Wie kann man Digitalisierung emotional erlebbar machen? Im Blumberger Rathaus ist diese Frage für die Sauschwänzlebahn bereits beantwortet worden. Vor drei Jahren hat die Stadt zusammen zusammen mit dem St. Georgener Unternehmen Imsimity eine Sauschwänzlebahn-Cardboard entwickelt. Herausgekommen ist ein vierminütiger Fahrspaß, bei dem man tatsächlich meint, in der historischen Museumsbahn zu sitzen und die Landschaft an sich vorüberziehen zu sehen. Noch eine Stufe weiter geht das nächste Projekt mit den Visionären aus St. Georgen. Arbeitstitel: Blumberg Augmented (erweiterte) Reality.

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Bürgermeister Markus Keller nutzte den gestrigen Besuch von Landrat Sven Hinterseh in Blumberg, um das Konzept vorzustellen. Danach ist geplant, 16 sogenannte Hotspots in Blumberg einzurichten, an denen sich Einheimische und Besucher über längst abgerissene Gebäude wie die Albrecht-Filmspiele, die Burg oder alte Industrieanlagen wie die Doggererz-Förderbrücke quer übers Zollhausried informieren können.

Dafür werden Markierungen im Boden angebracht, die mit dem Handy abgescannt werden – und schon kann man sich auf virtuelle Erkundungstour durch Burg oder Kino begeben. Was im Kino läuft? Unter anderen natürlich ein Video von Thomas Sausens Blumberg-Song. Smartphone- oder Tabletnutzer müssen sich lediglich die Blumberg-App herunterladen und schon kann die Zeitreise beginnen. Ende Oktober soll die App fertig entwickelt sein, ob die Hotspots noch dieses Jahr eingerichtet werden, sei aber noch nicht ganz sicher, so Jacob Wawer von Insimity.

Eine tolle Serviceleistung für potenzielle Bauherren

In einem weiteren Schritt plant das Rathaus, die neue Technologie zur Vermarktung von Baugrundstücken einzusetzen. Denn Pläne sind das eine, sein zukünftiges Zuhause in der tatsächlichen Umgebung eingebettet zu sehen, aber etwas ganz anderes.

Der Abstecher von Hinterseh nach Blumberg bot den Gemeinderäten die Möglichkeit, sich mit dringenden Anliegen aus der Bevölkerung an den Chef der Kreisbehörde zu wenden. Da wurde von CDU-Sprecher Dieter Selig der fehlende Radweg zwischen Fützen/Epfenhofen und Blumberg angesprochen, ein Thema, das Freie-Liste-Gemeinderat Rainer Gradinger bereits beim Antrittsbesuch von Landrat Sven Hinterseh in Blumberg vor acht Jahren thematisiert hatte.

Außerdem gab Selig dem Hausherren im Landratsamt mit auf den Weg zu prüfen, ob nicht doch eine Leitplanke entlang des Spazierwegs an der B 27 montiert werden könnte. Er erinnerte an einen Unfall, bei dem ein Auto auf den dem viel frequentierten Weg landete, nur unweit einer Gruppe von Nordic-Walkern. Und dann sollte auf den B 27-Parkplätzen auf dem Randen darauf hingewiesen werden, dass sich am nur wenige Hundert Meter entfernten Grenzübergang eine öffentliche Toilettenanlage befindet, die rund um die Uhr geöffnet ist – damit Lkw-Fahrer und andere Reisende ihre Geschäfte nicht in freier Natur erledigen müssen.

Wunsch an den Landrat: Tempo 30 oder 40 in der Hauptstraße

Matthais Fischer (CDU) machte sich zum Sprachrohr der lärmgeplagten Anwohner entlang der Hauptstraße. Seine Forderung: Hier muss Tempo 30 oder 40 her, in Kommunen außerhalb des Schwarzwald-Baar-Kreises klappe es schließlich auch, die Höchstgeschwindigkeit auf Durchgangsstraßen unter Tempo 50 zu drücken.

Eine erfreuliche Nachricht für alle Freunde des öffentlichen Personennahverkehrs hatte Hinterseh nach Blumberg mitgebracht: Zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember wird eine zusätzliche Schnellbusverbindung zwischen Blumberg und Donaueschingen eingerichtet – womit Reisende besser an die Breisgau-S-Bahn und die Schwarzwaldbahn angeschlossen werden.

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