Der Verein Karibuni Weltladen wird aufgelöst. So war es nach 16 Jahren die letzte Jahreshauptversammlung, die Initiatorin und Gründerin Roswitha Kneer am vergangenen Montag leitete. Die gute Nachricht ist, dass der Weltladen Karibuni erhalten bleibt. Kneer stellte die Versammlung unter das Motto „Fairer Handel im Wandel“. Wobei viele nicht mal wüssten, was „Fairer Handel“ eigentlich bedeutet, so die überzeugte Aktivistin.

Die Auflösung des Vereins erfolgt deshalb, weil er in eine gemeinnützige Unternehmensgesellschaft (gUG) umgeändert wurde. Roswitha Kneer leitete bereits im vergangenen Jahr die ersten Schritte dazu in die Wege. Dazu wurde in einer außerordentlichen, nicht öffentlichen Mitgliederversammlung im September 2019 die Auflösung des Vereins beschlossen. Nach drei Monaten langem Hin und Her traf mit Datum der Mitgliederversammlung nun auch endlich vom Registeramt aus Freiburg die Registernummer ein. Somit ist für die Umwandlung offiziell alles unter Dach und Fach. Das restliche Vermögen des Vereins geht an die gUG über, so wie der Verein auch schon das erforderliche Grundvermögen für die Gründung der gUG stellte. Der Verein muss noch so lange weiterbestehen, bis alle Formalien erledigt sind.

Rein äußerlich läuft alles weiter wie bisher. Roswitha Kneer ist – weiterhin ehrenamtlich – Geschäftsführerin der gUG. „Nur, dass ich nicht mehr wie bisher im Verein mit meinem Privatvermögen hafte“, erklärte sie. Dass sie für den Verein derart in der Haftung stand, wäre ihr vorher gar nicht bekannt gewesen. Die Umwandlung in die gUG wurde erforderlich, weil sich der Umfang der Geschäftsvorgänge des Karibuni einfach nicht mehr nur in ehrenamtlicher Arbeit bewerkstelligen ließ. Immerhin lag 2019 der Jahresumsatz bei über 110 000 Euro. Die gUG habe vier Gesellschafter, so Kneer. Seit zwei Jahren etwa beschäftigt der Verein im Laden bereits bezahlte Mitarbeiter. Mehr Mitstreiter sind jederzeit willkommen.

Der Verein Karibuni Weltladen besteht derzeit aus 16 Mitgliedern, den harten Kern stellen zehn Leute, und zwar alles in ehrenamtlicher Arbeit. Umso beeindruckender liest sich, was Roswitha Kneer vortrug: 171 Veranstaltungen in 16 Jahren, 13 allein im vergangenen Jahr. Feste Termine im Jahresablauf waren das Nest- und Apfelfest und die Auftritte der Mali-Kinderhilfe. Große Aktionen waren die Teilnahme an der Südwestmesse mit einem Stand, die Teilnahme an der Gewerbeschau in Bad Dürrheim und am Solemar-Sommer. Besonders eindrücklich ist noch die Musical-Veranstaltung „Once we had a dream“ mit einem philippinischen Jugendtheater von 2018 in Erinnerung.

Bewegt verteilte Roswitha Kneer abschließend zum Dank Rosen und Karibuni-Herzen aus Speckstein. Einen besonderen Dank wolle sie an Eva Schmidt-Steinbach und deren Mann Michael ausgedrückt wissen, ohne deren besondere Unterstützung zum Anfang es den Karibuni und den Verein nicht gäbe.

„Karibuni ist nicht nur ein Laden, sondern ein Kommunikationszentrum“, erklärte Kneer zum Schluss. Wo dessen Zukunft verortet sein wird, ist derzeit noch unklar. Allzuweit weg vom Kurpark sollte es nicht sein, so Kneer. Denn der Laden mit seinen hochwertigen Produkten lebe nicht von den Bad Dürrheimern, sondern von den Touristen, hauptsächlich vom Wohnmobilhafen, und die würde es groß nicht bis in die Innenstadt ziehen.