Dichter Rauch quillt aus dem Tor des Hauptgebäudes der Kläranlage in Achdorf. Der Mitarbeiter Markus Binninger alarmiert sofort die Feuerwehr. Diese rückt schnell mit 46 Feuerwehrleuten und acht Einsatzfahrzeugen zu dieser kurzfristig anberaumten Großübung aus. Durch einen technischen Defekt entstand ein Brand mit starker Rauchentwicklung im Keller des Gebäudes, so das Übungsszenarium.

Sehr schnell heißt es "Wasser marsch". Die Atemschutztrupps dringen in das verqualmte Gebäude ein und retten innerhalb von 15 Minuten die drei vermissten Klärwerks-Mitarbeiter. Einer davon ist in einen offenen Schacht gestürzt. Später wird auch ein Atemschutzträger "verletzt". Er ist über ein Rohr gestolpert.

Das Szenarium für die Großübung dachten sich der Kommandant der Feuerwehr Blumberg, Stefan Band, und sein Stellvertreter Peter Frey aus, sie beobachteten das Geschehen aufmerksam. Als Übungsziele wurden vorgegeben: Suchen und Retten von Personen, Schachtrettungen, Bilden von Einsatzabschnitten, Überprüfung der Wasserversorgung und Belüften. Als Einsatzleiter fungiert der stellvertretende Kommandant Norbert Rösch. Als Protokollant war Matthias Lohberger im Einsatz. Alarmiert wurde per Funk. Die einzelnen Abteilungen standen zwar an ihren Standorten bereit, wussten aber nicht, wo geprobt wird. "So konnten wir die Abteilungs übergreifende Zusammenarbeit ausprobieren", sagte Stefan Band.

Er dramatisierte die Lage zusätzlich durch Chinaböller. Die Kläranlage sei ein besonders spannendes Übungsobjekt, weil hier Gefahrgut lagere. Säuren, Öle, Gasbehälter ließen das Löschen mit Wasser im Innern des Gebäudes zunächst nicht zu. Es hätten sich giftige und hochexplosive Gase bilden können. Durch den Rauch war die Sicht deutlich eingeschränkt. Unterirdisch ist der Gebäudekomplex zudem sehr unübersichtlich. Vorsichthalber hatte Markus Binninger den Strom abgeschaltet. Die beiden Atemschutztrupps zu je vier Personen aus Blumberg und Achdorf hatten deshalb Mühe, etwas zu erkennen. Ansprechpartner für die Atemschutzträger war Klaus Hettich. Ihnen wurde eingeschärft, immer vier Mann sollten zusammen bleiben. Nachdem auch das letzte gefährliche Gefäß aus der Halle geborgen war, wurde das Gebäude gelüftet. Ein Trupp begab ich in den Keller und einer ins Obergeschoss, um den Rauch abziehen zu lassen.

"Alles klappte bestens", freute sich Peter Frey am Probenende. Das Wasser wurde aus einem Hydranten auf dem Gelände und der Wutach entnommen. Norbert Rösch und seine Leute schützen die Rückseite des Gebäudes. In der Einsatzzentrale vor dem Eingangstor liefen die Fäden zusammen. "Die Führungskräfte verschafften sich schnell einen Überblick über die verzwickte Lage", lobte Stefan Band. Er zeigte sich sehr zufrieden mit dem Übungsverlauf.