Um das Rathaus und das Pfarrhaus Achdorf hängen grüne Luftballons, aus dem Pfarrgarten dringen fröhliche Stimmen. Auf der Fläche um das Pfarr- und Freizeithaus St. Franziskus sind viele Ministranten und zahlreiche Eltern kräftig am Werkeln. Sie wollen den Garten so gestalten, dass er künftig ein Ort der Gemeinschaft ist. Dazu nutzen sie auch einen Traktor.

Hier wird der ausgegrabene Apfelbaum eingepflanzt. Die Achdorfer Ministranten begutachten einen Teil ihres Werkes. Hinten ist die neue Grillstelle zu sehen. Bild: Bernhard Lutz
Hier wird der ausgegrabene Apfelbaum eingepflanzt. Die Achdorfer Ministranten begutachten einen Teil ihres Werkes. Hinten ist die neue Grillstelle zu sehen. Bild: Bernhard Lutz | Bild: Lutz, Bernhard

Simon Bäurer hat die Federführung. Die Innenwand der Pfarrmauer wird mit Kalkweiß renoviert, „das sieht richtig gut aus, wenn das fertig ist“. Die Grillstelle ist bereits versetzt, und dort, wo bisher gegrillt wurde, soll der prächtige Apfelbaum, der bisher an der Mauer zur Kirche hin stand, versetzt werden. Dort soll dann ein Fußballfeld angelegt werden.

Der ausgegrabene Apfelbaum im Achdorfer Pfarrgarten kommt an die neue Stelle. Bild: Bernhard Lutz
Der ausgegrabene Apfelbaum im Achdorfer Pfarrgarten kommt an die neue Stelle. Bild: Bernhard Lutz | Bild: Lutz, Bernhard

Stefan Hamburger hebt den Baum, an dem ein Gurt befestigt wurde, mit dem Teleskoplader aus dem Rasen und fährt ihn an die neue Stelle. „Besser gegangen, als gedacht“, lacht er. Nun hoffen alle, dass der Himmel mithilft, damit der schöne Baum wieder anwächst. Simon Bäurer ist zuversichtlich, heißt doch das Motto der Aktion „Uns schickt der Himmel“. Was die Akteure freut: „Die ganze Bevölkerung unterstützt uns. Alle helfen, wenn man fragt, das ist super“, freut sich Simon Bäurer.

Stolz präsentieren sich die Werkrealschülerinnen und -schüler mit ihren Lehrerinnen und Helfern vor der neu bemalten Wand im Hinterhof. Bild: Bernhard Lutz
Stolz präsentieren sich die Werkrealschülerinnen und -schüler mit ihren Lehrerinnen und Helfern vor der neu bemalten Wand im Hinterhof. Bild: Bernhard Lutz | Bild: Lutz, Bernhard

Auch für die Riedböhringer Minis hieß es gestern Morgen „An die Arbeit!“. Zuerst mussten alle Platten von der Terrasse der Grundschule entfernt werden. Die Ministranten waren den Morgen damit beschäftigt, das ganze Unkraut zwischen und unter den Fliesen zu entfernen. Obwohl das eine mühsame Arbeit war, bereitete es den Ministranten große Freude. Während der Arbeit entstanden weitere gute Ideen, wofür dann möglichst preisgünstiges Material gesucht werden musste.

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Auch für Verpflegung war bei den Riedböhringer Ministranten immer gesorgt. Nach dem Mittagessen wurde auch schon begonnen, Sitzgelegenheiten für die Grundschüler und Grundschülerinnen aus Paletten zu schaffen. Auch die ersten Insektenhotels nahmen Gestalt an. Dazwischen empfingen die Ministranten immer wieder Besuch, worunter der Bürgermeister, der Koordinierungskreis der 72-Stunden-Aktion für den Schwarzwald-Baar-Kreis, und Besuch aus dem Stadtrat und Ortschaftsrat waren.

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Im Großen und Ganzen ist bereits ein großer Fortschritt sichtbar, doch ein Ende ist noch nicht in Sicht. Die Minis informierten sich im Laufe des Tages, was sie für die Füllung der Nistkästen und Insektenhotels benötigen, und fuhren mit Fahrrädern in den Wald, um das Benötigte zu sammeln. Trotz Regen am Nachmittag ließen sich die Minis nicht unterkriegen und waren eifrig dabei, den Untergrund für den neuen Terrassenbelag anzubringen.

Bild: Lena-Marie Baschnagel

Außerdem bedanken sie sich für die große Unterstützung beim Deckelsammeln. Insgesamt haben die Ministranten am Freitagmorgen 100806 Deckel abgeben können, was ungefähr 201 Polio-Impfungen entspricht. Die Hilfsbereitschaft der Riedböhringer Bewohner ist überwältigend und stellt eine große Unterstützung für die Ministranten dar, wofür sie sich bereits jetzt schon bedanken.

sie ziehen bei der 72-Aktion in Achdorf an einem Strang, vonlinks Koordinator Simon Bäurer, Stefan Hamburger und Edgar Blessing. Bild: Bernhard Lutz
sie ziehen bei der 72-Aktion in Achdorf an einem Strang, vonlinks Koordinator Simon Bäurer, Stefan Hamburger und Edgar Blessing. Bild: Bernhard Lutz | Bild: Lutz, Bernhard

Weiterhin benötigen die Ministranten Material und freuen sich über Helfer und Helferinnen jeglicher Art. Am Sonntagabend laden sie zum Abschlussgottesdienst um 18 Uhr in die St. Genesius Kirche ein. Im Anschluss daran kann man sich vor Ort an der Grundschule das geleistete Werk ansehen.

In Blumberg leuchtet der Innenhof der Scheffelschule neu. Rund ein Dutzend Werkrealschülerinnen und -schüler haben unter der Leitung von Konrektorin Laila Siebel und Lehrerin Miriam Ritter auf den Boden Spiele wie „Mensch ärgere Dich“ gemalt, die Wand im Hinterhof neu gestrichen und einen Zaun aus Paletten erstellt.

In Riedböhringen bemalt eine Ministrantin Blumentöpfen für Insektenhotels. Bild: Lena-Marie Baschnagel
In Riedböhringen bemalt eine Ministrantin Blumentöpfen für Insektenhotels. Bild: Lena-Marie Baschnagel | Bild: Lena-Marie Baschnagel

Hinter das Schulgebäude kommt auch noch ein Zaun, sagt Laila Siebel, „toll, das wir alles gesponsert erhielten“, erklärt Miriam Ritter. Doch trotz zahlreicher Sponsoren wurden die finanziellen Mittel überstrapaziert, die Gruppe wäre für kleine Finanzspritzen dankbar. „Es macht riesig Spaß“, strahlt Miriam Ritter, die Idee der 72-Stunden-Woche sei ja, etwas Soziales zu machen. „Das tut der Schule gut: etwas Farbe und Liebe reinzubringen.“