Gespannt sitzen die Zuhörer im Riedöschinger Pfarrzentrum im Halbkreis und lauschen dem Vortrag von Britta Hahn, Ärztin, Autorin und Referentin aus Villingen zu ihrem gleichnamigen Buch. Zuhörer wie etwa die Dreifachmütter Heike und Andrea, mehrere Mütter von Kleinkindern bis hin zum Teenie und sogar ein Vater. Bei allen guten Vorsätzen und dem Wunsch nach einem liebe- und respektvollen Umgang mit den Kindern kennen wohl so gut wie alle Eltern folgende Situation: Die Kinder handeln anders als erwünscht, die Emotionen kochen hoch und ehe man sich versieht, erschallt ein unwillkürliches Schreien und Schimpfen. Britta Hahn zeigte auf, wie es zu diesem unerwünschten Schreien kommt und wie es gelingen kann, Wut in Gelassenheit zu verwandeln.

Die Hauptursache für diese unguten Gefühle liegt im Mittelhirn, das wie eine Bibliothek viele Eindrücke und Bilder der Vergangenheit gespeichert hat und schneller Gefahr signalisiert, indem es an eigene unschöne Situationen erinnert und wie in einem Film mögliche Erziehungskatastrophen vorwegnimmt, noch bevor die Eltern im Großhirn rational denken und handeln können. Kinder sind also nur der Anlass, nicht die Ursache, die Eltern zum Schreien bringt. Wenn es dazu kommt, ist es wichtig, auf das Kind und seine Gefühlswelt einzugehen, möglichst mit "Ich-Botschaften" zu kommunizieren und sich nicht nur zu entschuldigen, um sich selbst von der Last und dem schlechten Gewissen zu befreien.

Um langfristig gar nicht oder weniger häufig in solche Schreisituationen zu gelangen, muss die negativ geprägte oder ängstliche Seite so trainiert werden, dass sie nicht so viel Schlimmes sieht, was eventuell passieren könnte. Eine mögliche Übung sei das Erbsenzählen, bei dem im Laufe des Tages für jede gut verlaufene Handlung eine Erbse von einer in die andere Hosentasche wandert.

Am Ende waren sich alle Zuhörer einig, dass sie viel mitgenommen haben.