Die Zweigstelle der Sparkasse Schwarzwald-Baar in Fützen wird zum 30. September geschlossen. Dies teilt die Hauptstelle in Villingen-Schwenningen momentan ihren Kunden durch einen Flyer mit. Die Servicestelle in Pfohren wird zum 31. Oktober dichtgemacht.

Drei Kunden pro Stunde sind einfach zu wenig

Die in Fützen stundenweise tätige Mitarbeiterin Angelika Seidel wird in der Filiale Blumberg weiter als Ansprechpartnerin für die Kunden zur Verfügung stehen. „In den letzten drei Jahren ist die Kundenfrequenz in diesen Servicestellen um mehr als 30 Prozent rückläufig gewesen. Das bedeutet, dass weniger als drei Kunden pro geöffneter Stunde diese Servicestellen besuchen“, erklärt der Direktor für Privatkunden der Sparkasse, Bernhard Stiefel. Das Geldinstitut sei breit in der Fläche vertreten und habe mit Abstand das dichteste Filialnetz in der Region, teilt die Hauptstelle in einer Presseerklärung mit. In der aktuellen Niedrigzinsphase sei die Nachfrage nach qualifizierten Beratungsgesprächen spürbar gestiegen, weshalb die Sparkasse ihre Beratungszeiten weiter ausbaue. Einfache Serviceleistungen wie Überweisungen tätigen oder Daueraufträge anlegen würden hingegen immer häufiger online ausgeführt.

Fusion von Sparkasse und Volksbank nicht geplant

In Fützen gab es keine betreuten Kunden mehr, erklärt die Pressesprecherin der Sparkasse, Katrin De Giovanni. „Es sind sonst keine weiteren Schließungen im Landkreis vorgesehen“, betont sie auf SÜDKURIER-Nachfrage. Eine Fusion mit der Volksbank, wie sie modellhaft andernorts unternommen wird, sei im Schwarzwald-Baar-Kreis nicht vorgesehen. Es würden aber bereits gemeinsame Geldautomaten genutzt.

Auch Tante-Emma-Laden machte wieder dicht

Ortsvorsteher Georg Schloms ist über die Schließung der Sparkassenfiliale informiert. „Ich kann das nachvollziehen, die Kundenzahlen sprechen dafür.“ Dennoch: Die Schließung tue im Leid, denn jetzt habe der Ortsteil nur noch eine Metzgerei, zwei Autowerkstätten und ein Gasthaus. Für ältere Leute sei die Schließung solcher Dienstleistungsangebote schlecht. Auch der Tante-Emma-Laden habe sich nicht halten können. Die Infrastruktur in Fützen habe sich in den vergangenen Jahren verschlechtert. Hier sei es auch nicht rentabel, einen Geldautomaten aufzustellen. Ältere Menschen seien mehr denn je auf ihre Angehörigen angewiesen.