Die vierstündige Haushaltsberatung des Gemeinderats hat auch ein paar humoristische Elemente. Gleich zweimal stimmte nämlich die CDU-Fraktion gegen eigene Anträge, weil, so erklärte es Fraktionssprecher Dieter Selig, sie bei der Einreichung der Anträge Ende September noch nicht die aktuelle Finanzsituation gekannt hätten. Beantragt war, eine Vollzeitstelle für einen Gemeindevollzugsdienst einzurichten sowie die Gemeindeverbindungsstraße Blumberg-Riedöschingen zu sanieren.

Kein Geld für Gemeindevollzugsdienst

Für einen Gemeindevollzugsdienst sei er ein großer Fan, sagte Bürgermeister Markus Keller, doch der Haushalt gebe es nicht her. Bei der Abstimmung votierten drei CDU-Stadträte dafür: Horst Fürderer, Klaus Hettich und Christian Schautzgy.

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Länger diskutiert wurde über die Sanierung der Gemeindeverbindungsstraße Blumberg-Riedöschingen, die ungeteert zum Teil an der Bahnlinie entlang durch das Steppach führt. Die CDU hatte für rund 340 000 Euro ein Fräsen ins Auge gefasst. Die Befestigung der Straße sei schon lange ein Thema, sagte Bürgermeister Markus Keller, er konnte sich aber dafür nicht erwärmen. Für ihn sei es schwer vermittelbar, dass zum Beispiel die Schlesierstraße in der Kernstadt nicht saniert werde, aber dafür die andere Straße.

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Die Freie Liste habe diesen Antrag schon vor Jahren gestellt, sagte Hannes Jettkandt, bei der jetzigen Haushaltslage sei das aber nicht machbar. Stadtrat Rainer Gradinger (Freie Liste) wehrte sich auch dagegen, dass die Straße, wie im Antrag der CDU angeführt, eine Abkürzung sei. Die Straße habe touristische Bedeutung, namentlich für Radfahrer. auch SPD-Sprecherin Ursula Pfeiffer wies darauf hin, dass der Weg hauptsächlich Spaziergängern und Radfahrern diene.

Weg vor allem für Spaziergänger und Radfahrer

Stadtrat Selig wies darauf hin, dass es sich dabei offiziell um eine Gemeindeverbindungsstraße handle. Dann, so seine Folgerung, müsse man die Klassifizierung als Verbindungsstraße aufheben. Bürgermeister Keller sagt dazu, dann müsse man die Straße zu einem Feldweg herunterstufen.

FDP-Sprecher Werner Waimer regte an, beim Thema Gemeindeverbindungsstraße alles anzusehen, „was auf Blumberger Gemarkung ist.“