Herr Pfarrer Hesse, auf der Gemeindeversammlung vor einer Woche in Nordhalden hieß es, die Einnahmen würden die Ausgaben nicht mehr decken. Ist die alt-katholische Kirchengemeinde überhaupt noch finanziell handlungsfähig?

Ja, die Gemeinde ist finanziell voll handlungsfähig. Dies liegt am momentanen Guthaben der Konten, aber auch an der Möglichkeit, im Bedarfsfall beim Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland Anträge an den Unterstützungsfonds, Bauerhaltungsfonds oder in dringenden Notlagen an den Notfonds zu stellen. Dennoch stellt sich die Frage nach einer möglichst eigenständigen Finanzierung der Gemeinde. Aus dem Grund wurde bei der Gemeindeversammlung auf die Möglichkeit von Spenden für die Gemeinde hingewiesen.

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Auf der Gemeindeversammlung wurden einige Aufgaben angesprochen, auch an der Johanneskirche. Was sind finanziell die größten Posten und in welchem Umfang können Sie diese Ausgaben selbst stemmen?

Aufgrund eines Wasserschadens am Kirchturm, ausgelöst durch eine schadhafte Abdichtung zwischen Dach und Turmmauer, wurden Reparaturen fällig, die mittlerweile abgeschlossen sind. Bei den Arbeiten wurden am Dach weitere Stellen festgestellt, die im Laufe des Jahres repariert werden sollen. Ob und inwieweit wir deswegen Anträge stellen müssen, wird bei Bedarf noch vom Kirchenvorstand mit dem Bistum abgeklärt.

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Wie steht die Gemeinde Kommingen finanziell innerhalb des alt-katholischen Bistums in Deutschland da? Geht es anderen Gemeinden ähnlich?

Ich habe keine Überblick über die finanzielle Ausstattung aller Gemeinden des Bistums. Mir ist aber bekannt, dass es einigen Gemeinden ähnlich wie uns in Kommingen geht. Manche sind auf Zuschüsse angewiesen, wieder andere erwirtschaften aufgrund von Mieten oder Pachten ihren Unterhalt vollständig selbst.

Wie sieht der finanzielle Handlungsspielraum mittelfristig aus, zum Beispiel in den nächsten fünf Jahren?

Durch die Maßnahmen, die wir eingeleitet haben, um das momentan leerstehende Haus in Kommingen wieder zu vermieten, werden wir in den kommenden Jahren unsere Ausgaben wieder decken können. Ansonsten werden wir beim Bistum einen Antrag auf Unterstützung stellen. Denn dort landen alle Kirchensteuereinnahmen und damit werden dann finanziell schwache Gemeinden unterstützt. Auch in der Vergangenheit haben wir in den Randen- und Wutachtalgemeinden immer, wenn dies nötig wurde, Gelder beim Bistum angefordert. Wenn Baumaßnahmen anstehen, sowieso. Denn hierfür gibt es den genannten Bauerhaltungsfonds, um solche Maßnahmen finanzieren zu können. Deshalb ist es uns um die finanzielle Zukunft nicht bange, aber es wäre trotzdem schön, wenn wir die eine oder andere Spende das Jahr über bekommen würden. Dann würde es uns finanziell auf jeden Fall besser gehen.

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