Blumberg (blu) Um die Bahnbetriebe Blumberg mit der Sauschwänzlebahn zu stärken, brachte Bürgermeister Markus Keller am Donnerstag einen Vorschlag ein: Könne man nicht den Großteil des Erlöses aus dem Verkauf der Anteile der Energieversorgung Südbaar für die Bahnbetriebe verwenden? Die Überlegung hätten sie am Donnerstagnachmittag entwickelt, sagte Keller in der Haushaltsberatung des Gemeinderats in der Stadthalle.

  • Die Entwicklung: Die Energieversorgung Südbaar GmbH wurde 1986 von der Stadt Blumberg und dem früheren Kraftwerk Laufenburg (heute Energiedienst GmbH) gegründet. Beide Gesellschafter, die Stadt Blumberg und die Energiedienst Holding GmbH hatten als Gesellschafter je 50 Prozent der Anteile. Am 1. Januar 2016 trat eine neue Rechtsform mit vier Gesellschaftern in Kraft: Aus der früheren GmbH wurde die Energieversorgung Südbaar GmbH & Co. KG als kommunal dominierter regionaler Stromversorger mit den Städten Hüfingen und Bräunlingen als weitere Gesellschafter. Ursprünglich sollten die alten Gesellschafter je 30 Prozent erhalten und Hüfingen und Bräunlingen je 20 Prozent. Die Stadt Blumberg verkaufte zehn ihrer 30 Prozent an die Energiedienst Holding GmbH. Damit haben alle drei Städte je 20 Prozent und die Energiedienst Holding hat 40 Prozent.
  • Der Erlös: Die Stadt Blumberg erhielt für die verkauften zehn Prozent 2,234 Millionen Euro, so Kämmerer Marlon Jost.
    627 500 Euro davon werden für den Erwerb und Umbau des neuen Wasserwerkgeländes im Gewerbegebiet Vogelherd verwandt, sagte Jost, von den restlichen 1,607 Millionen Euro habe man der Bahn schon 1,046 Millionen Euro als Einlage gewährt, die restlichen gut 600 000 Euro stünden nun noch zur Verfügung.
  • Für Stadtrat Jürgen Fischer (CDU), früher selbst Kämmerer der Stadt Blumberg, kam der vom Bürgermeister geschilderte Denkansatz etwas überraschend. Es sei aber eine Chance, die Bahnbetriebe und damit auch die Museumsbahn finanziell besser auszustatten, machte er deutlich und wies darauf hin, dass die im Wirtschaftsplan für 2017 vorgesehene Kreditaufnahme von 1,5 Millionen Euro möglicherweise nicht genehmigungsfähig seien.
  • Bürgermeister Markus Keller pflichtete der Aussage Fischers bei. Beim Beschaffen von Fahrzeugen sei von der Geschäftsführung der Bahnbetriebe Fehler gemacht worden, machte Keller deutlich und sagte dazu: Dass man eine Lokomotive und Waggons aus liquiden Mitteln finanziere, sei unüblich, sprich falsch. Angedacht sei außerdem, die Dividende von der Energieversorgung Südbaar zumindest zu Teilen für die Bahnbetriebe zu verwenden. Von der alten GmbH flossen 2014 genau 761 000 Euro und 2015 dann 371 000 Euro. Für das kommende Jahr sei eine Dividende von 150 000 bis 170 000 Euro in Planung, den Wirtschaftsplan für die Energieversorgung Südbaar würden sie aber wohl erst im März beraten können, deshalb stehe bisher kein Ansatz im Wirtschaftsplan.