Blumberg (blu) Das sei überhaupt nicht zufriedenstellend, sagte Bürgermeister Markus Keller, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender des städtischen Betriebs, gestern Abend im Gemeinderat, der anschließend die Jahresabschlüsse feststellte. Keller und Bahnbetriebe-Geschäftsführer Christian Brinkmann machten deutlich, dass das große Minus nur zu einem Teil durch den Bahnbetrieb erwirtschaftet wurde. Die Fahrgastzahlen waren zu hoch angesetzt worden, es fuhren 92 373 Gäste, dadurch fehlten bei den Einnahmen 160 000 Euro.

  • Buchungsverluste: Wirtschaftsprüfer wiesen darauf hin, dass Kesselzuschüsse von 115 493 Euro auf einmal zu verbuchen und nicht mehr abschreibbar seien. Nicht mehr abschreibbar waren auch 158 650 Euro für die Sanierung der Bahnhofsfassade in Zollhaus und der Brücke Riedöschingen.
  • Hoffnung gibt dem Bürgermeister der Zwischenstand 2016, es seien fast 110 000 Fahrgäste gekommen, der Verlust dieses Jahr werde hoffentlich im fünf- und nicht mehr im sechsstelligen Bereich liegen. So hätten sie den Kohleverbrauch halbiert und auch die Kohle auch günstiger bezogen. Es sei schwierig, dass die Bahnbetriebe eine schwarze Null schrieben, so Keller. Die Sauschwänzlebahn, die sie betrieben, sei aber für Blumberg und die Bürger ein Identifikationsmerkmal und Imageträger.
    Keller betonte: "Sollten wir die Bahn in Frage stellen, müssten wir die Zuschüsse der letzten 15 Jahre zurückzahlen."
  • "Gewirtschaftet haben wir gut, geplant haben wir schlecht", erklärte Geschäftsführer Christian Brinkmann, der wie der Bürgermeister ebenfalls eine Trendwende sieht. Durch den eigenen Fuhrpark hätten sie weniger Mietkosten für fremde Fahrzeuge. Im Sommer 2015 seien sie mit eigenen Lokomotiven an 130 Betriebstagen 200 Mal von Blumberg nach Weizen gefahren. Brinkmann wies auch auf den Mehrwert der Museumsbahn für die Stadt hin. Bei der Fassadensanierung am Bahnhof in Zollhaus "haben wir regionale Handwerker beschäftigt". Ihr Jahresumsatz von zwei Millionen Euro bedeute für die Region auch eine Wertschöpfung.