starkwindereignisse einer der produktionsstärksten Monate für die Windkraft überhaupt. Hier sind an sechs Tagen, vom 1. bis 4. und vom 16. bis 19. Januar über 50 Prozent der Monatsleistung generiert worden. Ähnlich auch der Monat Februar. Zwischen dem 23. und 26. Februar 2018 in vier Tagen sind 45 Prozent der Monatsleistung produziert worden. An weiteren sechs Tagen nochmals 30 Prozent. Somit verbleiben für den Rest des Monats, an 18 Tagen noch rund 25 Prozent.

Was nützt ein System, das absolute Kontinuität und eine sekundengenaue Anpassung zwischen Produktion und Verbrauch erfordert. Solch massive und volatile Erzeugungssprünge verlangen dem konventionellen Kraftwerkspark nahezu unmögliche Regelmechanismen ab, die Frage dabei ist nicht ob, sondern wie lange das noch gut geht. Noch immer gilt die 40 Prozent Regel, was an konventionellen, regelbaren Kraftwerksblöcken am Netz sein muss (Windenergie kann das nicht). Das Dilemma der Windenergie ist, Höchstleistungen erfolgen flächig und über die ganze Republik. Dieser Strom ist dann zum Teil überschüssig und wertlos, er muss gar gegen Bezahlung ins Ausland „verklappt“ werden. Zum EEG hin, werden dem Stromkunden diese Kosten zusätzlich abverlangt. Diese Strommengen nehmen in der Erzeugungsbilanz aber hohe Werte ein, obwohl sie letztlich nutzlos sind. Diese Tatsache erklärt auch, weshalb sich trotz der jährlich steigenden Wind–Höchststrommengen die CO2 Bilanz nicht grundlegend verändert.

In der Bilanz aber werden Zahlen aus Starkwindereignissen, wie im Januar aufaddiert und suggerieren einen Scheinnutzen. Umgekehrt bringen diese Anlagen über weite Strecken Minimalwerte, welche ein stabiles, konventionelles Parallelsystem erfordern um dann die Energie bereitzustellen, wie sie vom Kunden abverlangt wird. Erst wenn Speicher diese Überschüsse aufnehmen – und bei Bedarf wieder abgeben können, wird hier ein realer Nutzen erfolgen. Deshalb wird man auch den Schluchsee vergewaltigen, mit weiteren Pegeldifferenzen. Die zusätzliche Absenkung von einem Meter Pegelhöhe entspricht der halben Energievolumina des Atdorfer Milliardenprojektes und das, ohne einen Euro zu investieren. Wie allerdings die Gemeinde Schluchsee mit der rücklaufenden Uferlinie von zehn Metern umgeht ist sekundär. Die Energiewendeziele ohne Speicher zu erreichen, geht nicht, mit Speicher macht sie sie im Wettbewerb unbezahlbar.

Werner Adrion, Löffingen

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