Tim Lengsfeld sagt einen "Highland" an und zählt den Takt an: eins, zwei, drei, vier, dann beginnen die kleine Trommeln, es folgen die Fanfaren. Dirigent Tim ist ganz bei der Sache, mit dem Fuß wippt er den Takt zu seinem Dirigat. Zehn Musikerinnen und Musiker sind an diesem Freitagabend in das Gemeinschaftshaus Zollhaus zur Probe des Pfetzer-Fanfarenzugs gekommen. Der Fanfarenzug ist eine eigenständige Abteilung der Pfetzerzunft Zollhaus/Randen, es ist der einzige Fanfarenzug in der Raumschaft Blumberg.

Ein- bis eineinhalb Stunden probt der Fanfarenzug mit der Besetzung Marsch-Trommel (klein) und Landsknecht-Trommel (groß) sowie mit Natur-Fanfare und Ventil-Fanfare. Das Repertoire reicht von traditionellen Märschen bis zu modernen Stücken wie "Rivers of Babylon" und von Fastnachtsmusik bis zu Rock. "Wir haben für jeden Anlass etwas", sagt der Fanfarenzugvorsitzende Silvio Waimer.

Das Nachwuchs-Problem spürt auch der Pfetzer-Fanfarenzug. Seit etlichen Jahren besteht auch eine Spielgemeinschaft mit dem Fanfarenzug Wutöschingen. "Wir treffen uns einmal im Monat zu gemeinsamen Proben, einmal Jahr haben wir ein gemeinsames Probenwochenende und drei bis vier gemeinsame Auftritte, und wir helfen uns gegenseitig aus." Silvio Waimer ist die Freude anzusehen.

Der Fanfarenzug besteht aus 15 Mitgliedern im Alter von 14 bis 55 Jahren. Die Stimmung ist gut, gerne hätten die Verantwortlichen noch neue Mitglieder. Silvio Waimer schmunzelt: "Wir sind immer auf der Suche nach neuen Leuten. Wir sind umgänglich und familiär und ab zehn Jahren für jede Altersstufe zu haben." Wer Interesse hat, einmal reinzuschnuppern, muss gar kein Instrument können, das kann er dann lernen, in seinem Tempo. Und anders als die Pfetzer ist der Fanfarenzug das ganze Jahr über aktiv. Neben der wöchentlichen Probe besucht er Fanfarenzugtreffen, bringt sich ein beim Street-Art-Festival und richtet zusammen mit der Pfetzerzunft das jährliche Kinderfest aus.

Wie die Mitglieder ihren Fanfarenzug sehen

Wie sehen die Mitglieder ihren Fanfarenzug? Der SÜDKURIER hörte sich in der Probe bei den Anwesenden um.

  • Silvio Waimer wurde in eine Pfetzerfamilie hineingeboren. Seine Eltern Werner und Jutta Waimer waren viele Jahre lang aktiv, der Vater unter anderem als Zunftmeister. Sie nahmen ihren Sohn mit, er habe Spaß daran gefunden und den Fanfarenzug lieben gelernt.
  • Alexandra Waimer, Silvios Schwester, ging es genauso. Sie spielt Ventil-Fanfare und ist mit Begeisterung dabei.
  • Juliane Benz kam mit zwölf Jahren zum Fanfarenzug. Jetzt sei das Hobby für sie nicht mehr wegzudenken, besonders an Fastnacht.
  • Simone Wenzler war eigentlich keine Fasnachterin. Zwei Freunde nahmen sie mit, sie begann, und dann machte es ihr Spaß.
  • Jonathan Eichler ist seit eineinhalb Jahren dabei. "Alle Freunde waren hier", freitags ist Probe, er lacht und fühlt sich wohl.
  • Andra Selb, die Ventil-Fanfare spielt, wurde mit sechs Jahren zu den Pfetzern "mitgeschleift", wie sie sagt, sie wollte mit, ihre Cousine war auch dabei. Mit 20 jahrenkam sie dann in den Fanfarenzug.
  • Jan Schwarz ist seit drei Jahren dabei, er spielt die große Trommel. Davor war er zwei Jahre bei den Pfetzern. Er lobt die gute Kameradschaft: "Mir macht es Spaß, das Fastnachtsbrauchtum zu pflegen."
  • Jens Wieland spielt seit einem Jahr die Landsknechttrommel. Ihm macht es sehr viel Spaß., "Freitag ist ein schönes Abend."
  • Fabienne Wölfle ist ein Jahr dabei und spielt die große Trommel. Tambourmajor Tim Lengsfeld habe sie beim Bogenschießen gefragt, ob sie nicht auch in den Fanfarenzug wolle. Es sei cool und mache Spaß, ihr Bruder sei auch dabei.
  • Tim Wölfle ist mit 14 Jahren derzeit de Jüngste i Fanfarenzug. Seine Mutte habe ihn gefragt, ob nicht Trommel spielen wolle, und er wollte.
  • Daniel Blank ist seit sieben Jahren im Verein. Er kam wegen seines Freundes Silvio, spielt gerne Trommel und findet es cool, "dass wir abends immer zusammen sind."
  • Tim Lengsfeld ist für den Fanfarenzug ein Glücksfall. Der Tambourmajor, der auch ausbildet, begann mit der zweiten Fanfare, nach einem Monat konnte er schon mitspielen. Die meisten brauchen eineinhalb Jahre, schildert Silvio Waimer. Nicht so Tim Lengsfeld. Nach zwei Jahren spielt er die erste Stimme, nach weiteren zwei Jahren wurde er Dirigent. Jetzt hilft er aus, wo Not ist, auch bei den Trommeln. Sein Vorgänger Wilfried Schmid habe ihm beim Ausbilden der Zöglinge geholfen. (blu)