Blumberg – Beim Neujahrsempfang der Stadt Blumberg am Samstag war der Ausbau der Pflege eines der wichtigen Themen. Bürgermeister Markus Keller schilderte kurz die aktuelle Entwicklung und nannte namentlich den Ausbau der Tagespflege durch die Awo und die Sozialstation.

Geschäftsführer Markus Leichenauer (links) und Reinhold Engesser, Vorsitzender der Kirchlichen Sozialstation, erläutern die Pläne für den Ausbau der Tagespflege. Bild: Bernhard Lutz
Geschäftsführer Markus Leichenauer (links) und Reinhold Engesser, Vorsitzender der Kirchlichen Sozialstation, erläutern die Pläne für den Ausbau der Tagespflege. Bild: Bernhard Lutz | Bild: Lutz, Bernhard

Für das Gebäude mit der Awo-Tagespflege und der betreuten Seniorenwohngruppe zwischen der Blumberger Hauptstraße und der Handwerkerstraße war im Dezember Richtfest. Für einen eigenen Bau der Kirchlichen Sozialstation mit Tagespflege im Gebiet "Kehr ob der Kehr" ganz in der Nähe der anderen Tagespflege gab der Gemeinderat vor Weihnachten noch sein Einvernehmen zum Bauantrag.

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Die Pläne der Sozialstation erläuterten Reinhold Engesser, Vorsitzender der ökumenischen Sozialstation, und Geschäftsführer Markus Leichenauer im persönlichen Gespräch mit dem SÜDKURIER.

Die Architektenpläne sind fertig

An der Wand hängen Pläne des Architekturbüros Ewald und Armin Gut. Darauf ist zu sehen, wie das künftige Gebäude aussieht, und wie es genutzt werden soll. Ewald Gut habe das beste Angebot abgegeben, er sei bisher schon für die Sozialstation tätig gewesen und sei auch Architekt für das benachbarte Pflegeheim "Haus Eichberg" gewesen und mit zwei Kollegen zusammen für den Neubau der Sporthalle. "Das ist ein Architekt, der in seiner Heimatstadt etwas Schönes machen will", sagt Markus Leichenauer.

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Für die Blumberger Sozialstation wird es eine grundlegende Änderung: Sie wird komplett von ihrem bisherigen Gebäude in der Kantstraße in den Neubau ganz in der Nähe umziehen, schildern Reinhold Engesser und Markus Leichenauer.

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Die jetzige Entwicklung begann im Januar 2017, als die Sozialstation mit Tagespflege startete. Davor hatte es schon eine Betreuungsgruppe gegeben, nun konnten bis zu zwölf Menschen von Montag bis Freitag im Eichbergstüble des Betreuten Seniorenwohnens zusammen kommen und von Fachkräften betreut gemeinsam essen, spielen, singen und sonstige Aktivitäten pflegen.

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"Eine der kniffligsten Fragen war, wie bekommen wir Männer in die Tagespflege", schildert Markus Leichenauer, seit 2014 Geschäftsführer der Sozialstation. "Mittlerweile haben wir an einem Tag mehr Männer als Frauen hier." Leichenauer weiß von einer Tagespflege-Männergruppe im Klettgau, wo die Männer vor allem Karten spielen. Reinhold Engesser beschreibt dieses Angebot so: "Die Tagespflege soll den pflegebedürftigen Menschen soziale Gesellschaft und den Angehörigen Entlastung bieten."

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Markus Leichenauer nennt den Umfang: Die Tagespflege bestehe nicht nur aus Tagen sondern aus Wochen, Monaten und so aus einem Jahreskreis. Darüber freuten sich vor allem auch Menschen mit Demenz, etwa, wenn andere Teilnehmer an Fastnacht über ihre Erlebnisse erzählten, kämen den Demenzkranken auch Erinnerungen. Vor Weihnachten sei Pfarrer Karlheinz Brandl gekommen und haben zum dritten Mal einen Gottesdienst gefeiert.

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Die Erfahrungen mit der Tagespflege haben die Verantwortlichen ermutigt, dieses Angebot zu intensivieren. In unmittelbarer Nachbarschaft der Sozialstation und der jetzigen Tagespflege im Eichbergstüble soll im Gebiet "Kehr ob der Kehr" ein neues Gebäude entstehen mit 15 Plätzen für Tagespflege. Das Angebot sei mit 15 Plätzen wirtschaftlich führbar, erklärte der Geschäftsführer, im Eichbergstüble hätten sie ja schon Raumkosten und hohe Nebenkosten. Zudem soll in dem neuen Gebäude die Sozialstation mit dem Angebot der Tagespflege zusammengeführt werden.

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Die Planung ist weit gediehen, Reinhold Engesser, jahrzehntelang bei der Volksbank, nannte kalkulierte Baukosten von 2,3 Millionen Euro und versicherte: "Wir haben einen gesunden Finanzierungsplan", eine Mischung aus Eigenmitteln und Krediten, wobei zu den eigenen Mitteln auch der Erlös vom Verkauf des bisherigen Gebäudes der Sozialstation gerechnet werden. "Und vom Deutschen Hilfswerk haben wir eine Zusage für einen Zuschuss" berichtet Markus Leichenauer. Der Baubeginn ist im Frühjahr vorgesehen, gerechnet wird mit einer Bauzeit von circa eineinhalb Jahren.

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Für Geschäftsführer Markus Leichenauer ist das, was sich in der Pflege in Blumberg tut, ein gutes Abbild der Situation insgesamt. "Immer mehr ältere Menschen kommen in die Lage, dass sie nicht mehr alleine in ihrer Wohnung leben oder sich nicht mehr alleine versorgen können." Der Vorsitzende Reinhold Engesser, der in seiner Zeit als Blumberger Gemeinderat (1999 bis 2009) auch den Bau des Pflegeheims "Haus Eichberg" mit beschlossen und begleitet hat, ergänzt die Aussage: "Ein großes Problem für ältere Menschen ist die Vereinsamung." Die Sozialstation könne gut, Menschen zusammen bringen.