Achdorf (stg) Tradition haben die literarisch-kulinarischen Abende, die immer am 1. Adventssonntag im Achdorfer Landgasthof Scheffellinde stattfinden. Erstmals in diesem Jahr war die Autorin Julia Heinecke zu Gast und las aus ihrem Roman "Kalte Weide – Ein Hirtenbub im Schwarzwald". Winterlich adventlich war das Menü das Karl und Cornelia Wiggert für die Gäste kreiert hatten und davon konnten die einstigen Hirtenbuben noch nicht mal träumen. Vielen bitterarmen und kinderreichen Familien war mit der Verleihung von Buben auf die Schwarzwaldhöfe eine Möglichkeit gegeben, mit behördlicher Genehmigung einen Esser weniger am Tisch zu haben und die Kinder arbeiteten für ihren Unterhalt auf den Höfen. "Miggi" aus Freiburg, so der Protagonist im Roman bis 1945, hat es einmal ganz schlimm und einmal ganz gut getroffen und die Autorin erzählt vom kleinen Glück der Buben in der Natur, der Freundschaft mit den Tieren, von Angst bei Unwettern und unendlichem Heimweh. Nach Kriegsende wurden immer noch Hirtenbuben in den Schwarzwald gegeben , auch aus der Eichbergstadt. So erinnert sich Albert Schnell immer wieder an seine Hütejungenzeit und Bruno Köb hat in einem kleinen Buch seine vielfältigen Erfahrungen beschrieben, "Hirtenbubenzeit". Kinderarbeit war es sicherlich, was da gefordert wurde, oder vielleicht auch Sklavenarbeit? Unter den abendlichen Gästen wurde das Thema intensiv diskutiert.