Wie ein gutes Miteinander von Kommunalpolitik und Abgeordneten funktioniert, zeigte sich jetzt bei Holzbau Fluck in Riedböhringen. Dass das prosperierende Unternehmen letztlich vom Gewerbegebiet „Vogelherd“ in Blumberg-Zollhaus in das neue Gewerbegebiet im Stadtteil Riedböhringen umziehen und sich entsprechend vergrößern konnte, ist unter anderem einem Landeszuschuss von 200 000 Euro aus dem „Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum“ zu verdanken, für den sich der Abgeordnete Guido Wolf (CDU) stark gemacht hatte, wofür Betriebsleiter Jürgen Mess dankte. Und der Zuschuss ist einem Sondereinsatz von Bürgermeister Markus Keller und Landrat Sven Hinterseh bei der Freiburger Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer zu verdanken.

Viel mehr Mitarbeiter

Bei der Einweihung der neuen Halle an der B 27 im April 2017 war auch Guido Wolf anwesend. Damals hatte der Betrieb rund 35 Beschäftigte, inzwischen hätten sie rund 55 Mitarbeiter, sagte Betriebsleiter Jürgen Mess, als Guido Wolf gestern im Rahmen seiner Sommertour zu Besuch kam.

Firmenchef Florian Fluck, der gestern auswärts tätig war, und sein Team gelten in der Holzbranche als innovativ. Circa zwei Drittel ihrer Aufträge betreffen den Holzbau. Die Häuser werden auf Wunsch zusammen mit anderen Handwerkern auch schlüsselfertig geliefert, Fluck macht mittlerweile auch die Planung selbst. „Wir machen jedes Haus, wie es der Kunde wünscht“, erklärte Jürgen Mess. Fluck bietet auch mehrgeschossige Holzhäuser an, eines davon, ein viergeschossiges, entsteht gerade in Singen in der Bahnhofstraße.

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Der Einzugsbereich beträgt rund 100 Kilometer in alle Richtungen, rund die Hälfte der Aufträge geht in die Schweiz, wo die Firma in Schaffhausen-Schweizersbild eine Zweigniederlassung mit 10 bis 15 Mitarbeitern hat. Verzollt wird am Zollamt Bargen, wenn das Material in Orte vor Zürich geht, und in Waldshut-Koblenz bei Aufträgen in Orte hinter Zürich. Beim Bau müssen die Spezialisten immer wieder neue Herausforderungen meistern, etwa beim Brandschutz.

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In der Landesregierung sei Holz ein Thema, betonte Guido Wolf, auch wegen des Waldsterbens. Wolf erfuhr, das Verwenden von Holz auf dem Bau habe schon vor Beginn der guten Konjunktur zugenommen. Holz gäbe es genügend, von dem Preisverfall auf dem Holzmarkt, wie ihn die Stadt Blumberg erlebe, spürten sie nichts. Sie verwendeten nur zertifiziertes Holz, das könne auch Käferholz sein, der Käfer dringe ja nicht in das Holz selbst ein sondern befinde sich am Rand des Stammes.

Aufmerksam beobachtet der Blumberger Stadtrat Matthias Fischer (links), wie ein Mitrabeiter von Holzbau Fluck ein mit der Maschine vorgeschnittenes Fenster in der Holzwand von Hand freilegt.
Aufmerksam beobachtet der Blumberger Stadtrat Matthias Fischer (links), wie ein Mitrabeiter von Holzbau Fluck ein mit der Maschine vorgeschnittenes Fenster in der Holzwand von Hand freilegt. | Bild: Lutz, Bernhard

Stadtrat Dieter Selig sprach das Thema Sägewerkssterben an und erfuhr, früher habe es noch viele kleine Sägewerke gegeben, heute müssten sie sich zusammenschließen wie dies etwa einige kleine Sägewerke im Schwarzwald täten mit der Weißtanne. Doch wegen der kurzfristigen Kundenwünsche und der damit bedingten kurzfristigen Lieferzeiten könnten sie heute kaum noch mit Sägewerken zusammenarbeiten.

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