Die Narren im Raum Blumberg sind verunsichert. Verunsichert, weil das Landratsamt im Schwarzwald-Baar-Kreis die verkehrsrechtlichen Anordnungen für Umzüge stärker überwacht, was bedeutet, dass die Veranstalter stärker in der Pflicht sind. Beim Schwarzwald-Baar-Kreis wiederum wundert man sich, dass trotz gemeinsamer Gespräche so wenig Verständnis da sei.

  • Unmut rührt sich: Bei der Narrenvereinigung Hegau Bodensee, der mit der Pfetzerzunft Zollhaus-Randen, den Eggäsli Fützen, der Schneckenzunft Epfenhofen, dem Narrenverein Blauer Stein Riedöschingen und den Randenwölfen Nordhalden-Neuhaus fünf Zünfte aus der Raumschaft Blumberg angehören, sorgt dies für Unmut. In der aktuellen Narrenzeitung wirft Präsident Rainer Hespeler dem Schwarzwald-Baar-Kreis vor, die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises sei beim Genehmigen von Veranstaltungen zu kleinlich und gefährde damit das Brauchtum.
  • Beim Schwarzwald-Baar-Kreis bedauert Pressesprecherin Heike Frank, dass der Kreis auf kein Verständnis treffe, "zumal wir unsere Regelungen als entgegenkommend ansehen." Für jede Veranstaltung im öffentlichen Verkehrsraum sei eine Erlaubnis erforderlich. Um allen Veranstaltern eine gewisse Erleichterung zu ermöglichen, "gab es bereits im März 2017 mit den Vertretern von vier Narrenverbänden ein Gespräch", in dem das Landratsamt eine Leitlinie vorgeschlagen habe, die seit dem 1. Juli 2017 umgesetzt werde.
    Für jede Veranstaltung müsse eine Erlaubnis beantragt werden.
  • Bei Veranstaltungen bis zu 100 Teilnehmern, die nicht länger als eine Stunde dauern und sich wiederholten, könne für 40 Euro eine Dauererlaubnis für bis zu fünf Jahre erteilt werden. Dies hätten sie den Narrenzünften am 15. November 2017 nochmals dargestellt.
  • Die Anordnungen der Straßenverkehrsbehörde im Schwarzwald-Baar-Kreis besagen, dass die Veranstalter, in der Regel eine Fastnachtszunft, die für den Umzug benutzte Straße sowie alle einmündenden Seitenstraßen selbst absperren und auch das nötige Personal dazu abstellen müssen.
  • Konsequenz: Die Narrengesellschaft Blumberg hat deshalb, wie berichtet, für den Schmutzigen Donnerstag in Blumberg den Umzug mit dem Narrenbaum von der Energieversorgung Südbaar zum Rathaus II abgesagt. Der Narrenverein Blauer Stein Riedöschingen hat drei Umzüge angemeldet und ein Mitglied auf Schulung, danach will man entscheiden, sagte Schriftführerin Vanessa Fuhrer.
  • Auch die Pfetzerzunft Zollhaus-Randen ist betroffen. Der Kinderumzug am Schmutzigen Donnerstag sowie der Hemdglonkerumzug am Fastnachtsdienstag kreuzen auf dem Weg vom Lindenbühl zum Gemeinschaftshaus Zollhaus jeweils stark befahrene Waldshuter Straße. Werner Waimer, langjähriger Zunftmeister der Pfetzerzunft Zollhaus-Randen und noch immer einer der Aktivposten der Zunft, ist aufgebracht.
    Wenn sie die Waldshuter Straße selbst absperren müssten, "müssen wir den Kinderumzug absagen." Ebenso den Hemglonkerumzug am Fastnachtsdienstag.
  • Bisher habe die Polizei einen Streifenwagen und Blaulicht oben auf die Kuppe der Waldshuter Straße gestellt, das Ganze sei eine Sache von fünf Minuten gewesen. Was Waimer so ärgert: "Dass man hinsteht und das Ehrenamt mit großen Worten lobt", zum Beispiel beim Blumberger Neujahrsempfang, und "auf der anderen Seite tritt man das Ehrenamt mit Füßen." Warum, so fragt Waimer, müsse die Behörde im Schwarzwald-Baar-Kreis bei ihren Anordnungen immer noch etwas schärfer reagieren als die Behörden in anderen Landkreisen?
  • Thomas Weißhaar, Leiter des Polizeipostens Blumberg, geht pragmatisch vor. Mit der Verkehrsbehörde im Polizeipräsidium Tuttlingen habe er besprochen, dass sie die beiden Umzüge in Zollhaus wie bisher begleiteten, das sei sonst einfach zu gefährlich. Wobei Weißhaar klarstellt, dass der Schwarzwald-Baar-Kreis keine Ausnahme sei. In anderen Landkreisen wie Waldshut werde dies schon länger praktiziert.
  • Beim großen Blumberger Umzug am Fastnachtssonntag werde die Polizei den Verkehr in Blumberg ableiten. Ebenso am Samstag beim Umzug der Wutachhexen. Er habe die Hexen im Vorfeld eingeladen und mit ihnen alles besprochen. Die Hexen setzten dies sehr akribisch um.