Die Stadt Blumberg kauft von der evangelischen Kirchengemeinde das gesamte Anwesen in der Haldenstraße 1a mit dem Gebäude der Buchbergarche samt Gemeindesaal, dem Außenbereich und der Garage. Das teilten die Verantwortlichen am Dienstag dem SÜDKURIER mit: Blumbergs Bürgermeister Markus Keller und die stellvertretende Hauptamtsleiterin Daniela Götz sowie Pfarrerin Gabriele Remane, Kathrin Waßmer vom evangelischen Verwaltungs- und Serviceamt in Villingen und Kirchengemeinderat Hans-Joachim Siebel.

Der Gemeinderat habe einem Kaufvertrag samt Zusatzvereinbarung zugestimmt, sagte Bürgermeister Markus Keller, demnächst stehe der Notartermin an. Danach übernimmt die Stadt das Gebäude. Für den Betrieb der Kindertagesstätte Buchbergarche bleibt weiterhin die Kirchengemeinde zuständig. „Für die Eltern und die Kinder ändert sich nichts“, erklärte Pfarrerin Remane, „die Beschäftigten, die Inhalte, die Konzepte, die Angebote und die Organisation bleiben evangelisch.“

Die Stadt Blumberg kauft von der evangelischen Kirchengemeinde dieses Gebäude samt Außengelände in der Haldenstraße. Bild: Bernhard Lutz
Die Stadt Blumberg kauft von der evangelischen Kirchengemeinde dieses Gebäude samt Außengelände in der Haldenstraße. | Bild: Lutz, Bernhard

„Die Inhalte bleiben evangelisch“

Die Kosten liegen, Stand heute, bei 874 000 Euro für das Gebäude und 130 000 Euro für die Ausstattung. Vom Krippeninvestitionsprogramm des Bundes erhält die Stadt 198 000 Euro. Da die Stadt mit den konfessionellen Kindergärten vereinbart habe, bei Investitionen 70 Prozent der nach Abzug der Zuschüsse verbleibenden Kosten zu übernehmen, hätte die evangelische Gemeinde rund 240 000 Euro übernehmen müssen. Das jedoch, so erklärten die Beteiligten, hätte der Wirtschaftsplan der evangelischen Gemeinde nicht hergegeben, da im Laufe der Jahre immer höhere Anforderungen an Personal, Betrieb und die Gebäudestruktur die Betriebskosten deutlich verteuert haben, wie Kathrin Waßmer erläuterte.

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Die Idee entstand im Herbst, als Pfarrerin Remane in der Zeitung las, dass die Stadt mehr Krippenplätze benötige und sich an die Stadt wandte. Nun sollen in der Buchbergarche 20 weitere Krippenplätze entstehen. Die Planungen liefen von Anfang an Hand in Hand von Stadt, Kirchengemeinde und dem Planer, dem Büro Schweizer ibs, sagte Bürgermeister Markus Keller.

Angedacht waren die 20 zusätzlichen Krippenplätze ursprünglich in Containern neben der Kindertagesstätte Stadtzwerge am Marktplatz, sie sollten zum 1. Januar 2020 bezogen werden. Doch die Lösung mit der Buchbergarche fanden alle besser, nicht zuletzt auch im Hinblick auf die Teilsanierung der Kernstadt mit dem Landessanierungsprogramm, so Bürgermeister Markus Keller. Diese Plätze sollen bis spätestens 1. September 2020 bezogen werden, sagte Daniela Götz.

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Die Kindertagesstätte kann künftig die gesamten Räume nutzen, auch den kleinen Gemeindesaal, indem sich bisher zum Beispiel der evangelische Altenkreis traf. Da die evangelische Kirchengemeinde dann keine eigenen Räume mehr hat, sei die Stadt ihr entgegengekommen und unterstütze sie, beispielsweise mit dem Städtesaal, so Pfarrerin Remane und Bürgermeister Markus Keller.

Mittelfristiges Ziel sei, eigene Räume an der evangelischen Kirche zu erhalten. Da die Kirche unmittelbar um die Kirche herum nur wenig Fläche besitzt, sei die Stadt bereit, der Gemeinde für einen Gemeinderaum kostenlos städtische Fläche zur Verfügung zu stellen.

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Das sei Teil der gesamten Vereinbarung, die der Gemeinderat beschlossen habe, sagte Bürgermeister Keller auf Nachfrage. Kathrin Waßmer betonte: „Für uns ist wichtig, dass die Kirchengemeinde mittelfristig wieder eigene Räume hat, wo sie ihre Arbeit fortsetzen kann.“ Ein weiterer Vorteil: Bei einem Gemeinderaum an der Kirche bestände auch eine kürzere Verbindung zum benachbarten evangelischen Pfarrhaus.