Buba Jaiteh wirkt ein kleines bisschen aufgeschlossener, als wir uns bei seinem Arbeitgeber Wieländer + Schill in Tuningen erneut treffen. Seit Wochen wird über den Fall des 21-jährigen gambischen Asylbewerbers berichtet. Jedes Mal, wenn Medienvertreter kämen, sei Buba aufgeregt, berichtet sein Kollege Manuel Martin.

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Sein Asylantrag wurde abgelehnt, eigentlich sollte Buba Jaiteh schon bis 10. November nach Italien abgeschoben werden, nun wurde diese Frist um einen Monat bis zum 10. Dezember verlängert. Was bleibt, ist die Unsicherheit, jeden Tag. Er sei ängstlich, gar erschrocken. Er würde gerne hier bleiben bei seinen Freunden und Arbeitskollegen. Und dann sagt er: „Ich habe keinen anderen Ort, wo ich hingehen könnte.“

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Im Beisein seines Freundes Manuel Martin, mit dem zusammen er auch in der SG Riedöschingen-Hondingen Fußball spielt, fällt es ihm leichter, darüber zu reden, weshalb er sein Land Gambia 2017 verlassen hat, ganz alleine, im Alter von gerade einmal 16 Jahren. Buba Jaiteh hatte dort keine Heimat mehr.

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Sein Vater sei im Jahr 2006 gestorben, da war der heute 21-jährige Sohn noch ein Kind. Seine Mutter habe wieder geheiratet, sein Stiefvater habe ihm das Leben schwer gemacht und zum Beispiel verhindert, dass er irgendwelche Andenken an seinen Vater haben konnte.

Der Fc Bräunlingen erklärt sich in seinem Stadionheft am 10. November solidarisch mit den Bemühungen um den Verbleib von Buba Jaiteh in Hondingen. Bild: FC Bräunlingen
Der Fc Bräunlingen erklärt sich in seinem Stadionheft am 10. November solidarisch mit den Bemühungen um den Verbleib von Buba Jaiteh in Hondingen. Bild: FC Bräunlingen | Bild: FC Bräunlingen

„Nichts was meinem Vater gehörte, sollte mir gehören“, schildert Buba. Er habe noch eine Schwester und einen Stiefbruder. Aber er hatte keinen Rückhalt in der Familie mehr. Dann erkrankte seine Mutter auch noch an Krebs.

2014 in Italien eingereist

2014 reiste er in Italien ein, im Oktober 2017 das erste Mal in die Bundesrepulik. Zuerst war er in Bonn, dann neun Monate in der Erstaufnahmestelle in Donaueschingen. Über eine Mitarbeiterin der Caritas kam ein Kontakt zum SV Hondingen zustande. Für ihn war es ein emotionaler Wendepunkt. Bis dahin hatte er sich in Deutschland nicht gut gefühlt und immer mit der Angst gelebt, schnell nach Italien abgeschoben zu werden.

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Als er mit zwei anderen Gambiern das erste Mal nach Hondingen ins Training kam, fühlte er sich plötzlich wohl. Fußball hatte er auch in Gambia gespielt, „Fußball ist meine Leidenschaft“ sagt er. Die anderen beiden Gambier sind inzwischen abgeschoben, Buba ist hier. Für die SG Riedöschingen-Hondingen ist er ein Glücksfall, die letzten beiden Spiele traf er jeweils, am Sonntag sogar zwei Mal gegen Angstgegner Pfohren. Ihm ist die Gemeinschaft wichtig: „Hier habe ich viele Menschen, die mich glücklich machen.“

Zwischen Angst und Hoffnung

Buba Jaiteh lebt weiterhin täglich mit der Angst, doch er lebt auch mit der Hoffnung, dass er doch bleiben kann.

In der Firma haben die mehr als 60 Beschäftigten Buba längst ins Herz geschlossen. „Er ist immer freundlich und hilfsbereit“ sagt Marie-Jeanne Deniz Tecer vom Empfang. Gleichwohl merken sie, dass Buba gedrückt sei und versuchten ihn aufzumuntern. „Wir reden auch im Privaten darüber, so ist uns der Buba ans Herz gewachsen. Er gehört mit zu unserer Familie.“

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Sein Freund und Arbeitskollege Manuel Martin unterstreicht das. „Wir versuchen alles und ich hoffe auf ein glückliches Ende.“ Buba bringe ihm seine Sprache bei: Mandinka. „Und ich bringe ihm unsere Sprache bei.“

Demnächst kommt Buba Jaiteh auch im Fernsehen. Der Sender Sat1 dreht bei seinem Arbeitgeber in Tuningen und in seinem Wohnort Hondingen. Dabei drehte das Team auch in der benachbarten Familie von Peter und Dagmar Gilly, die Buba als Familienmitglied ansieht. Der Bericht werde demnächst ausgestrahlt, hieß es.