Der Arbeitskreis Hondinger Geschichte hat am Samstagnachmittag das frisch aus der Druckerei angelieferte Hondinger Buch präsentiert. Das Interesse der Bevölkerung war sehr groß, vermutlich sah der Pfarrsaal noch nie so viele Besucher.

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In seinem Grußwort ging Ralph Gehringer auf die Entstehung der Geschichtsausstellung im Pfarrhaus ein. Ursprünglich war im Rahmen der 1200-Jahr-Feier im Jahr 2017 eine kleine Ausstellung im Sitzungsraum des Rathauses geplant. Angesichts der Fülle an Bildern, Dokumenten und Gegenständen, die von den Hondingern zusammengetragen wurden, erwies sich dieser Raum jedoch als viel zu klein. Hier kam Pfarrer Karl-Heinz Brandl im richtigen Moment zu Hilfe und bot die leer stehende Wohnung im Pfarrhaus kostengünstig zur Miete an. Aber auch dort konnte nur ein kleiner Teil der Exponate ausgestellt werden.

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Um die Ausstellung und die Feierlichkeiten anlässlich der 1200-Jahrfeier nicht nur für die Gegenwart, sondern ebenso für künftige Generationen zu dokumentieren, bot sich Werner Bogenschütz, ein gebürtiger Hondinger, der seit Langem in Wurmlingen wohnt, an, dies in einem Buch festzuhalten. In monatelanger Arbeit zusammen mit vielen anderen entstand das umfangreiche Werk mit 528 Seiten, das mehrere hundert Fotos, Dokumente, Geschichten und Erläuterungen beinhaltet.

Beim Sektempfang nach der Buchvorstellung (von links): Werner Bogenschütz, Autor des Hondinger Buches, Albert und Gertrud Metz, finanzielle Unterstützer des Buches, sowie Ans Bogenschütz.
Beim Sektempfang nach der Buchvorstellung (von links): Werner Bogenschütz, Autor des Hondinger Buches, Albert und Gertrud Metz, finanzielle Unterstützer des Buches, sowie Ans Bogenschütz. | Bild: Nathalie Meilhammer

Ortsvorsteher Rolf Schwenk bedankte sich im Namen der Stadt Blumberg und der Ortsverwaltung für den nicht hoch genug einzuschätzenden Wert, den die Geschichtsausstellung und das daraus als Extrakt entstandene Hondinger Buch für die Identität des Ortes nicht nur für die Gegenwart, sondern ebenso für die Zukunft darstellen. Rolf Schwenk ist zuversichtlich, dass das Buch zur 1250-Jahr-Feier und zur 1300-Jahr-Feier wieder als wichtiges Dokument zur Hand genommen wird. Er ging auf die Bedeutung von Büchern als wichtigen Beitrag zur Kultur ein und darauf, dass Bücher die Leser in ferne Welten entschweben, aber auch wieder auf den Boden der Tatsachen zurückkommen lassen. „Bits und Bytes vergehen, gedruckte Bücher bleiben bestehen“ so Ortsvorsteher Rolf Schwenk.

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Als Hauptautor des Hondinger Buches ging Werner Bogenschütz mit teils humorvollen, teils nachdenklichen Worten auf die Geschichte des Ortes Hondingen, die 1200-Jahr-Feier und die Entstehung des Buches ein. Das Buch sei ein Geschichtsbuch, ein Geschichtenbuch und ein Bilderbuch in Einem. Er ließ den Blick 6000 Jahre zurück schweifen, als die Gegend erstmals nachweislich besiedelt war und kam über die Römerzeit und Alemannenzeit in die Gegenwart. Während in den über 1500 Jahren vom frühen Mittelalter bis zum 1. Weltkrieg die dörfliche Gemeinschaft sich nur langsam entwickelte und tierische und menschliche Arbeitskraft lange Zeit unentbehrlich waren, kam es in den letzten hundert Jahren zu grundlegenden Änderungen. Traktoren übernahmen zunehmend die Feldarbeit, die Zahl der Landwirte nahm ab, die Zahl der Auspendler nahm zu. Die Schule wurde 1972 geschlossen, Gaststätten bestehen nicht mehr, die Telefonzelle wurde abgebaut. Die Zahl der Vollerwerbslandwirte schrumpft ins Unmerkliche. Unsere Generation sei, so Werner Bogenschütz, die Generation der kulturellen Brüche und Abbrüche.

Lang anhaltender Beifall für Werner Bogeschütz

Eine große Bedeutung im Buch misst Werner Bogenschütz der Hondinger Kirchengeschichte bei, da Hondingen mit der sogenannte „Mutterkirche“ sozusagen in der Bundesliga mitspielt. In seinen Schlussworten freute sich Werner Bogenschütz darüber, dass mit dem Buch ein Werk geschaffen wurde, dass nicht nur für die heutige Generation, sondern insbesondere für künftige Generationen gedacht ist. Mit lang anhaltendem Beifall dankte das Publikum Werner Bogenschütz für diesen großen Beitrag zur Ortsgeschichte.

Ein Klarinettenensemble des Hondinger Musikvereins umrahmte die Buchvorstellung musikalisch. Nach der Buchvorstellung unterhielten sich die vielen Besucher bei Kaffee und Kuchen noch lange gemeinsam und viele verließen den Pfarrsaal als stolze Besitzer mit einem neuen Buch unter dem Arm. So hat nun auch Hondingen einen bereits beinahe ausverkauften Bestseller, der auch Dank einer großzügigen Spende von Metz Connect möglich wurde.