Seine Porträts von Blumberger Bürgermeistern und Ehrenbürgern sind im Blumberger Rathaus, auch in der Stadt sind noch viele Bilder des Malers Bernhard Schneider-Blumberg anzutreffen, etwa im Gasthaus Hoher Randen, oder in der Achdorfer Scheffellinde, darunter Landschaftsbilder, Stadtansichten und Porträts. Über ihn erschien jetzt ein Buch.

Selbstbildnis von Bernhard Schneider-Blumberg Bild: Thomas Zoch/Museumsverein Reichenau
Selbstbildnis von Bernhard Schneider-Blumberg Bild: Thomas Zoch/Museumsverein Reichenau | Bild: Thomas Zoch / Museumsverein Reichenau

Geboren 1881 und aufgewachsen auf dem Randenhof oberhalb Fützens als Bernhard Schneider, wurde relativ schnell sein Talent deutlich. „Wenn der Vater Jakob Schneider gemalt hat, hat der Sohn versucht, das nachzumalen“, schildert Karl-Heinz Trüby, einer der Vorsitzenden des „Geschichts- und Heimatvereins Wurzelsucher Blumberg“. Er hat sich mit der Tochter des Malers, Laetitia Schneider-Blumberg-Seiter maßgeblich darum bemüht, dass das Buch mit dem Titel „Bernhard Schneider-Blumberg – Meine Wege zur Kunstbetätigung“ erscheinen konnte.

Eines seiner bekanntesten Blumberger Motive ist die Ansicht von der mittelalterlichen Burg.
Eines seiner bekanntesten Blumberger Motive ist die Ansicht von der mittelalterlichen Burg. | Bild: Thomas Zoch / Museumsverein Reichenau

Karl-Heinz Trüby hatte schon länger vor, zu der Tochter des Malers auf der Reichenau, wo auch ihr Vater seit 1919 gelebt hatte, Kontakt aufzunehmen. Ist sie doch die Cousine seiner Cousine Klara Biergans. Als er vor ein paar Jahren in Kirchen-Hausen bei der Familie Schmutz Exponate für das geplante Heimatmuseum in Blumberg abholte, erhielt er dort auch unerwartet Unterlagen über den Maler Bernhard Schneider-Blumberg. Für Trüby war dies dann der Anlass, Laetitia Schneider-Blumberg zu kontaktieren.

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Nach einem ersten Besuch bei ihr auf der Insel Reichenau im September 2017 weilte Trüby dann im darauffolgenden Jahr fünf Tage auf der Insel. In dieser Zeit entstand der Anstoß, die bereits schriftlich vorhandenen Lebenserinnerungen von Bernhard Schneider-Blumberg als Buch zu veröffentlichen.

Kontakt zum Museumsverein Reichenau

Dabei nahm Trüby auch Kontakt zu Gert Zang und Karl Wehrle vom Verein Reichenau e.V. auf, die alles noch Nötige veranlassten, dass das Buch in den Druck gehen konnte. Bei weiteren Besuchen informierte Trüby sich jeweils über den Stand des Buches. Groß war die Freude, als Trüby vorige Woche wieder auf die Insel Reichenau fuhr und 40 Exemplare des frisch gedruckten Buches mit nach Blumberg nahm.

Vier Verkaufsstellen

Bernhard Schneider-Blumberg, wie er sich später nannte, hatte einen Blick für das Wesentliche. Seine Porträts sind gestochen scharf, seine Landschaftsbilder drücken Stimmungen aus. In dem Buch finden sich viele Motive von der Insel Reichenau, ein Porträt seiner Mutter Clara Schneider-Blumberg und ein Selbstbildnis von sich sowie ein Bild aus Blumberg.

Breites stilistisches Spektrum

„Viele kennen Bernhard Schneider-Blumberg als Maler von Reichenauer Motiven“ schreiben Karl Wehrle und Gert Zang in ihrem Vorwort. Weniger bekannt sei er als Porträtist. „Beide Tätigkeitsfelder verschafften ihm den Lebensunterhalt für seine Existenz als Künstler. Sein thematisches und stilistisches Spektrum war jedoch viel breiter.“ Das Buch bietet die Gelegenheit, sich damit zu befassen.

Erhältlich ist das Buch für 18,90 Euro im Gasthaus Hoher Randen in Randen, der Stadtbibliothek Blumberg, in der Touristinfo Blumberg und in der Achdorfer Scheffellinde.

Zur Person

Bernhard Schneider-Blumberg wurde am 17. Mai 1881 geboren und wuchs auf dem Randenhof auf. 1897 Besuch der Kunstgewerbeschule Karlsruhe, 1898 Dekorationsmalerei, 1906 Aufnahme in die Akademie der bildenden Künste in Karlsruhe, 1910 wurde er Meisterschüler bei Professor Kaspar Ritter. 1912 Ausstellung im Kunstverein Karlsruhe, 1913 Beteiligung an der Internationalen Kunstausstellung im Glaspalast München mit dem Bild Armenhäusler, 1914 Ausstellung im Museum Donaueschingen, 1922/23 Schweizer Aufträge in der Inflationszeit, 1924 Ausstellung im Rahmen der 1200-Jahr-Feier der Reichenauer Klostergründung, 1942 Ausstellung in den Räumen des Konstanzer Kunstvereins, 1950 Bau des eigenen Hauses auf der Reichenau, 1956 Tod auf der Reichenau. 1919 heiratete er Clara Riedlinger aus Radolzell, das Ehepaar bekam zwei Kinder, Sohn Hatto und Tochter Laetitia.